Clever Üben – Tipp # 1: Welche Übe-Phasen durchläuft ein Stück?

Uebe-Tipps fuer Schueler auf Klavierpaedagogikentdecken.de, Klavier unterrichten

Wie selbstständig und erfolgreich üben deine Schüler?

In der Clever Üben Serie möchte ich bewährte und effektive Strategien vorstellen,  die deine Schüler recht selbstständig einsetzten können.

Doch zuerst sollte dein Schüler wissen, wo er sich gerade überhaupt befindet. Dann kann er sich die Übe-Strategien heraussuchen, die ihn weiter bringen.

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Clever Üben – Strategien für Generation Z

Klavier unterrichten: Uebe-Tipps auf klavierpaedagogikentdecken.de

Unsere Schüler sind von klein auf mit digitalen Medien vertraut. Sie wissen, wo sie schnell an Informationen kommen und kommunizieren rege miteinander. Sie wirken sehr selbständig, sind ein hohes Tempo gewohnt und äußern offen was sie interessiert oder was ihnen nicht passt. Die Generation Z.

Dies ist eine Entwicklung, die unaufhaltsam ist und die alle, auch uns Instrumentallehrer, zu neuen Ansätzen in unserem Unterricht anregen sollte. Um unsere heutigen Schüler anzusprechen und zum Üben zu motivieren, benötigen wir einen anderen Unterricht als den, den wir selber erlebt haben.

Das Üben ist ein zentraler Punkt im Erlernen eines Instrumentes. Deshalb möchte ich dir in der „Clever Üben“- Serie ein System mit Strategien vorstellen, die für deine Schüler gut nachvollziehbar und effektiv sind.

Unterricht mit Generation Z

Die Generation Z sind laut Wikipedia alle, die nach 2000 geboren sind. Sie wachsen ganz selbstverständlich mit digitalen Technologien auf, während wir uns nach und nach damit konfrontiert sehen – und uns darauf einlassen oder ausweichen. Welche genauen Auswirkungen dies noch haben – und was in Zukunft noch kommen wird – ist nicht abzusehen.

Wenn ich versuche, die Situation meiner Schüler mit meiner eigenen Kindheit zu vergleichen, finde ich schon, dass die heutige Generation flexibler, direkter, selbständiger und ungeduldiger geworden ist.

Wie wirkt sich das auf unseren Unterricht aus?

Müssen wir unsere Ansprüche herunter schrauben?

Ist Pop-Musik die ultimative Lösung?

Tippen wir hinterher mehr am Tablet als auf der Klaviatur?

Vor allem:

Wird aus dem „klassischen“ Klavierunterricht also mehr und mehr eine musikalische Bespaßung?

Ich hoffe nicht!

Meiner Meinung nach wird Musik immer faszinieren! Musik berührt jeden Menschen und begleitet ihn ein Leben lang. Und ich glaube, dass eigenes Musizieren auch weiterhin interessant für die heranwachsenden Kinder sein wird.

Ich denke, dass wir weiterhin sehr viel Freude und Erfüllung im Instrumentalunterricht erfahren können – vorausgesetzt wir nehmen den Wandel um uns herum an und denken intensiv über unsere Wege der Vermittlung nach.

Anders als unsere Lehrer unterrichten

Dies soll keine Respektlosigkeit bedeuten, doch nicht nur die Technik, sondern auch die Pädagogik hat sich weiter entwickelt!

Doch manches hält sich noch unbewusst oder wurde noch nicht hinterfragt.

Welche Methoden und Strategien sind nicht mehr zeitgemäß?

An welchen sollten wir festhalten?

Auf das Üben bezogen denke ich, dass es bei mir in der Kindheit vor allem um die Dauer ging. Je länger ich spielte, umso besser wurde ich. Logisch. Oder…?

Eine schwierige Stelle wurde tausendmal gespielt. Irgendwann würde es schon funktionieren. Ja, sie wurde besser. Doch meine Unsicherheit blieb und in den Konzerten spielte ich weiterhin mit vielen Fehlern. Angesichts von Aufwand und Ergebnis sank meine Motivation.

Unsere Schüler haben diese unzähligen (und überflüssigen) Übestunden heute nicht mehr zur Verfügung – und ehrlich gesagt – möchte ich ihnen dies auch ersparen.

„Work smart – not hard“

Genau darum geht es in „Clever Üben“. Sinnvolle Strategien und Gewohnheiten, die an das gewünschte Ziel führen.

Leichter wird das Üben dadurch nicht – aber erfolgreicher. Fleiß und Konzentration lassen sich nicht ersetzten. Nur so funktioniert Lernen.

Sinnvolles Üben erfordert Geduld. Gar nicht einfach, wenn jede Information nur ein paar Klicks entfernt scheint, Online-Bestellungen teilweise schon am nächsten Tag ankommen oder nicht sofort eine Antwort auf die WhatsApp oder E-Mail kommt. Es droht schnell die Gefahr von Frustration.

Deshalb ist es wichtig, dass unsere Schüler den Sinn hinter den Strategien verstehen und anfangen mitzudenken.

Früher habe ich mich total auf meinen Lehrer verlassen und brav getan, was er sagte. Die Generation Z sollte viel aktiver in den Unterricht einbezogen werden.

Klavier unterrichten: Uebe-Tipps auf klavierpaedagogikentdecken.de

Ziele von „Clever Üben“:

  1. Verstehen des Lernprozesses
  2. Realistische Erwartungen an sich selbst
  3. aktives Mitdenken
  4. gute Übeergebnisse

Diese Ziele finde ich für unsere heutigen Schüler und zukünftige Pianisten sehr wichtig. (Pianisten im Sinne von Klavierspielern, die ein Leben lang gern spielen und sich für Musik interessieren.)

Diese Einstellungen und Verhaltensweisen werden unseren Schülern übrigens auch in vielen anderen Lebensbereichen von Nutzen sein.

