Wo du gute Popsongs für Klavier findest

Du suchst einfache Popsongs für deinen Klavierunterricht, damit dein Schüler wieder motiviert ist? Oder hat er sich vielleicht schon ein bestimmtes Stück gewünscht und du versuchst gerade ein vernünftiges Pop-Arrangement zu finden? Die folgenden zwei Empfehlungen werden dir helfen.

Mein erster Tipp kommt aus dem Hause Faber:

Funtime Piano Hits und Bigtime Piano Hits von Randall Faber und Jon Ophoff

Etwa seit einem Jahr nutze ich diese beiden Hefte und kann sie sehr empfehlen. Besonders als Einstieg in die Popmusik. Sie kommen richtig gut bei meinen Schülern an und ich bin auch zufrieden- besser geht’s nicht!

Die Stücke sehen vom Notenbild leicht aus (typisch amerikanische Noten), dies hilft ungemein beim Erarbeiten. Doch einmal ins Endtempo gebracht klingt es wirklich nach dem Popsong, da die Arrangements klanglich und rhythmisch sehr nah am Original liegen.

Die Länge der Stücke ist auf zwei bis drei Seiten begrenzt, so hat man alles Wichtige drin, doch spart sich weitere Strophen und Refrains.

Schön finde ich auch, dass die Arrangements beide Hände recht gleichwertig einsetzten. Manchmal hat die rechte Hand mit allerlei Akkorden und Intervallen zu kämpfen während sich die linke langweilt. Oder eben umgekehrt. Das wurde hier sehr gut gelöst.

Die Pedalisierung ist manchmal gewöhnungsbedürftig. Ich verstehe sie, doch finde sie zu kompliziert gedacht. Ein Schüler in diesem Schwierigkeitsgrad kommt besser mit einem oder zwei Pedalwechseln pro Takt klar.

Die Auswahl der Stücke ist auch gelungen. Manchmal sind verlegte Stücke schon nicht mehr aktuell. Diese sind definitiv noch am Puls der Zeit!

Die Website Fmsheetmusic.com

Dies ist quasi mein Geheimtipp, denn man stößt nicht so leicht auf diese Seite. Auf fmsheetmusic.com findest du viele aktuelle Bearbeitungen aber auch „Klassiker“ der Popmusik als Download.

Hinter fmsheetmusic.com steckt Jennifer Eklund. Ich nutze ihre Piano Pronto-Methode und Eigenkompositionen schon seit vielen Jahren. Über ihre Stücke habe ich übrigens einen meiner allerersten Artikel geschrieben. Du findest ihn hier: Motivierende Stücke von Jennifer Eklund.

Arrangieren kann sie. Vom Notenbild wirken die Stücke sehr einfach, doch ihre Bearbeitungen klingen wirklich toll und vor allem sind sie gut spielbar. Die Begleitung besteht oft aus Quinten und Sexten, bei den Fortgeschrittenen setzt sie sehr viel den Powerchord (oder auch Basisbegleitmuster nach Sandra Labsch) ein.

Wie auch auf ihrer Hauptseite pianopronto.com kann man auf fmsheetmusic.com alle Stücke gleichzeitig anhören und anschauen. Oft gibt es auch Videos, in denen Jennifer die Stücke selbst spielt. Ich finde das sehr praktisch.

Viele Popsongs sind in mehreren Schwierigkeitsstufen erhältlich. Da kannst du gut eine passende Version für deinen Schüler auswählen.

Sehr zurückhaltend ist sie mit Fingersätzen, die sind definitiv deine Aufgabe.

Nicht wundern, für den Kauf wirst du weiter nach Musicnotes.com geleitet.

Wie findest du nun das richtige Stück für deinen Schüler?

Richte dich bei der Auswahl eines Popsongs nach dem Wunsch deines Schülers. Entweder hat er schon eine Idee oder er geht in seiner Playlist auf die Suche nach Lieblingsstücken, du notierst diese und recherchierst nach passenden Arrangements.

