12 erprobte Tipps und Tricks für ein sicheres Notenlesen

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Ist es sinnvoll oder stupider Drill wenn das Notenlesen mit Kärtchen geübt wird? Meiner Erfahrung nach kann es Spaß machen und effektiv sein – es kommt darauf an WIE du es machst. Die Aktion „One Minute Challenge“, die ich dir heute vorstelle, kostet nur wenige Minuten Unterrichtszeit und kitzelt den Ehrgeiz deiner Schüler.

Was genau das ist? In der One Minute Challenge (challenge = Herausforderung) zeigst du deinen Schülern eine bestimmte Auswahl an Notenkarten, die sie dann benennen und am Klavier spielen. Ziel ist es, dass sie alle Karten innerhalb einer Minute schaffen.

Wie du wahrscheinlich weißt, läuft das Notenlesen auf zwei Arten ab, das absolute Lesen benennt einen einzelnen Ton, das relative Lesen entschlüsselt die Beziehung mindestens zweier Töne. Das können Intervalle sein oder Figuren und Motive. Da beide Vorgänge sich immer wieder beim Lesen abwechseln, finde ich es wichtig, dass beide Arten des Lesens trainiert werden. Die One Minute Challenge trainiert das absolute Notenlesen.

Diese Aktion mache ich einmal im Jahr und starte damit gerade in die dritte Runde. In diesem Zusammenhang möchte ich meine besten Tipps mit dir teilen, welche dir die Vorbereitung und Durchführung von Anfang an leichter machen. Meine erste One Minute Challenge fand ich nämlich etwas anstrengend…

Aber vorher vielleicht kurz noch dazu, warum genau ich die One Minute Challenge so toll finde.

Das restliche Jahr Ruhe ist, da alle sicher Notenlesen können! Alle haben die Noten wiederholt und können sie lesen. Einmal im Jahr wird das Notensystem quasi geradegerückt, da gerade am Anfang immer wieder neue Töne hinzu kommen. Auch die auditiven Schüler, die immer Probleme mit dem Notenlesen haben, profitieren sehr davon. Das Erlernen neuer Stücke läuft schneller und unkomplizierter. Und was mir besonders am Herzen liegt:  Dadurch sind die Schüler motiviert!

Mit „alle“ meine ich alle Schüler! Jeder macht die Challenge mit, ausgenommen sind nur ganz frische Anfänger und alte Hasen, die sicher sind.

Ein bisschen Wettkampfstimmung motiviert. Durch die Zeittabellen an meiner Magnetwand wird der Ehrgeiz gekitzelt, so dass sie ihre Notenkärtchen zu Hause üben. Und wenn die Schüler sehen, dass es andere schon geschafft haben signalisiert dies, dass auch sie die Challenge schaffen können.

Ein klar definiertes Ziel erreicht wird. Das haben wir selten im Instrumentalunterricht und tut einfach mal gut. Als Anerkennung gibt es dafür eine Urkunde.

Innerhalb der Stunde bereits eine Wiederholung stattfindet. Im aktuellen Stück werden plötzlich Töne entdeckt, die eben noch Probleme gemacht haben. Außerdem zeigt sie dem Schüler, dass die Challenge wirklich relevant ist und er durch ein sicheres Notenlesen schneller vorwärtskommt.

Unterschiedliche Oktaven werden trainiert. F ist nicht gleich F, ist es das ein- oder das zweigestrichene F? Viele Stücke der fortgeschrittenen Literatur arbeiten mit Lagenwechsel und Oktavierungen, da verliert ein Schüler schnell den Überblick. Die One Minute Challenge hilft!

Interessiert? Dann auf zu den Tipps…

Tipps für deine erste One Minute Challenge

1. Notenkarten für jedes Level basteln. Drucke dir für jedes Level die Karten auf andersfarbigem Papier aus und laminiere sie. Du wirst sie immer wieder in den Händen halten. Suche die Karten zusammen, die du im Level abfragen möchtest, den Rest tust du beiseite. Wer weiß, vielleicht willst du mal etwas ändern… Wenn du immer die richtigen Karten für jedes Level griffbereit hast ersparst du dir das nervige Sortieren in der Stunde und verlierst keine Zeit.

Du findest alle Materialien für deine One Minute Challenge zum kostenlosen Download am Ende dieses Artikels!