Ausblick

Nach und nach werde ich die „Clever Üben“-Bausteine hier vorstellen. Alle Strategien nutze ich täglich mit meinen Schülern.

Ich möchte dir helfen, bekannte Techniken in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. Damit unsere selbständigen und neugierigen Schüler sie gut verstehen und anwenden können.

Ich wünsche dir viel Freude und schöne Unterrichtsstunden!

Instrumentalunterricht richtig vorbereiten – Teil 3: Die Hausaufgaben für deine Schüler

Klavier unterrichten: richtig gute Hausaufgaben aufschreiben, das Ueben gelingt mit klavierpaedagogikentdecken.de

Ich habe heute noch die kleinen Oktavhefte, in die meine erste Lehrerin meine Hausaufgaben notierte. Da steht kaum etwas auf den Seiten… Das Datum, meine Stücke, vielleicht noch eine Tonleiter – fertig! Wie mag ich damit wohl geübt haben?

Heute geht es um ein super wichtiges Hilfsmittel für deinen erfolgreichen Unterricht. Also – es kommt darauf an, was du damit machst!

Noch mehr Hausaufgaben (stöhn!)

So klingt das, wenn ich in der Stunde von „Hausaufgaben“ rede…

Nach deiner Evaluation und der Planung ist nun dein Schüler am Zug. Doch wie gelingt es ihm gut zu Üben? (Zu meiner Clever Üben-Serie geht es übrigens hier entlang…)

Ganz kurz, je genauer du ihm alles aufschreibst, umso besser weiß er was zu üben ist.

Jetzt bist du mit dem Stöhnen an der Reihe. Wann sollst du das alles denn aufschreiben?

Ganz einfach:

Schreibe die Hausaufgaben VOR der Stunde!

Genau! Diese Idee ist nicht von mir, sondern ich habe sie auf dem Blog der New School of Music Study entdeckt.

Frances Clark und die New School of Music

Kleiner Exkurs: Die amerikanische Klavierpädagogin  Frances Clark hat 1960 die „New School of Music Study“ als  Forschungs- und Ausbildungszentrum gegründet. Dort werden bis heute die Lehrmethoden bezüglich ihrer Effektivität evaluiert und weiterentwickelt und Lehrer können sich nach dem Abschluss weiter ausbilden lassen. Ihr haben wir u.a. die Vornotation und das Spielen auf schwarzen Tasten zu verdanken. Außerdem die Nutzung der kompletten Tastatur von Anfang an, das intervallische Lesen und das Lesen mit Hilfe von Ankernoten (alle C´s, aber auch F´s und G´s).

Schau doch mal auf die Homepage des Frances Clark Center, dort kannst du auch das digitale Abo des „Clavier Companion“ (12,99$/ Jahr) bestellen. Ich kenne kein vergleichbares Fachmagazin, das so aktuell, gut verständlich und praxisorientiert ist.  Das Englisch ist recht gut zu verstehen.

Ok, was passiert nun vor dem Unterricht?

Die vorbereitete, doppelte Übe-Liste

Die Übe-Liste wird von den Lehrern der New School während der Planung zur nächsten Stunde geschrieben. So sind die Ziele der Stunde klar und es bleibt mehr Zeit für den Unterricht.

Entweder wird die Liste in doppelter Ausführung vor der Stunde ausgedruckt oder sie wird mit Hilfe eines PC´s in der Stunde angepasst und ausgedruckt.

Ich nutze die erste Variante und lege Karbonpapier zwischen die Duplikate, alles gut befestigt auf einem Klemmbrett. Während der Stunde ergänze ich nach Bedarf meine Hausaufgaben und diese Änderungen landen durch das Karbonpapier auf meiner Kopie.

Genial, oder? Ich schreibe nur einmal, habe aber nach der Stunde das Original für den Schüler und ein Duplikat für mich.

Das Duplikat hilft mir beim Protokoll ergänzen, da steht alles drauf und es geht viel schneller. Und die nächste Übe-Liste ist auch ratzfatz fertig.

Klavier unterrichten: mit der Liste gelingt das Ueben!

Für das Schreiben einer Übe-Liste benötigst du nur drei Minuten!

Ist es dir aufgefallen? Ich nenne die Hausaufgaben lieber Übe-Liste. „Hausaufgaben“ klingen so nach Schule und Pflicht. Natürlich ist das Üben in unserem Unterricht auch Pflicht, doch es ist freiwillig und macht – wenn es gut läuft – richtig Spaß.

Warum solltest du vorher Zeit für die Übe-Liste opfern?

Du notierst die Übeanweisungen viel genauer als in der Stunde, wo Multitasking angesagt ist. Denke daran, dein Schüler übt sechs Tage lang allein. Ok, vielleicht auch weniger… aber wenn er übt, sollte er auch wissen wie.

Es ist einfach entspannter und erleichternd schon irgendwo etwas stehen zu haben. Eine Unterrichtsstunde dauert ja nicht ewig. Das Ergänzen geht super schnell.

Du hast immer ein Exemplar der letzten Übe-Liste da. Egal ob dein Schüler die mal vergessen hat, der Hund sie zerfetzt hat oder sie hinters Klavier gerutscht ist – du bist vorbereitet!

Wenn die Zeit nicht reicht, kannst du deinen Schüler bitten ein neues Stück zu Hause allein zu beginnen. Es steht bereits mit den ersten Schritten auf der Übe-Liste.

Die Übe-Liste sorgt für dein Vorwärts denken. Du hast auf der Übe-Liste quasi deine Planung stehen und möchtest sie auch umsetzten.  Dein Schüler darf in seinem Tempo Fortschritte machen, doch DU führst die Stunde. Mich motiviert die Liste ganz deutlich dazu, die Unterrichtszeit noch besser auszunutzen und damit auch mehr zu schaffen.

Hier kannst du dir zwei Versionen herunterladen:

Auf der DinA4-Seite ist außerdem noch ausreichend Platz für technische Übungen und Wiederholungsstücke. Dies sind bereits abgeschlossene Stücke, die dein Schüler gerne spielt und die seine Übezeit noch ein bisschen verlängert.

