Wie du online unterrichten kannst

online unterrichten, Klavierunterricht online

Ergänzt am 01.04.2020. Dieser Artikel entstand am Anfang der Corona-Pandemie. Inzwischen habe ich dem Artikel ein Update angefügt. Für mich bietet der Onlineunterricht eine weitere Möglichkeit des Unterrichts.

In diesem Artikel geht es um die Möglichkeit, wie du in bestimmten Situationen per Videokonferenz unterrichten kannst. Was du und deine Schüler dafür benötigen und wie alles ablaufen kann. Vor allem möchte ich Tipps geben, damit der Onlineunterricht stressfrei ablaufen und gelingen kann.

Doch zuerst vielleicht kurz zu der Frage ob es Sinn macht.

Aber sicher! Ich sehe da überhaupt kein Problem. Es gibt Kollegen, die generell Online Unterricht anbieten und in bestimmten Staaten in den USA wird bei entsprechendem Wetter regelmäßig die Möglichkeit per Video genutzt.

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Wie du neue Ideen in deinem Klavierunterricht umsetzt. Viele Lernfelder – eine Lösung: das Aktionsthema!

Kennst du das? Im Unterricht denkst du, dass dein Schüler gerade etwas zu unsicher im Notenlesen ist. Oder die Länge der Notenwerte nicht mehr so richtig klar sind.

Oder du surfst durchs Internet und stößt auf eine tolle neue Idee, die du mal gern im Klavierunterricht testen möchtest. Vielleicht möchtest du schon eine ganze Weile mehr Musiktheorie und Technik in deine Stunden integrieren, doch du weißt einfach nicht wo du anfangen sollst.

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Popmusik im Klavierunterricht

Es ist nicht so einfach mit der Popmusik im Klavierunterricht, das gebe ich ehrlich zu.

Für uns klassisch trainierten Musiker kann dieser Musikstil im Unterricht unbequem sein… Wir (oder ich zumindest) haben dies nie im eigenen Unterricht gespielt, es fehlen also eigene Erfahrungen.

Dann spielen natürlich auch die fachlichen Vorstellungen und persönliche Vorlieben eine Rolle.

Warum ich aber finde, dass Popmusik in den Klavierunterricht gehört, wie du dies umsetzten kannst und passende Noten findest erfährst du in diesem Artikel.

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12 erprobte Tipps und Tricks für ein sicheres Notenlesen

Notenlesen trainieren mit der One Minute Challenge

Ist es sinnvoll oder stupider Drill wenn das Notenlesen mit Kärtchen geübt wird? Meiner Erfahrung nach kann es Spaß machen und effektiv sein – es kommt darauf an WIE du es machst. Die Aktion „One Minute Challenge“, die ich dir heute vorstelle, kostet nur wenige Minuten Unterrichtszeit und kitzelt den Ehrgeiz deiner Schüler.

Was genau das ist? In der One Minute Challenge (challenge = Herausforderung) zeigst du deinen Schülern eine bestimmte Auswahl an Notenkarten, die sie dann benennen und am Klavier spielen. Ziel ist es, dass sie alle Karten innerhalb einer Minute schaffen.

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Wie deine Schüler superschnell und motiviert ihr neues Stück lernen

Als Schülerin musste ich die Stimmen jeder Hand perfekt beherrschen bevor ich beide Hände zusammenspielen durfte. Mich hat diese Methode unglaublich ausgebremst, zuerst fand ich es sehr langweilig so lange einzeln zu üben und habe für das Lernen ewig gebraucht. Später, als ich es dann endlich kombinieren durfte, war ich richtig deprimiert, da meine Finger plötzlich nicht mehr wussten  was sie tun sollten und ich eigentlich wieder ganz von vorne anfing.

Heute weiß ich, dass dieser Weg totaler Quatsch ist und es nichts bringt, wenn die einzelnen Hände bis zur Perfektion geübt werden. Für das Gehirn sind es völlig andere Informationen ob die Hände einzeln oder zusammen spielen.

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8 schöne und einfache Pedalstücke, die du bestimmt noch nicht kennst

8 wunderschöne Pedalstücke für den Klavierunterricht, Klavierblog, Carina Busch

Auf der Suche nach neuen Stücken? Diese acht Pedalstücke für die frühe Mittelstufe sind aus meinem Unterricht und den Schülerkonzerten nicht mehr wegzudenken. Alles Stücke, die dem Schüler Spaß machen und ihn besser wirken lassen, als er eigentlich spielen kann.