2. Erstelle eine Übersicht welche Töne in den einzelnen Leveln abgefragt werden. Bevor du startest überlege dir, welche Noten du in welchem Level abfragen solltest. Es soll immer machbar und motivierend sein. Es werden maximal 28 Karten abgefragt, dies bedeutet pro Karte zwei Sekunden – dafür muss man echt sicher sein. Plus vier Sekunden um mal etwas länger nachzudenken. Dies bedeutet, dass nicht nur Karten dazu kommen, sondern einfache auch herausgenommen werden.

Du kannst für den Start gerne meine Einteilung testen, diese habe ich bisher zweimal geändert und angepasst. Ich denke ich habe nun die richtigen Level gefunden. Du findest die Einteilung auf meiner Downloadseite in der Bastelanleitung für die Kärtchen.

3. Schüler in Level einteilen und dir eine Tabelle zum Nachschauen erstellen. Nachdem du die Level festgelegt hast, überlegst du nun welches für jeden deiner Schüler geeignet ist. Schreibe es dir auf, damit du auf einen Blick das Level weißt, das spart Zeit und Rumgesuche. Gruppiere die Schüler nach Alphabet oder in der Reihenfolge wie sie in deinen Unterricht kommen.

4. Bei Unsicherheit das Level testen. Eventuell bist du bei dem ein oder anderen Schüler nicht sicher welches Level das richtige ist. Vielleicht findest du beim Besprechen der Ankertöne (siehe Nr. 9) schon eine Antwort, ansonsten machst du vor Beginn der Challenge einen Probedurchgang mit dem leichteren Level.

Du kannst einen Schüler aber auch während der Aktion in ein unteres Level schieben, manch ein Kind kommen mit dem Zeitdruck nicht gut klar. Versuche diesen Schüler aber in der Challenge zu lassen wenn du denkst, dass er eine positive Erfahrung machen könnte. Unser Unterricht ist ein geschützter Raum in dem es um nichts geht, vielleicht kannst du ihm helfen sich in dieser Situation mit dem aufkommenden Stress auseinander zu setzten.

5. Für jeden Schüler vor dem Unterricht ein Bastelset ausdrucken, sortieren und verteilen. Die Notenkarten haben eine Rückseite mit Lösung, ich sortiere immer die Vorder- und Rückseite als Paar und beschrifte die entsprechenden Seitenzahlen, damit beim Basteln möglichst nichts schief geht. Dies mache ich persönlich lieber vor als in der Stunde.

Die Bastelanleitung dazulegen. Auf der Rückseite befindet sich die Übersicht der Level und ihre Töne. Kreuze das entsprechende Level an, damit zu Hause die entsprechenden Notenkarten zusammengestellt und mit dem Üben begonnen werden kann.

Bei Geschwistern solltest du überlegen ob du jedem Notenkarten gibst, sie werden vermutlich nicht im gleichen Level sein. Bei zwei Kartensets muss nicht immer wieder hin- und her sortiert werden.

Ich habe es übrigens auch mit einer App (Noteworks) probiert, doch festgestellt, dass dies nicht auf gleiche Art trainiert. Es geht nicht nur um das Benennen, sondern auch um das Spielen, also die Orientierung auf der Tastatur. Außerdem werden in der App alle Töne abgefragt, die im Level vielleicht nicht vorkommen. So findet unter Umständen weniger Wiederholung der relevanten Töne statt.  Die guten alten Notenkarten funktionieren für die Challenge einfach am besten.

6. Die Eltern informieren. Deine jüngeren Schüler können noch nicht allein die Notenkarten basteln, da ist es wichtig, dass die Eltern mit im Boot sind. Außerdem ist es sehr hilfreich wenn sie während der Challenge die Karten mit ihren Kindern üben. Es geht ja um Zeit und sich selbst die Karten umdrehen und dann die Töne spielen verringert das Tempo um einiges.

7. Die Ergebnistabellen sichtbar aufhängen. Für jedes Level druckst du vorab eine Seite aus und trägst die Namen der Schüler ein. Eine geschaffte Challenge, also maximal 60 Sekunden, wird mit einem Textmarker auffällig markiert. So wird der Ehrgeiz wachgekitzelt… 

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8. Die Challenge wird Teil der Hausaufgaben. Falls du ein Hausaufgabenheft verwendest, würde ich hier sowohl das Karten basteln als auch später das Üben aufschreiben. Während der ganzen Challenge empfehle ich, dass meine Schüler wie im Unterricht mit den Notenkarten ihr Üben beginnen. Am besten jedes Üben! Ich verwende eine vorbereitete Übeliste, dort ist ganz oben die One Minute Challenge und das Level vermerkt.