Kleiner Rückblick

Erinnerst du dich? Im ersten Teil (Evaluationen) habe ich Anselm Ernst zitiert.

Mit dem Planungskreislauf aus Evaluation, Planung, Protokoll und Übe-Liste hast du alle Ziele und die Entwicklung deines Schülers im Blick. Das ist für mich  „zielstrebiges, planmäßiges, ökonomisches, systematisches Handeln.“ (A. Ernst: Was ist guter Instrumentalunterricht, S. 22)

Und für meine Schüler nehme ich mir gerne etwas Zeit.

Hier kannst du mehr über die Hausaufgaben oder die Übe-Liste im Unterrichtsablauf lesen.

Ich bin sehr gespannt, was du nun über Unterrichtsplanung denkst. Magst du deine Gedanken vielleicht mitteilen? Für alle in den Kommentaren oder auch ganz privat an mich direkt per E-Mail? Ich würde mich freuen!

Fragen sind ebenfalls immer willkommen!

Instrumentalunterricht richtig planen – Teil 2: Planung und Protokoll

Klavier unterrichten mit dem richtigen Plan auf klavierpaedagogikentdecken.de

Ich weiß, klingt nicht so spannend…

Wie wäre es denn mit Zeit sparen?

Die Planung des Unterrichts und das Protokolle schreiben erleichtern dir deinen Alltag ungemein. Mit etwas Routine lässt sich ganz einfach der Unterricht für alle Schüler planen. An einem Tag!

Du hast in deinem Unterrichtsalltag viel mehr Ruhe, bist zufriedener und wirkst auf jeden Fall ganz schön professionell und organisiert.

Heute geht es also um die Umsetzung deiner Ziele. Die Vorbereitung der nächsten Stücke, ein bestimmtes Lernfeld einführen oder die Arbeit an Schwächen des Schülers. Falls du die Evaluationen gemacht hast, wirst du genügend Ideen haben…

Kurz zur Erinnerung:

Der Planungs-Kreislauf

  1. Evaluation: Beurteile den aktuellen Entwicklungsstand des Schülers
  2. Planung: Überlege dir Ziele und einzelne Schritte mit passenden Strategien, um diese zu erreichen.
  3. Protokoll: Notiere die folgenden Wochen die Entwicklung und Ereignisse der Stunden.
  4. Evaluation: Werte aus, ob die Ziele erreicht wurden. Formuliere einen neuen Entwicklungsstand.

Dann legen wir mal los…

Deine Unterrichtsplanung

1. Entscheide WIE du deine Planung notieren möchtest.

Handschriftlich in einem Heft, auf einem Zettel oder am PC, Planung und Protokoll zusammen oder getrennt – alles ist möglich und sehr individuell. Ich habe schon sehr viele Versionen von Protokollen und Listen probiert… Such dir das aus, was du am besten findest und entwickle nach und nach deine eigene Art der Planung.

Aktuell nutze ich Excel von Microsoft. Pro Unterrichtstag habe ich eine Datei angelegt und jeder Schüler hat darin seine eigene Tabelle. So muss ich nicht sechs Dateien pro Tag öffnen, sondern nur eine.

Hier habe ich ein Beispiel für dich:

Klavier unterrichten: wie du mit etwas Planung und einem Protokoll deine Schueler optimal foerdern kannst

So fasse ich Planung und Protokoll zusammen. Auf der linken Seite protokolliere ich die Stunden und rechts ist Platz für geplante Literatur und Ziele.

2. Plane deinen Unterricht blockweise.

Einen Block bilden die zusammenhängenden Unterrichtsstunden zwischen zwei Ferien. Jedes Schuljahr besteht aus vier Blöcken, zwischen den Sommer- und Herbstferien, zwischen den Herbst- und Weihnachtsferien, usw.

Die Unterrichtsblöcke sind unterschiedlich lang, doch das kannst du ja berücksichtigen. Die Ferien sind eine gute Zäsur und du hast Zeit zum Planen. An einem Tag kannst du schon viel schaffen und hast dann erstmal wieder lange Ruhe.

Außerdem ist es sinnvoll dir viermal im Jahr Gedanken zu machen. Planst du nur am Anfang des Schuljahres, sind deine Vorhaben früher oder später nicht mehr für den Schüler relevant. Dann hast du deine Zeit und Energie verschenkt.

3. Breche deine Ziele in einzelne Schritte herunter und überlege besonders gut wie du das Thema einführen möchtest.

Der erste Kontakt sollte für den Schüler immer positiv und machbar sein. Lieber zu einfach als zu schwer!

 

4. Notiere die nächsten Stücke und ihre Reihenfolge.

Entscheide wieder WIE du jedes Stück einführen möchtest. Die Eigenheiten des Stückes und des Schülers helfen dir. Das kann über den Rhythmus sein, über die Akkorde, den Charakter oder den Höreindruck, usw. sein.

Extra-Tipp für die Planung am PC:

Erstelle dir Literaturlisten.

Du willst ja Zeit sparen! Nimm das gleiche Dateiformat wir deine Planung hat und notiere dort die Stücke deiner Unterrichtshefte untereinander. In der Reihenfolge wie du sie für optimal findest.  Rechts neben dem Titel kannst du notieren welche Elemente zum Beispiel neu oder ungewohnt ist.

Diese Liste kopierst du dann in die jeweilige Schülerdatei und fertig.

 

Ein Protokoll – muss das wirklich sein?

Naja, es geht bestimmt auch ohne Protokoll, doch mit ist es einfach besser und professioneller.

Hast du dich schon mal gefragt, ob du genau das Gleiche nicht schon in der letzten Stunde erklärt und geübt hast? Im Protokoll kannst du nachsehen, den Schüler kurz daran erinnern und dann einen Schritt weiter gehen.