Ich stelle sie dir alle einzeln vor, verrate wo du diese Stücke bestellen kannst und am Ende des Artikels findest du einen Link zu einer YouTube-Playlist mit allen Stücken um Anhören. Damit du besser Nachschlagen kannst, gibt es außerdem eine Übersicht zum Ausdrucken.  

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Clever Üben – Tipp # 2: Das Rhythmus-Klopfen

Der Rhythmus ist beim Klavierüben oft ein Problem. Dem Schüler fehlt noch das Rhythmusgefühl und oft auch die Koordination beider Hände. Im Artikel findest du die richtigen Tipps um den Rhythmus im Klavierstück mit deinen Schülern üben zu können.

Vorweg möchte ich noch sagen, dass unsere aktuelle Schülergeneration besonders effektive Übe-Strategien braucht. Als Digital Natives sind sie schnell vom Smartphone abgelenkt und haben wenig Zeit. Sie sind selbstständiger und nicht scheu ihre Meinung zu sagen.

Damit du deine Schüler optimal fördern kannst, stelle ich in der Clever Üben – Serie erprobte und gut nachvollziehbare Übe-Tipps vor.

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Ein schneller Schüler-Überblick

Einfache Unterrichtsplanung für den Klavierunterricht

Im April 2024 aktualisiert.

Wir wollen unsere Schüler und Schülerinnen individuell fördern – doch wie gut hast du alle im Blick?

Weißt du wo jeder Schüler und jede Schülerin aktuell steht? Wo er oder sie etwas Unterstützung und Training brauchen könnten? Wem du ein neues Heft vorstellen möchtest?

In diesem Artikel zeige ich dir zwei Möglichkeiten einen Schüler-Überblick zu erstellen. Dies könnte dein entspannter Einstieg in die Unterrichtsvorbereitung sein.

Wenn du schon länger meinem Blog folgst, weißt du bestimmt, dass ich ein großer Fan von Unterrichtsplanung bin. Ich dokumentiere alle meine Stunden, bereite jede Woche Übe-Listen für meine Schüler vor und aktualisiere meine Planung für jeden einzelnen Schüler nach allen Schulferien.

Aber mit diesem System habe ich natürlich nicht angefangen. Ein Blick zurück…

Nach meinem Diplom begann ich in einer privaten Musikschule. Ich bekam zwei Schüler zugeteilt und dann wurden immer mehr und mehr.

Es waren überwiegend Anfänger, von denen oft mehrere die gleichen Stücke spielten. Damit ich nicht durcheinanderkam, notierte ich mir, was wir in der Stunde besprochen hatten und wer wie weit welches Stück spielte. Ich testete für mein Protokoll viele unterschiedliche Tabellen und Formate und entwickelte Kürzel, damit ich möglichst wenig schreiben musste.

Es kamen immer noch mehr Schüler*innen dazu, bis das ich pro Woche 46 Einzelstunden hatte. Ja, das war Fließbandarbeit und nicht mehr schön.

Überwiegend hatten sie nur 30 Minuten Unterricht. Mir war wichtig, dass ich nicht erst eine Reihe von Fragen stellen musste, sondern wollte die wenige Zeit möglichst gut nutzen und schnell an die letzte Stunde anknüpfen. Auch dafür waren die Protokolle ideal. Damit ich nicht lange überlegen musste, notierte ich mir auch, welches Stück als nächstes folgen sollte.

Ich wollte für alle Schüler einen guten Unterricht machen und sie fördern. Jedes Protokoll stand für sich und ich hatte trotzdem noch keinen Überblick. Deshalb sammelte ich vor den Ferien noch einmal Ideen und hielt fest, wer zum Beispiel gerade mit dem Rhythmus oder dem Notenlesen zu kämpfen hatte. Diese Informationen konnte ich dann bündeln und möglichst zeitsparend vorbereiten. So entstand der Schüler-Überblick.

Erst Jahre später entstand meine heutige Planungsstruktur, die du in meinem Onlinekurs „Der rote Faden für deinen Klavierunterricht“ erarbeiten kannst. Protokoll und Planung befinden sich nun auf einer Doppelseite pro Schüler. Etwa zweimal pro Jahr mache ich weiterhin den Schüler-Überblick für meine Klasse. So sehe ich, wo jeder steht und wo aktuell meine Schwerpunkte liegen sollten.