9. Vor Beginn der One Minute Challenge die Ankertöne besprechen. Dabei zeigst du (je nach Level) deinem Schüler alle C´s und zusätzlich die Töne F und G. Erzähle, dass der Violinschlüssel auch G-Schlüssel genannt werden kann, da die „Schnecke“ des Schlüssels die G-Linie umkreist und markiert. Im Bass ist es das kleine F. Dazu kommen das zweigestrichene F auf der 5. Linie im Violinschlüssel und das große G auf der 1. Linie im Bass. Die Töne spiegeln sich also am mittleren C und als Bild lassen sich die Ankertöne gut einprägen.

Wenn die Ankertöne sicher sind, kann der Schüler bei Bedarf von einem Ankerton zum gesuchten Ton abzählen. Viele machen dies von den C´s, doch das Hinzufügen von F und G macht die Wege kürzer und verringert das Verzählen.

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10. Beginne jede Stunde mit der One Minute Challenge. Ich weiß nicht wie es dir geht, doch im Trubel einer Unterrichtsstunde gehen mache Dinge schnell unter. In der Challenge-Zeit beginnt einfach jede Stunde mit den Notenkärtchen, so werden sie nicht vergessen.

11. Zwei Runden sind sinnvoll. Zuerst gibt es eine Aufwärmrunde in der du noch hilfst und erklärst. In der Challengerunde auf Zeit meldest du nur, wenn der Schüler einen Fehler machst.

12. Setze dir einen Start- und Endpunkt für die Challenge. Nimm dir für die erste Challenge viel Zeit und rechne mit mindestens 10-12 Wochen. Zuerst müssen die Schüler alle Noten können um sie anschließend schneller und schneller zu benennen und spielen. Dazu kommen Klassenarbeiten oder eine Erkältung… es dauert einfach etwas aber irgendwann sollte Ende sein.

Die erste One Minute Challenge braucht vor allem deine Überzeugung, dass es eine sinnvolle Aktion ist. Dazu etwas Geduld und Hartnäckigkeit. Wenn die Schüler erst einmal damit vertraut sind läuft die nächste Challenge schon viel einfacher.

Ende der One Minute Challenge

Die Challenge ist dann geschafft, wenn der Schüler seine Notenkarten dreimal in 60 Sekunden benannt und gespielt hat. Wenn möglich mit der entsprechenden Hand, das finde ich besonders bei den Hilfslinientönen wichtig.  Er bekommt eine Urkunde und hat die Challenge beendet.

Wenn ein Schüler am Ende der Aktion sein Level nicht geschafft hat, liegt es vor allem daran, dass der Schüler nicht genug die Kärtchen geübt hat. Aus welchen Gründen auch immer. Doch trotzdem hat er sich einige Wochen mit dem Notenlesen auseinandergesetzt, davon kann er nur profitieren! Im folgenden Jahr bekommt er einen neuen Versuch im gleichen Level und wird es dann bestimmt schaffen.

Materialien: Hier geht es zu den originalen Notenkärtchen auf der Seite von Susan Paradis. Dort findest du viele Materialien und Spiele.

Damit die Schüler zu Hause gut üben und sich überprüfen können habe ich passende Rückseiten für die Kärtchen erstellt. Hier kannst du die Bastelanleitung für die Notenkarten mit der Einteilung der Level und Tönen herunterladen. Außerdem für deinen Unterricht: die One Minute Challenge-Tabelle und eine Vorlage für die OMC Urkunde.

Übrigens handelte mein allererster Artikel hier auf dem Blog von dieser Challenge, vielleicht magst du ihn lesen und ein paar Hintergründe zu erfahren.

Könntest du dir vorstellen die One Minute Challenge mit deinen Schülern zu machen?  Ich würde mich sehr freuen mal von deinen Erfahrungen zu hören! Falls du noch Fragen hast, darfst du dich jederzeit bei mir melden.

Wie deine Schüler superschnell und motiviert ihr neues Stück lernen

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Als Schülerin musste ich die Stimmen jeder Hand perfekt beherrschen bevor ich beide Hände zusammenspielen durfte. Mich hat diese Methode unglaublich ausgebremst, zuerst fand ich es sehr langweilig so lange einzeln zu üben und habe für das Lernen ewig gebraucht. Später, als ich es dann endlich kombinieren durfte, war ich richtig deprimiert, da meine Finger plötzlich nicht mehr wussten  was sie tun sollten und ich eigentlich wieder ganz von vorne anfing.

Heute weiß ich, dass dieser Weg totaler Quatsch ist und es nichts bringt, wenn die einzelnen Hände bis zur Perfektion geübt werden. Für das Gehirn sind es völlig andere Informationen ob die Hände einzeln oder zusammen spielen.