Oder kennst du diese Situation? Dein Schüler hat wieder zu wenig geübt und liefert dir eine gute Begründung. Du nickst verständnisvoll… aber Moment! Wie viele Wochen dümpelt der Unterricht schon dahin? Im Protokoll kannst du nachsehen und deutlich entschiedener auftreten – oder bei den Eltern nachfragen was los ist.

Dies hast du vielleicht auch schon mal erlebt: Es kommt die Frage auf, ob du auch genug Unterrichtsstunden gegeben hast. Manche Eltern ziehen gerne mal die von ihnen abgesagten Stunden ab. Im Protokoll kannst du nachsehen wie viele Stunden du dieses Schuljahr unterrichtet hast und aus welchen Gründen manche abgesagt wurden. Ja, das schreibe ich mir auf. Sicher ist sicher…

Habe ich dich überzeugt?

Was steht in einem Protokoll?

Oben stehen Name und Alter deines Schülers. Außerdem:

  1. Datum der Unterrichtsstunde
  2. Titel der Stücke. Dahinter notierst du, was besprochen wurde und den aktuellen Stand. Dafür kannst du Kürzel verwenden, zum Beispiel FS für Fingersatz RHY für Rhythmus oder ru Fi für runde Finger.
  3. Lerndauer in Wochen. Hinter dem Titel steht in einer Klammer die aktuelle Anzahl der Wochen. Daran lässt sich ablesen, wie lange dein Schüler für seine Stücke braucht, ob das ausgewählte Stück den richtigen Schwierigkeitsgrad hat, ob es ihm gefällt und er richtig und ausreichend übt.
  4. Anzahl der Übetage. Meine Schüler bekommen ihre Hausaufgaben jede Woche in Form einer hilfreichen Übe-Liste, als Gegenleistung bitte ich sie genau festzuhalten wann und wie oft sie geübt haben. Hier lässt sich wieder einiges ablesen – und dich vor allem reagieren, wenn es einfach zu wenig ist.
  5. Notizen zu allem was dir auffällt. Dies hilft dir bei der Vorbereitung und der Evaluation.  (Zum Beispiel schlechte Handhaltung, Schwierigkeiten bei Spielbewegungen, unsicheres Lesen etc.)

So schnell wie möglich!

Versuche möglichst viel in der Stunde zu protokollieren. Zum Beispiel wenn der Schüler gerade spielt oder am Ende der Stunde seine Sachen einpackt.

Vervollständige deine Notizen spätestens am folgenden Vormittag, sonst vergisst man einfach zu viel und nachmittags kommen ja schon die nächsten Schüler…

Eine ganz große Hilfe kann ist die vorbereitete Übe-Liste, die ich dir im nächsten Artikel vorstellen möchte.

 

Und? Was denkst du jetzt über die Unterrichtsplanung und das Protokollieren? Gar nicht so aufwändig, oder?

Instrumentalunterricht richtig planen – Teil 1: Evaluationen

Welche Ziele hast du im Klavierunterricht? Tipps zur Unterrichtplanung im Klavierunterricht auf klavierpaedagogikentdecken.de

Kennst du das auch?

Du liest ein Fachbuch und sprudelst vor Ideen. Die ein oder andere versuchst du sofort um zusetzten, doch irgendwie gerät sie doch wieder in Vergessenheit.

Oder du möchtest mehr Technik oder Improvisation in deinen Unterricht einbauen und weißt nicht wie.

Du möchtest deinen Unterricht weiterentwickeln, damit deine Schüler den bestmöglichen Unterricht erhalten.

Um die Ziele und Bedürfnisse unserer Schüler im Blick zu haben, benötigen wir Weitsicht und Überblick. Oder anders formuliert: Eine gute Unterrichtsplanung.

Ok, ganz ruhig bleiben – klicke nicht weg! Ich helfe dir!

Ich gebe zu, dass ich eine leidenschaftliche Planerin bin. Aber das musst du gar nicht sein. Was heißt denn einen Plan zu haben?

Ein Plan bedeutet, dass du  einen Überblick hast und du dir einen Weg überlegt hast.

Es bedeutet nicht, dass deine Planung in Stein gemeißelt ist!

Mit etwas Planung kannst du neue Ideen umsetzten, auf die Wünsche und Bedürfnisse deiner Schüler besser eingehen, die Qualität deines Unterrichts steigern und vor allem musst du nicht mehr auf den letzten Drücker irgendein Stück aus dem Ärmel schütteln, das alle nur so halb begeistert.

Auch wenn du zwischendurch etwas Zeit investieren musst, spart es dich eine Menge Nerven und kannst kreativ über deinen Unterricht nachdenken.

Ich möchte dich einladen über deine Unterrichtsvorbereitung nachzudenken und dir mein System als Anregung vorstellen. Darum soll es in der dreiteiligen Serie „Meine Unterrichtsplanung“ gehen.

Fachbücher inspirieren – doch dann lassen sie uns allein

Was sagt die Fachliteratur zum Thema Unterrichtsplanung?

In „Was ist guter Instrumentalunterricht?“ beschreibt Anselm Ernst das Unterrichten als „zielstrebiges, planmäßiges, ökonomisches, systematisches Handeln.“ (S. 22)  Er wünscht sich (oder fordert fast schon) die Integration von unzähligen Lernfeldern in den Unterricht, die er in zwei Komplexe einteilt.

Im ersten Komplex geht es um das aktive Musizieren, also Zusammenspiel, Werkerarbeitung, Improvisieren, Blattspiel, Spieltechnik und Komponieren. Im zweiten Komplex nennt er die ergänzenden Bereiche wie Körperschulung, Rhythmusschulung, Musiklehre, Gehörbildung, Werkanalyse und Musikgeschichte. (S.17)

Er schreibt: „Manchem mag es erscheinen, dass die zwölf Lernfelder den Unterricht mit einer erdrückenden Inhaltsfülle bedrängen. Aber bedenken wir einmal, was eine geschickte Planung immer wieder zu Wege bringt.“ (S. 18)

Richtig – beim Lesen empfinde ich diese Fülle erdrückend. Es folgen Beispiele, die alle in der Praxis stattfinden, doch nirgendswo findet sich auch das WIE.