Vielleicht ist Planung gar nicht dein Ding und das ist total in Ordnung. Ich weiß, dass es viele Kollegen viel spontaner machen und damit auch absolut zufrieden sind. Du darfst hier auch gern aufhören zu lesen.

Doch wenn du gern etwas organisierter sein würdest, dann wäre der Schüler-Überblick ein guter Einstieg. Ohne dass es unglaublich viel Zeit schluckt. Mir schenkt die Planung sogar Zeit, ohne sie hätte ich wahrscheinlich neben Familie und Unterrichten keinen Blog…

Viele Kolleg*innen haben außerdem die Vorstellung, dass die Unterrichtsstunde für eine Unterrichtsplanung minutiös durchgetaktet und durch den mangelnden Übeeinsatz des Schülers oder der Schülerin sofort zunichte gemacht wird.

Dabei geht es in der Vorbereitung und Planung um das große Ganze. Ich mache mir Gedanken um die Richtung, die großen oder kleinen Schritte dahin bestimmt der oder die Schüler*in.

Ich zeige es dir und wenn du magst, probiere es doch einmal aus!

Der einfache Schüler-Überblick

Der Schüler-Überblick ist eine sehr praktische Liste, die du auf zwei Arten nutzen kannst.

Zuerst möchte ich dir einen einfachen Überblick zeigen. Drucke dir die Tabelle für den Schüler-Überblick so oft aus, dass alle deine Schüler*innen eine Spalte haben. Pro Seite ist Platz für sechs Schüler*innen.

Du kannst die Seiten zu Hause ausfüllen oder mit in den Unterricht nehmen. Notiere dir, welche Stücke jeder Schüler und jede Schülerin gerade spielt. Halte fest, wenn jemand mit dem Notenlesen, dem Rhythmus oder ähnlichem kämpft. Zusätzlich kannst Du dir Ideen und Ziele aufschreiben.

So gewinnst du einen genauen Überblick über deine Klasse und kannst überlegen, wie du die nächsten Stunden gestalten möchtest. Ohne dich zu verzetteln oder Woche für Woche zu vergessen, dass du doch eigentlich dieses oder jenes vorbereiten oder mitbringen wolltest.

Entspannter Unterrichtsbeginn

Diese Übersicht kannst du jederzeit einsetzten. Falls du gern in den Ferien neue Stücke oder Übungen aussuchst, könntest du die Notizen auch in der Woche vor den Ferien machen.

Da alles aufgeschrieben und raus aus dem Kopf ist, kann ich zumindest deutlich besser abschalten und mich entspannen.

Und auch nach den Ferien ist der Einstieg viel ruhiger! Mir gibt es immer das gute Gefühl, dass ich alles „im Griff“ habe.

Der sortierte Schüler-Überblick

Etwas genauer und aufwändiger ist die nach Entwicklungsstand sortierte Schüler-Überblick. Wer steht wo?

Dafür nimmst du dir ein Blatt und schreibst die Namen deiner Schüler*innen auf. Dahinter das neueste Stück und wie weit sie in ihren Heften sind. Es reicht eine grobe Einschätzung. Anfang, Mitte oder Ende. Du kannst auch den Schwierigkeitsgrad notieren.

Anschließend bündelst du die Schüler und Schülerinnen, die im gleichen Heft oder Level spielen und bringst sie in eine Reihenfolge.

Jetzt kannst du alle Informationen in den Schüler-Überblick eintragen und deine Ideen und Gedanken ergänzen.

Mir persönlich ist es total egal, wo jemand steht und in welchem Tempo er oder sie lernt. Doch hilft es die Schwächeren herauszufiltern und sich gezielt Maßnahmen zu ihrer Unterstützung zu überlegen. Genauso gut erkennst du die starken Schüler und kannst das Tempo oder den Schwierigkeitsgrad steigern.

Wir wollen ja individuell fördern – dabei helfen dir Notizen über jeden einzelnen Schüler.

Außerdem finde ich den Schüler-Überblick für die Literatursuche sehr praktisch. Du siehst genau wie viele Schüler*innen sich welchen Schwierigkeitsgraden befinden. Also weißt du auch, in welchen Heften sich das Stöbern lohnt.

Kurze Anleitung

Lade dir die Tabelle für den Schüler-Überblick herunter und drucke sie mehrfach aus. Pro Seite ist Platz für sechs Schüler*innen.