Bei meiner Recherche beginne ich am liebsten bei fmsheetmusic.com, dann schaue ich bei nooviscore.de und zuletzt bei musicnotes.com nach etwas passendem. Über die beiden zuletzt genannten Websites habe ich in meinem Artikel Popmusik im Klavierunterricht geschrieben.

Wenn ich die Stücke nicht kenne, höre ich sie mir einmal kurz bei YouTube an und verschaffe mir einen Eindruck vom Stück. Das hilft auch, ein gutes Pop-Arrangement für Klavier zu finden.

Einem Schüler, der noch neu im Popbereich ist, kannst du die Faber-Arrangements vorspielen. Gefallen mehrere Stücke aus einem Heft, schickst du ihm einfach den Link zur Heft-Bestellung.

Eine Anmerkung noch zum Rhythmus

Popsongs sind eine tolle Spielwiese für Rhythmusschulung! Dein Schüler stößt auf Rhythmen, die er in der Klassik nicht spielen würde.

Einige Schüler zählen nicht gerne laut mit oder tun sich generell mit Rhythmus schwer. Vielleicht kannst du sie mit einem tollen Stück dazu motivieren mehr auf die Notenwerte zu achten.

Und mein absoluter „Geheimtipp“ für solche Situationen: Führe die Rhythmussprache ein – dein Schüler wird endlich verstehen! Wirklich! Wenn du keine Erfahrung damit hast, lernst du sie einfach mit deinem Schüler. Probiere das unbedingt aus. Erklärungen und Tipps findest du im Artikel: Ti und ta, warum die Rhythmussprache so hilfreich ist.

Viel Spaß!

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank Carina für die interessanten Links!
    Die werde ich bestimmt bald durchforsten. Die Faber-Zusatzhefte verwende ich auch sehr gerne, auch wenn meine Schüler noch größtenteils bei den leichteren Heften (Showtime, Chrodtime) sind, die natürlich nicht ganz so dicht an das Original kommen, aber für den Schwierigkeitsgrad richtig gut klingen. Hier nutzen meine Grundschüler auch eher die Dinesy Hefte. Die „Hits“ Reihe ist gerade wirklich ziemlich dicht am Puls der Zeit und auch Diensy hat viele neuere Filme (Vaiana, Coco) berücksichtigt. In den Popular und Jazz Reihen wird dann eher auf Klassiker des Genres gesetzt, was ich auch manchmal ganz nett finde, aber als das große Problem von solchen „Popular“ Reihen sehe: Sie veralten relativ schnell. Manche wie von Alfred Premier setzen dann auch auf so alte Klassiker, daß noch nicht mal ich geboren war als die Songs bekannt wurden… Was ich noch entdeckt habe um diese Lücken zu füllen ist von Hal Leonard die „…. (z.B. I don’t care, Me! oder Feel it still, Rewrite the stars) & More Hot Singles“ Reihe, in der immer 5 recht aktuelle Songs auf Easy Piano Level arrangiert sind, die in typischer Hal Leonard Qualität relativ gut klingen, aber vielleicht mit Wiederholungen etc. etwas zurechtgestutzt werden müsssen. Faber klingt tatsächlich noch etwas besser und ist auch pädagogisch besser einsetzbar, finde ich, aber wenn man es ganz aktuell braucht ist die Reihe zumindet sehr am Puls der US-Zeit…

    1. Liebe Nathalie,

      herzlichen Dank für deinen Kommentar! Genau, für jüngere Schüler würde ich auch eher die Disney-Hefte von Faber nutzen.

      Die Hal Leonard-Reihe kannte ich noch nicht, vielen Dank für die Ergänzung!

      Na klar, von den Popsongs halten sich die wenigsten länger und die Reihen sind schnell veraltet. Meine Schüler kennen zum Beispiel Bruno Mars gar nicht- und so lang sind seine Hits auch nicht her… Aktuell ist die Faber-Serie gut, ansonsten gibt´s ja Musicnotes und eben auch fmsheetmusic von Jennifer Eklund!

      Liebe Grüße
      Carina

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