Für mich wirft es folgende Fragen auf:

  • Wie sieht eine „geschickte Planung“ aus?
  • Wie bereite ich als Lehrer die Stunde vor?
  • Wie erarbeite ich mir als Instrumentallehrer Strategien und Methoden um  Lernfelder einzuführen und zu vermitteln?
  • Wie behalte ich all diese erstrebenswerten kurz-, mittel- und langfristigen Ziele vor Augen?

„Der virtuose Lehrer“ von Paul Harris über proaktiven Unterricht hat mich sehr fasziniert. Proaktiver Unterricht bedeutet, dass der Lehrer den Schüler an einen neuen Lerninhalt von vielen Seiten heranführt. Alle Aktivitäten fügen sich zusammen und sind für den Schüler gut durchführbar, was ihn problemlos verstehen und positive Lernerfahrungen sammeln lässt.

Das Gegenteil ist der reaktive Unterricht, hier reagiert der Lehrer erst auf die auftretenden Probleme des Schülers und korrigiert diese. Dies gibt dem Schüler immer wieder das Gefühl von Inkompetenz und sorgt für einen wenig abwechslungsreichen Unterricht.

Wenn wir mal ehrlich sind, ist dies oft in unserem Unterricht zu finden, oder?

Aber das muss ja nicht so bleiben!

Für den proaktiven Ansatz von Paul Harris muss ich aber auch erstmal wissen wo der Schüler steht und wie ich ihn unterstützen und auf neue Lerninhalte vorbereiten kann. Dies bedarf Planung und Weitsicht – welche leider wieder nicht näher beschrieben wird.

Schade, denn ansonsten ist es ein richtig tolles Buch. Absolute Leseempfehlung!

Ein System aus Evaluation, Protokoll und Block-Planung

Ok, dann müssen wir uns da wohl selber etwas überlegen. Mit meinem System möchte ich dir dafür Anregungen geben.

Ich nutze ein System, das aus Evaluation, Block-Planung und Protokoll und  besteht. Zusätzlich hilft eine detaillierte Übe-Liste dem Schüler beim häuslichen Üben.

Als Startpunkt finde ich die Evaluation sehr hilfreich. Wo steht der Schüler und  -welche Ideen und Wünsche habe ich (und er) für seinen Unterricht?

Die Block-Planung ist eine Übersicht, welche die nächsten Ziele und Stücke des Schülers enthält. (Als Block bezeichne ich die Unterrichtsstunden zwischen zwei Ferien.)

Im Protokoll notiere ich Woche für Woche was in der Stunde passiert ist und in der  folgenden Evaluation werte ich seine Fortschritte aus und plane den nächsten Unterrichtsblock.

Die Block-Planung, das Protokoll und die Übe-Liste werde ich in den nächsten Teilen von „Instrumentalunterricht richtig planen“ vorstellen.

Mit deiner Unterrichtsplanung hast du Ziele und Bedürfnisse im Klavierunterricht im Blick

Was ist eine Evaluation?

In einer Evaluation werden Projekte oder Prozesse bewertet und begutachtet. Sie wird in vielen Bereichen von Bildung, Wirtschaft, Politik, etc. genutzt.

Im Prinzip wird ein Ziel formuliert und Strategien für den Erfolg überlegt. Während des Prozesses werden Daten erhoben und anschließend ausgewertet. Wurde das gewünschte Ergebnis erreicht und wenn nicht, welche Probleme oder Fehleinschätzungen traten auf? Die Ergebnisse sorgen dann für eine Änderung oder Optimierung.

Auf die Planung im Instrumentalunterricht übertragen bedeutet es den folgenden Kreislauf:

  1. Beurteile den aktuellen Entwicklungsstand des Schülers (Evaluation)
  2. Überlege dir  Ziele  und Strategien, um diese zu erreichen (Block-Planung)
  3. Notiere die folgenden Wochen die Entwicklung und Ereignisse der Stunden (Protokoll)
  4. Werte aus, ob die Ziele erreicht wurden.
  5. Formuliere einen neuen Entwicklungsstand werden nach einer bestimmten Zeit ausgewertet (Evaluation)

Anleitung für deine erste Evaluation

Ich freue mich, dass du bis hierhin gelesen hast! Jetzt geht es richtig los!

Beginne vielleicht erstmal mit drei bis fünf Schülern und gucke wie es dir gefällt und weiterhilft. Ich empfehle Anfänger oder aktuelle Sorgenkinder zu nehmen.

Für eine regelmäßige Evaluation nutze ich die letzte Woche vor den Ferien. Der Unterrichtsblock ist dann abgeschlossen und ich habe dann mehr Zeit für die Auswertung und Unterrichtsplanung.

Keine Angst, du wirst nicht die ganzen Ferien dafür brauchen! Dein Unterrichtsalltag wird dadurch ruhiger und dein Unterricht wird immer besser.

Im Prinzip kannst du es aber jederzeit machen.

Drucke dir den Download zur Evaluation, bzw. die zweite Seite davon, so oft wie benötigt  aus  und fülle sie in der Unterrichtsstunde des Schülers oder kurz danach aus. Manches wirst du beim ersten Mal vielleicht nur schätzen können.

In der PDF-Datei findest du eine detaillierte Ausfüllhilfe als Anregung, deshalb beschränke ich mich hier nur auf die Punkte, zu denen du dir stichpunktartig Notizen machen kannst.

  1. Üben
  2. Lesen
  3. Rhythmus
  4. Haltung
  5. Technik
  6. Musikalität
  7. Anzahl der Stücke 
  8. neue Ziele/Ideen

Ziele und Ideen

Nach der Bestandsaufnahme hast du bestimmt einige Ideen, in welchen Bereichen der Schüler gefördert werden könnte.