Abgesehen davon – es macht wenig Spaß immer nur die Hälfte der Musik zu hören, das motiviert nicht.

Bei manchen Stücken kann sofort zusammengespielt werden, doch bei anderen ist ein Schüler ganz klar überfordert. Das ist nicht das Gefühl, dass wir im Unterricht erzeugen wollen.

Also doch länger einzeln üben?

Im heutigen Artikel geht es darum, wie du diese beiden Etappen des Übens motivierend und erfolgreich kombinieren kannst. Dein Schüler wird sein Stück sehr schnell lernen, da er früh die nötige Koordination aufbaut und die ganze Komposition hören kann.

Die Lösung:

Das Üben von zwei Seiten

Die Strategie „Üben von zwei Seiten“ bedeutet, dass dein Schüler sein neues Stück mit beiden Händen einzeln UND zusammenspielt. Damit gehört er in die zweite Phase des Lernens, dazu mehr in diesem Artikel.

Spielt er jede Hand einzeln, die erste „Seite“, dann sichert er Töne, Rhythmus und Fingersatz ab. Auf der anderen „Seite“, dem Zusammenspiel, baut er gleichzeitig schon die Koordination beider Hände auf und hat einen ersten Höreindruck von seinem neuen Stück.

Beide „Seiten“ haben also unterschiedliche Fokussierungen. Durch die Konzentration auf jeweils ein Ziel wachsen die Fähigkeiten (oder Seiten) schneller zusammen als wenn dein Schüler lange einzeln üben würde. Durch die zügigen Fortschritte und das Hören des kompletten Stückes ist diese Strategie  sehr motivierend.

Der grobe Zeitablauf:

1. Woche: jede Hand einzeln

2. Woche: von beiden Seiten üben

3. Woche: Hände zusammen

Das kommt auf den Schüler an, oft ist das Üben von zwei Seiten auch schon in der ersten Woche möglich.

Es gibt zwei denkbare Varianten, die für unterschiedliche Ziele hilfreich sind. Je nachdem wie gut dein Schüler seine Stimmen beherrscht, wählst du die passende aus. Ich beziehe auch gern meinen Schüler ein und frage ihn wie er das Stück üben möchte.

Noch recht wackelig: 2x rechts, 2x links, 1x zusammen

Ist der Schüler wackelig, doch hat er im Prinzip die Stimmen beider Hände verstanden empfehle ich „2x rechte Hand, 2x linke Hand und 1x beide Hände zusammen“. Einfach noch eine Runde sicherer werden, doch schon etwas mehr von der Musik schnuppern.

Absichern und/oder Details üben: 1x rechts, 1x links, 2x zusammen

Laufen die Hände einzeln gut, doch er könnte hier und da noch sicherer werden, kannst du ihm „1x jede Hand und 2x zusammen“ aufgeben. Er soll sich nicht langweilen, aber Unsicherheiten und Fehler ausbügeln.

Diese Variante hilft auch wunderbar um ein bestimmtes Detail, zum Beispiel eine Spielbewegung, die Dynamik oder Betonungen zu üben.

Wie war das bei dir?

Ich finde es im Rückblick erstaunlich, dass ich das als Schülerin so mitgemacht habe. Ich wusste ja was kommt und hätte das Spielen mit beiden Händen einfach heimlich probieren können. Von Typ war ich das wohl nicht. Wie war es früher bei dir im Unterricht – wie schnell durftest du beide Hände kombinieren? Und hast du dich an die Übeanweisungen deines Lehrers gehalten? Bitte sag mir, dass nicht nur ich so lammfromm war… 😉

Dieser Artikel ist Teil der „Clever Üben“-Serie. Hier erfährst du mehr darüber, außerdem gehören die Artikel über das Rhythmus Klopfen und die unterschiedlichen Übephasen eines Stückes.

8 schöne und einfache Pedalstücke, die du bestimmt noch nicht kennst

8 wunderschöne Pedalstücke für den Klavierunterricht, Klavierblog, Carina Busch

Auf der Suche nach neuen Stücken? Diese acht Pedalstücke für die frühe Mittelstufe sind aus meinem Unterricht und den Schülerkonzerten nicht mehr wegzudenken. Alles Stücke, die dem Schüler Spaß machen und ihn besser wirken lassen, als er eigentlich spielen kann.

Ich stelle sie dir alle einzeln vor, verrate wo du diese Stücke bestellen kannst und am Ende des Artikels findest du einen Link zu einer YouTube-Playlist mit allen Stücken um Anhören. Damit du besser Nachschlagen kannst, gibt es außerdem eine Übersicht zum Ausdrucken.  