  1. Trage die Namen deiner Schüler*innen in die erste Spalte ein.
  2. In der zweiten Spalte vermerkst du die aktuellen Stücke. Eventuell schreibst du auch das Heft dazu.
  3. In der dritten Spalte kannst du ein oder zwei Stücke eintragen, die du als nächste unterrichten möchtest. Vielleicht siehst du aber auch, dass hier noch Planungsbedarf besteht.
  4. Deine Ideen und Ziele für deine Schüler*innen kannst du in der vierten Spalte sammeln.

Zweimal pro Jahr gemacht könnte es deine Art von Unterrichtsvorbereitung sein, die für dich ausreicht.

Probiere es doch einmal aus und schreibe mir, welche Beobachtungen und Erfahrungen du mit dem Schüler-Überblick gemacht hast.

Clever Üben – Tipp # 1: Welche Übe-Phasen durchläuft ein Stück?

Wie selbstständig und erfolgreich üben deine Schüler?

In der Clever Üben Serie möchte ich bewährte und effektive Strategien vorstellen,  die deine Schüler recht selbstständig einsetzten können.

Doch zuerst sollte dein Schüler wissen, wo er sich gerade überhaupt befindet. Dann kann er sich die Übe-Strategien heraussuchen, die ihn weiter bringen.

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Clever Üben – Strategien für Generation Z

Unsere Schüler sind von klein auf mit digitalen Medien vertraut. Sie wissen, wo sie schnell an Informationen kommen und kommunizieren rege miteinander. Sie wirken sehr selbständig, sind ein hohes Tempo gewohnt und äußern offen was sie interessiert oder was ihnen nicht passt. Die Generation Z.

Dies ist eine Entwicklung, die unaufhaltsam ist und die alle, auch uns Instrumentallehrer, zu neuen Ansätzen in unserem Unterricht anregen sollte. Um unsere heutigen Schüler anzusprechen und zum Üben zu motivieren, benötigen wir einen anderen Unterricht als den, den wir selber erlebt haben.

Das Üben ist ein zentraler Punkt im Erlernen eines Instrumentes. Deshalb möchte ich dir in der „Clever Üben“- Serie ein System mit Strategien vorstellen, die für deine Schüler gut nachvollziehbar und effektiv sind.

Unterricht mit Generation Z

Die Generation Z sind laut Wikipedia alle, die nach 2000 geboren sind. Sie wachsen ganz selbstverständlich mit digitalen Technologien auf, während wir uns nach und nach damit konfrontiert sehen – und uns darauf einlassen oder ausweichen. Welche genauen Auswirkungen dies noch haben – und was in Zukunft noch kommen wird – ist nicht abzusehen.

Wenn ich versuche, die Situation meiner Schüler mit meiner eigenen Kindheit zu vergleichen, finde ich schon, dass die heutige Generation flexibler, direkter, selbständiger und ungeduldiger geworden ist.

Wie wirkt sich das auf unseren Unterricht aus?

Müssen wir unsere Ansprüche herunter schrauben?

Ist Pop-Musik die ultimative Lösung?

Tippen wir hinterher mehr am Tablet als auf der Klaviatur?

Vor allem:

Wird aus dem „klassischen“ Klavierunterricht also mehr und mehr eine musikalische Bespaßung?

Ich hoffe nicht!

Meiner Meinung nach wird Musik immer faszinieren! Musik berührt jeden Menschen und begleitet ihn ein Leben lang. Und ich glaube, dass eigenes Musizieren auch weiterhin interessant für die heranwachsenden Kinder sein wird.

Ich denke, dass wir weiterhin sehr viel Freude und Erfüllung im Instrumentalunterricht erfahren können – vorausgesetzt wir nehmen den Wandel um uns herum an und denken intensiv über unsere Wege der Vermittlung nach.

Anders als unsere Lehrer unterrichten

Dies soll keine Respektlosigkeit bedeuten, doch nicht nur die Technik, sondern auch die Pädagogik hat sich weiter entwickelt!

Doch manches hält sich noch unbewusst oder wurde noch nicht hinterfragt.

Welche Methoden und Strategien sind nicht mehr zeitgemäß?

An welchen sollten wir festhalten?

Auf das Üben bezogen denke ich, dass es bei mir in der Kindheit vor allem um die Dauer ging. Je länger ich spielte, umso besser wurde ich. Logisch. Oder…?

Eine schwierige Stelle wurde tausendmal gespielt. Irgendwann würde es schon funktionieren. Ja, sie wurde besser. Doch meine Unsicherheit blieb und in den Konzerten spielte ich weiterhin mit vielen Fehlern. Angesichts von Aufwand und Ergebnis sank meine Motivation.