Übertreibe es nicht und wähle nur ein bis zwei Schwerpunkte. Das wird ausreichen.  Notiere sie in der Planung für den nächsten Unterrichtsblock und treffe die notwendigen Vorbereitungen.

Je nachdem welche Ideen du hast, können ältere Schüler natürlich auch in diese Entscheidung mit einbezogen werden.

Und? Ist es so schlimm und umfangreich wie du gedacht hast? Könnte es helfen deinen Unterricht noch besser zu gestalten?

Falls du Fragen hast – ich helfe dir gerne weiter! Unter carina(at)klavierpaedagogikentdecken.de kannst du mit schreiben.

Im zweiten Teil von „Instrumentalunterricht richtig planen“ werde ich dir die Block-Planung und das Protokoll vorstellen.

Deine Probestunde – nutze diesen Moment!

Tipps für die Probestunde auf Klavierpaedagogikentdecken.de

 

Die Arbeit als Klavierlehrerin  ist für mich der schönste Job der Welt – und doch kann sie auch ermüdend und frustrierend sein!

Ich denke da an nervige Momente mit Schülereltern. Kleine Situationen mit einzelnen Schülern/Eltern, die nach und nach zu einem dicken Knoten im Bauch werden. Und dich immer wieder, auch in der Freizeit, beschäftigen.

Das hast du bestimmt schon einmal erlebt, oder?

Ganz lässt sich das nicht verhindert, wir arbeiten schließlich mit Menschen. Doch dein Verhalten in der Probestunde kann so einiges für die Zukunft beitragen.

Bisher dachte ich immer, dass das Interesse des Schülers und die Qualität meiner pädagogischen Arbeit die entscheidenden Punkte für einen erfolgreichen Klavierunterricht sind.

Doch ich habe die Feststellung gemacht, dass der Unterricht auch von einigen äußeren Faktoren gefördert oder eben gebremst wird. Damit meine ich pünktlich gezahltes Honorar, gekürzte Fingernägel, abgesagte Stunden und vieles mehr.

Es geht um ein nettes Miteinander, aber auch um deine Zufriedenheit und Motivation im Unterrichtsalltag.

Und da legst du bereits in der Probestunde den Grundstein!

Die Probestunde

In der Probestunde darf dein potentieller Schüler das Instrument ausprobieren, doch es geht auch darum, dich als Lehrerpersönlichkeit und deine Konditionen kennenzulernen.

Ein erster Austausch mit den Eltern zeigt, ob Sympathie aber auch ähnliche Vorstellungen und Ziele vorhanden sind.

Und vor allem solltest du deinen Unterrichtsvertrag und deine Regeln vorstellen.

Regeln?

Oh ja! In diesem Moment sind die Schülereltern besonders offen und aufnahmebereit. Sie sind am Ablauf interessiert und sind für deine Informationen und Tipps sehr dankbar.

Nutze diesen Moment der Offenheit!

Dies bespreche ich in der Probestunde:

Erstens den Unterrichtsvertrag und seine Besonderheiten. Gaaanz wichtig ist der Satz: „Wenn Sie die Stunde aus Krankheit oder anderen Terminen absagen, muss ich sie leider trotzdem berechnet. Wir haben einen Termin abgesprochen, den ich von meiner Seite exklusiv für ihr Kind freihalte.“

Ich hoffe natürlich, dass dies auch so in deinem Vertrag steht! Und du es auch umsetzt. Es geht hier letztendlich um deine Freizeit – die auch wichtig für deine Gesundheit und Motivation ist.

Zweitens eine Unterrichtsinformation mit Tipps und notwendigen Maßnahmen, damit deine Stunden auch gut laufen können.

Jeder hat hier andere Vorlieben und du solltest das für dich passend formulieren. Als Beispiele sind hier Tipps und Regeln für meinen Unterricht.

Nutze deinen Moment in der Probestunde und erspare dir viel Ärger auf klavierpaedagogikentdecken.de

Tipps zum Klavierstart

  • kurze Fingernägel (für die Fingerhaltung)
  • pünktlich und mit allen Noten plus Hausaufgabenheft
  • regelmäßiges Üben (mind. 4x pro Woche, am besten sofort am Tag nach der Stunde, nach Anleitung durch das Hausaufgabenheft)
  • Unterstützung der Eltern (die Eltern sind bis mind. bis zum 9. Lebensjahr im Unterricht dabei und können zu Hause helfen, generell sollten sie an das Üben erinnern, bei Schwierigkeiten ermutigen, Anteil nehmen und natürlich Gelungenes loben)
  • ausreichend Unterrichtszeit (Aufstocken von 30 auf 45 Minuten ab dem zweiten Schuljahr)
  • regelmäßiges Stimmen des Instrumentes (einmal jährlich)

Wie findest du deine Regeln und Tipps?

Ganz einfach: Was hat dich in den letzten Wochen und Monaten besonders genervt oder auch ausgebremst? Welche Schwierigkeiten treten mit Schülern oder Eltern auf?

DAS  solltest du  in der Probestunde besprechen und es gehört in deine Unterrichtsinformation.

Schriftlich wirkt besser als mündlich!

Nimm dir die Zeit, deine Punkte aufzuschreiben und überreiche sie (in aller Regel) der Mutter. Dadurch bekommen sie mehr Gewicht und die Wahrscheinlichkeit, dass sie beachtet werden, steigt!

Es wird nicht immer alles im Unterricht glatt laufen. Doch die Rahmenbedingungen  sind von vornherein bekannt und es reicht dann hoffentlich eine kleine Erinnerung. Besser, als wenn du dich immer wieder ärgerst, ohne dass der Schüler/ die Eltern überhaupt wissen was sie falsch machen.

Damit hilfst du vor allem deinen Schülern, denn sie haben von allen Seiten die bestmögliche Unterstützung verdient.

Und übrigens…

Wenn ich ganz ehrlich bin, schaue ich mir in der Probestunde vor allem die Mutter an.

Wie organisiert wirkt sie?

Hat Sie Zeit und möchte mit ihrem Kind üben oder es zumindest daran erinnern?