Unsere Schüler haben diese unzähligen (und überflüssigen) Übestunden heute nicht mehr zur Verfügung – und ehrlich gesagt – möchte ich ihnen dies auch ersparen.

„Work smart – not hard“

Genau darum geht es in „Clever Üben“. Sinnvolle Strategien und Gewohnheiten, die an das gewünschte Ziel führen.

Leichter wird das Üben dadurch nicht – aber erfolgreicher. Fleiß und Konzentration lassen sich nicht ersetzten. Nur so funktioniert Lernen.

Sinnvolles Üben erfordert Geduld. Gar nicht einfach, wenn jede Information nur ein paar Klicks entfernt scheint, Online-Bestellungen teilweise schon am nächsten Tag ankommen oder nicht sofort eine Antwort auf die WhatsApp oder E-Mail kommt. Es droht schnell die Gefahr von Frustration.

Deshalb ist es wichtig, dass unsere Schüler den Sinn hinter den Strategien verstehen und anfangen mitzudenken.

Früher habe ich mich total auf meinen Lehrer verlassen und brav getan, was er sagte. Die Generation Z sollte viel aktiver in den Unterricht einbezogen werden.

Klavier unterrichten: Uebe-Tipps auf klavierpaedagogikentdecken.de

Ziele von „Clever Üben“:

  1. Verstehen des Lernprozesses
  2. Realistische Erwartungen an sich selbst
  3. aktives Mitdenken
  4. gute Übeergebnisse

Diese Ziele finde ich für unsere heutigen Schüler und zukünftige Pianisten sehr wichtig. (Pianisten im Sinne von Klavierspielern, die ein Leben lang gern spielen und sich für Musik interessieren.)

Diese Einstellungen und Verhaltensweisen werden unseren Schülern übrigens auch in vielen anderen Lebensbereichen von Nutzen sein.

Ausblick

Nach und nach werde ich die „Clever Üben“-Bausteine hier vorstellen. Alle Strategien nutze ich täglich mit meinen Schülern.

Ich möchte dir helfen, bekannte Techniken in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. Damit unsere selbständigen und neugierigen Schüler sie gut verstehen und anwenden können.

Ich wünsche dir viel Freude und schöne Unterrichtsstunden!

Instrumentalunterricht richtig vorbereiten – Teil 3: Die Hausaufgaben für deine Schüler

Klavier unterrichten: richtig gute Hausaufgaben aufschreiben, das Ueben gelingt mit klavierpaedagogikentdecken.de

Ich habe heute noch die kleinen Oktavhefte, in die meine erste Lehrerin meine Hausaufgaben notierte. Da steht kaum etwas auf den Seiten… Das Datum, meine Stücke, vielleicht noch eine Tonleiter – fertig! Wie mag ich damit wohl geübt haben?

Heute geht es um ein super wichtiges Hilfsmittel für deinen erfolgreichen Unterricht. Also – es kommt darauf an, was du damit machst!

Noch mehr Hausaufgaben (stöhn!)

So klingt das, wenn ich in der Stunde von „Hausaufgaben“ rede…

Nach deiner Evaluation und der Planung ist nun dein Schüler am Zug. Doch wie gelingt es ihm gut zu Üben? (Zu meiner Clever Üben-Serie geht es übrigens hier entlang…)

Ganz kurz, je genauer du ihm alles aufschreibst, umso besser weiß er was zu üben ist.

Jetzt bist du mit dem Stöhnen an der Reihe. Wann sollst du das alles denn aufschreiben?

Ganz einfach:

Schreibe die Hausaufgaben VOR der Stunde!

Genau! Diese Idee ist nicht von mir, sondern ich habe sie auf dem Blog der New School of Music Study entdeckt.

Frances Clark und die New School of Music

Kleiner Exkurs: Die amerikanische Klavierpädagogin  Frances Clark hat 1960 die „New School of Music Study“ als  Forschungs- und Ausbildungszentrum gegründet. Dort werden bis heute die Lehrmethoden bezüglich ihrer Effektivität evaluiert und weiterentwickelt und Lehrer können sich nach dem Abschluss weiter ausbilden lassen. Ihr haben wir u.a. die Vornotation und das Spielen auf schwarzen Tasten zu verdanken. Außerdem die Nutzung der kompletten Tastatur von Anfang an, das intervallische Lesen und das Lesen mit Hilfe von Ankernoten (alle C´s, aber auch F´s und G´s).

Schau doch mal auf die Homepage des Frances Clark Center, dort kannst du auch das digitale Abo des „Clavier Companion“ (12,99$/ Jahr) bestellen. Ich kenne kein vergleichbares Fachmagazin, das so aktuell, gut verständlich und praxisorientiert ist.  Das Englisch ist recht gut zu verstehen.

Ok, was passiert nun vor dem Unterricht?

Die vorbereitete, doppelte Übe-Liste

Die Übe-Liste wird von den Lehrern der New School während der Planung zur nächsten Stunde geschrieben. So sind die Ziele der Stunde klar und es bleibt mehr Zeit für den Unterricht.

Entweder wird die Liste in doppelter Ausführung vor der Stunde ausgedruckt oder sie wird mit Hilfe eines PC´s in der Stunde angepasst und ausgedruckt.

Ich nutze die erste Variante und lege Karbonpapier zwischen die Duplikate, alles gut befestigt auf einem Klemmbrett. Während der Stunde ergänze ich nach Bedarf meine Hausaufgaben und diese Änderungen landen durch das Karbonpapier auf meiner Kopie.

Genial, oder? Ich schreibe nur einmal, habe aber nach der Stunde das Original für den Schüler und ein Duplikat für mich.

Das Duplikat hilft mir beim Protokoll ergänzen, da steht alles drauf und es geht viel schneller. Und die nächste Übe-Liste ist auch ratzfatz fertig.

Für das Schreiben einer Übe-Liste benötigst du nur drei Minuten!

Ist es dir aufgefallen? Ich nenne die Hausaufgaben lieber Übe-Liste. „Hausaufgaben“ klingen so nach Schule und Pflicht. Natürlich ist das Üben in unserem Unterricht auch Pflicht, doch es ist freiwillig und macht – wenn es gut läuft – richtig Spaß.

Warum solltest du vorher Zeit für die Übe-Liste opfern?

Du notierst die Übeanweisungen viel genauer als in der Stunde, wo Multitasking angesagt ist. Denke daran, dein Schüler übt sechs Tage lang allein. Ok, vielleicht auch weniger… aber wenn er übt, sollte er auch wissen wie.

Es ist einfach entspannter und erleichternd schon irgendwo etwas stehen zu haben. Eine Unterrichtsstunde dauert ja nicht ewig. Das Ergänzen geht super schnell.

Du hast immer ein Exemplar der letzten Übe-Liste da. Egal ob dein Schüler die mal vergessen hat, der Hund sie zerfetzt hat oder sie hinters Klavier gerutscht ist – du bist vorbereitet!

Wenn die Zeit nicht reicht, kannst du deinen Schüler bitten ein neues Stück zu Hause allein zu beginnen. Es steht bereits mit den ersten Schritten auf der Übe-Liste.

Die Übe-Liste sorgt für dein Vorwärts denken. Du hast auf der Übe-Liste quasi deine Planung stehen und möchtest sie auch umsetzten.  Dein Schüler darf in seinem Tempo Fortschritte machen, doch DU führst die Stunde. Mich motiviert die Liste ganz deutlich dazu, die Unterrichtszeit noch besser auszunutzen und damit auch mehr zu schaffen.

Hier kannst du dir zwei Versionen herunterladen:

Auf der DinA4-Seite ist außerdem noch ausreichend Platz für technische Übungen und Wiederholungsstücke. Dies sind bereits abgeschlossene Stücke, die dein Schüler gerne spielt und die seine Übezeit noch ein bisschen verlängert.

Kleiner Rückblick

Erinnerst du dich? Im ersten Teil (Evaluationen) habe ich Anselm Ernst zitiert.

Mit dem Planungskreislauf aus Evaluation, Planung, Protokoll und Übe-Liste hast du alle Ziele und die Entwicklung deines Schülers im Blick. Das ist für mich  „zielstrebiges, planmäßiges, ökonomisches, systematisches Handeln.“ (A. Ernst: Was ist guter Instrumentalunterricht, S. 22)

Und für meine Schüler nehme ich mir gerne etwas Zeit.

Hier kannst du mehr über die Hausaufgaben oder die Übe-Liste im Unterrichtsablauf lesen.

Ich bin sehr gespannt, was du nun über Unterrichtsplanung denkst. Magst du deine Gedanken vielleicht mitteilen? Für alle in den Kommentaren oder auch ganz privat an mich direkt per E-Mail? Ich würde mich freuen!

Fragen sind ebenfalls immer willkommen!

Wie deine Schüler besser Klavier üben
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