Welchen Erziehungsstil hat sie?

Die Mutter ist der Schlüssel. Mit dem Kind komme ich eigentlich immer klar…

 

Welche Regeln findest du für deinen Unterricht wichtig? Teile sie gerne mit uns in den Kommentaren!

Klaviernoten: Motivierende Stücke von Jennifer Eklund

Noten-Tipp für den Klavierunterricht: motivierende Popmusik von Jennifer Eklund

 

Zeitlose Popmusik – gibt es das?  Ja! Ich möchte dir heute einige schöne Stücke vorstellen, die bei meinen Schülern richtig gut ankommen.

Jennifer Eklund ist eine amerikanische Klavierpädagogin und Komponistin, die im Eigenverlag ihre Methode „Piano Pronto“, tolles Zusatzmaterial und inzwischen auch weitere Lehrer, die komponieren, veröffentlicht. Ihre Methode ist sehr beliebt und ich verwende sie inzwischen oft in meinem Unterricht. Vorletztes Jahr hat sie das Unterrichten aufgegeben und konzentriert sich ganz auf das Komponieren und ihren Verlag. Sie betreut außerdem eine große Piano Pronto Gruppe auf Facebook mit fast 2.400 Mitgliedern.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, doch ich unterrichte Popmusik genauso gerne wie klassische Musik und möchte beides auf sinnvolle Art in meinen Unterricht einbringen. Pop ist den Schülern einfach vertraut und damit erreiche ich sie.

Die Stücke von Jennifer Eklund klingen wirklich toll sind eine optimale Rhythmusschulung – spätestens dann verstehen meine Schüler  die Notwendigkeit des lauten Zählens. Außerdem mag ich selbst gern Popmusik und spiele ihre fortgeschrittenen Stücke  zwischendurch zum Einspielen oder einfach zum Entspannen.

Falls du dich bisher nicht so auf Pop einlassen konntest, wären diese Stücke eine tolle Gelegenheit.

Eklunds Kompositionen klingen vielen Schülern vertraut, denn sie verwendet bekannte Harmonien und Rhythmen. Die Stücke enthalten Rhythmus-Muster, die häufig wiederholt und damit gut verinnerlicht werden können. Da ihre Stücke nicht in den Charts sind, können sie weder „in“ noch „out“ sein und können langfristig im Unterricht eingesetzt werden.

Heute möchte ich dir also 12 Stücke aus dem Zusatzmaterial vorstellen. Die Stücke sind meistens in einem ihrer Hefte zu finden, doch du kannst sie auch einzeln kaufen. Falls du dich noch nicht an das Bestellen in Amerika ran traust, versuche es doch zuerst mit den Downloads. So musst du dir keine Gedanken über den Zoll machen und vor allem nicht warten!

Noten-Tipp für den Klavierunterricht: motivierende Popmusik von Jennifer Eklund

 

Ich habe pro Schwierigkeitsgrad vier Stücke ausgesucht, damit bekommst du schon einen guten Eindruck, doch es gibt natürlich noch viel mehr bei Jennifer zu entdecken. Übrigens gibt es viele Stücke in vereinfachter und originaler Version. Hinter der Beschreibung findet ihr einen Link zur Piano Pronto-Seite, dort kannst du dir die Noten ansehen und parallel anhören. Scrolle etwas runter, dann findest du unter der Abbildung des Covers die Aufnahme („See and listen“) und die Noten („Take a look inside“). Starte zuerst die Aufnahme, verlasse das Feld und öffne dann die Noten-Vorschau. Unter „Watch the video“ kannst du Jennifer übrigens auch in Aktion erleben.

Late Beginner – später Anfänger

Quint-Begleitung, Synkopen, Lagenwechsel

1. Someday

2. On my way

3. Hold on

4. No limits

Early Intermediate – Anfang Mittelstufe

Begleitung mit Quinten und Oktaven, Synkopen, Triolen, Übergreifen, Akzente

5. Beautiful memories

6. End Game

7. Guilty as charged

8. Oh snap!

Intermediate – Mittelstufe

punktierte Achtel, Sechzehntel, Wechsel der Tonart, Intervalle rechts, Arpeggien

9. Dreamweaver

10. New Horizons

11. Long Road Home

12. Sky´s the limit

Bestellung

Ich empfehle dir, dass du zuerst eine Single User-Version kaufst. So kannst du das Stück selber spielen und mit dem ersten Schüler testen.

Gefällt dir das Stück und möchtest du es in dein Unterrichtsrepertoire aufnehmen, dann kaufe bitte noch die Unlimited reproductions-Version. Davon kannst du so viele Drucke machen wie du möchtest.

Jennifer Eklund hat ja auch ihre Miete zu bezahlen…

Lohnt sich die Bestellung der Bücher?

Ich nutze ihre Piano Pronto-Methode gern und bestelle etwa einmal pro Jahr Nachschub. Das Porto lege ich auf alle Hefte um und je nach Dollarkurs liegen sie dann bei ca. 13,- Euro. Ein deutsches Heft ist nicht günstiger – und der Band einer Methode erst recht nicht.

Die Sammelbände bestelle ich nicht mehr, mit den Downloads kann ich gezielter die Hits auswählen.

Notenlesen üben – effektiv und motivierend

Notenlesen üben, effektiv und motivierend auf klavierpaedagogikentdecken.de

Hand aufs Herz – wie sicher sind deine Schüler im Notenlesen?

Und wann habt ihr es das letzte Mal trainiert?

Wenn ich ehrlich bin, bleiben meine schön laminierten Notenkärtchen oft unangetastet. Lieber spielen wir Stücke… Doch nach den Osterferien habe ich sie endlich herausgeholt und bemerkt, dass meine Schüler die Noten zwar erkennen, doch oft viel Zeit zum Überlegen brauchen. Viel zu viel Zeit…

Da musste eine Lösung her! Die

One Minute Challenge

Ein regelmäßiges und effektives Notenlese-Training.

Alle Informationen und Materialien findest du dazu in diesem Artikel.

Absolutes und relatives Notenlesen

Beginnen wir aber von vorn. Im Leseprozess spielen viele Dinge zusammen. Die Notenkärtchen trainieren das absolute Lesen, dies ist z.B. für das Erkennen des ersten Tons und bei Lagenwechseln hilfreich.

Doch in einem Stück stehen die Töne in Bezug zu einander, so dass nicht jeder Ton gelesen, sondern oft durch die Verbindung mit einem anderen Ton erkannt wird. Dies ist das relative oder das intervallische Lesen, das z.B. oft innerhalb einer Phrase genutzt wird.

Beide Lesevorgänge sind wichtig – im heutigen Artikel geht es um das absolute Lesen.

Das effektive Training zum sicheren Notenlesen

Wenn du diese Aktion einmal jährlich mit allen Schülern machst, profitierensie das restliche Jahr davon!

Die One Minute Challenge oder „Eine Minute Herausforderung“ ist, dass deine Schüler ihre Töne innerhalb von einer Minute benennen und am Klavier anschlagen.

Wer es dreimal schafft, hat die Challenge gewonnen und bekommt als Bestätigung eine Urkunde.

 

Die Anfänger profitieren von diesem Training, da sie den Überblick  über den immer weiter wachsenden Tonraum behalten und recht schnell ein Erfolgserlebnis haben.

Die Schüler in der Mittelstufe befinden sich in einer anderen Situation: Sie üben mehrere Wochen an ihren Stücken, also sehen sie längere Zeit keine „frischen“ Noten und einige Töne werden nach und nach vergessen. Die Notenkärtchen graben diese wieder hervor und alle Töne sind dann wieder sicher.

Unsichere Schüler, die durch den Zeitdruck völlig aus dem Konzept kommen sollten erst bei großer Sicherheit getestet oder vielleicht ganz ausgenommen werden. Auf der anderen Seite denke ich, dass sie hier im geschützten Raum ihre Belastungsfähigkeit trainieren können.

Wirklich fortgeschrittene Schüler der Oberstufe benötigen die Challenge natürlich nicht, die kennen alle Töne!

Einteilung der Stufen

Ich habe mir folgende Stufen überlegt:

  • Stufe 1: f bis g1 (mittlere C-Lage)
  • Stufe 2: c bis c2 (außerdem die „Hilfslinientöne“ d1 im Bass- und h im Violinschlüssel)
  • Stufe 3: F bis g2 (Hilfslinientöne d1 und e1 im Bass- und h und a im Violinschlüssel)
  • Stufe 4: C bis c3 (Hilfslinientöne d1, e1 und f1 im Bass- und h, a und g im Violinschlüssel, da es sehr viele Karten sind, nehme ich einige Töne aus der kleinen und eingestrichenen Oktave heraus, maximal sind es 30 Karten)

Vorbereitung

Ein paar Worte zur Organisation: Teile deine Schüler in die passende Stufe ein. Falls du unschlüssig bist, wähle besser die leichtere Stufe.

Kündige die One Minute Challenge vorab an und lasse deine Schüler zwischen den klassischen Notenkarten oder einer kostenpflichtigen App entscheiden.

Ich habe für das Üben zu Hause sowohl ein Bastelset für die Karten ( siehe unten) als auch eine Anleitung für die App vorbereitet und ausgeteilt. Die Bedienung der NoteWorks-App haben wir in der Stunde geübt.

Welche Töne abgefragt werden, markierst du dann auf einer Übersicht, die du ebenfalls austeilst.

Dann benötigst du noch ein paar Ausdrucke der Ergebniss-Tabellen, so dass jede Stufe ihre eigene hat.

One Minute Challenge in Aktion

Beginne nun am besten jede Stunde mit  den Notenlesekärtchen. Dann vergisst du es nicht – ich spreche aus Erfahrung…

Zuerst gibt es eine Aufwärmrunde, in der du noch etwas Hilfestellung geben kannst.

In der 2. Runde läuft dann die Stoppuhr mit und du hilft nicht mehr, sondern meldest dich nur, wenn der Schüler über seine Antwort nochmal nachdenken sollte.

Die erreichte Zeit trägst du dann in die entsprechende Tabelle ein. Alle Tabellen sollten für alle einsehbar sein. Meine hängen an einem Magnetboard und oft gucken die Schüler als allererstes dort nach den neuesten Ergebnissen.

Oh ja, hier entsteht ein bisschen  Konkurrenzkampf unter den Schülern. Genauso gut  fordert es aber jeden heraus, die eigene Zeit zu schlagen. Beides hilft dabei das Notenlesen auch wirklich zu üben.

Bewährt und bekannt

Diese Challenge habe ich auf dem Blogg der amerikanischen Klavierpädagogin Susan Paradis entdeckt. Die Idee ist von der ebenfalls amerikanischen Pädagogin und Autorin Jane Smisor Bastien.

Sie hat mit ihrem Mann James einige Klavierschulen und Ergänzungshefte in den 60er bis 80er Jahren herausgegeben. Ich habe bei sheetmusicplus.com die originalen „One Minute Club“ -Karten entdeckt. Hat man die Challenge gewonnen, ist man nämlich im Club!

Mein Fazit

Das Notenlesen ist es definitiv wert, immer wieder trainiert zu werden. Ich wünsche mir einfach, dass meine Schüler neue Stücke neugierig erlernen und erobern können.

Die studioweite One Minute Challenge gibt dem Notenlesen neuen Schwung!

Hier geht es zu den originalen Notenkärtchen auf der Seite von Susan Paradis. Dort findet ihr übrigens sehr viel Materialien und Spiele, schaut euch mal um.

Dazu kommen die passenden One Minute Challenge-Rückseiten (deutsch), die Bastelanleitung Notenkarten mit Stufeneinteilung und welche Töne dazu gehören, die One Minute Challenge-Tabelle und eine OMC Urkunde.

Viel Freude im Unterricht!