Entwicklungssstufen

Bevor ich starte eine kurze Erklärung, was ich unter „Mittelstufe“ verstehe:

Alles nach den Klavierschulen und Anfängerheften und

alles vor den echten Klassikern wie Chopin Walzer und Bach Inventionen.

Die Entwicklungsstufe deckt also einen großen Literaturbereich ab und ist deshalb in frühe Mittelstufe, Mittelstufe und späte Mittelstufe eingeteilt.

Bitte beachten: Dies hat nichts mit der Einteilung in Unter-, Mittel- und Oberstufe des VdM (Verband deutscher Musikschulen) zu tun, allein der Begriff „Mittelstufe“ ist gleich.  

8 schöne, aber einfache Pedalstücke für die frühe Mittelstufe

Ich stelle einzelne Stücke vor, oft ist aber auch das ganze Heft oder die ganze Reihe empfehlenswert. Als Bezugsort gebe ich den Shop an, über den ich bestellt habe. Möglicherweise findest du eine Alternative, z.B. bei deinem Lieblingshändler.  

Mit „Einzelausgabe“ meine ich ein Stück, dass gedruckt ist und oft aus einer dickeren Doppelseite plus einem weiteren Blatt besteht. Dies ist kein Download! Falls du noch nie in den USA Noten gekauft hast, wird dir dieser Artikel von Sandra Labsch bestimmt weiterhelfen. Er ist etwas älter, doch es wird sich nicht viel geändert haben.

Nachdem wir das geklärt haben, können wir uns endlich die Stücke ansehen!

8 schöne Pedalstücke für den Klavierunterricht, Klavierblog, Carina Busch

1. Blue Waters von Herman Beeftink (1 Seite, 4-6 Takte pro Reihe)

aus Fun to play New Age, Book 1, bestellbar bei Amazon.de

2/2-Takt in a-moll. Flowing. ABA-Form. So einfach und doch so wirkungsvoll. Links ein Ostinato aus drei Tönen. Die rechte Hand spielt eine Mischung aus gebrochenen Dreiklangsumkehrungen und Tonschritten. Wenige wiederkehrende Lagenwechsel. Einfacher Rhythmus, maximal Viertelnoten. Gut zu lesen.

2. The Comets Tale von Melody Bober (4 Seiten, 2-3 Takte pro Reihe)

Einzelausgabe über sheetmusicplus.com

4/4-Takt, a-moll. Dreamily. Liedform, mit Text über den Kometen. Das Vor- und Zwischenspiel wird in unterschiedlichen Oktaven gespielt und klingt nach einem funkelnden, abwärts fliegenden Kometen im All. Strophe und Refrain sind gut lesbar und haben einen Rhythmus aus Viertel- und Achtelnoten. Die linke Hand unterstützt durch langsame Intervallbegleitung, nicht über eine Quinte hinaus.

3. Remember last summer von Timothy Brown (3 Seiten, 4 Takte pro Reihe)

aus Bravissimo!, Book 2, bestellbar bei pianodidact.de

4/4-Takt in C-Dur. With confidence. ABA-Form. Lässt sich dynamisch schön gestalten. Ritardando und a tempo. Einfacher Rhythmus, maximal Viertelnoten. Die linke Hand spielt überwiegend Ganze Noten, wechselt aber durchgehend die Lage.

8 wunderschöne Pedalstücke für den Klavierunterricht, Klavierblog, Carina Busch

4. White Stallion von Timothy Brown (3 Seiten, 4 Takte pro Reihe)

aus Bravissimo!, Book 2, bestellbar bei pianodidact.de

¾-Takt in a-moll. Roaming free. Funktioniert in unterschiedlichen Tempi. Toller Mittelteil mit sich verschiebenden Septklängen. Führungswechsel, Oktavierungen und Übergreifen. Grundrhythmus besteht aus einer Halben Note und einer Viertelnote. Gut lesbar, einige Lagenwechsel. Die Begleitung der linken Hand besteht größtenteils aus Quinten. Die Melodie rechts verläuft schrittweise. Wunderschön und stimmungsvoll!

5. Evening Tide von Jon George (2 Seiten, 4 Takte pro Reihe)

Aus Kaleidoscope Solos Book 2, bestellbar bei sheetmusicplus.com

2/4-Takt in a-moll. Flowing. Tolles Stück zum auswendig lernen! Beide Hände greifen übereinander und spielen viele gebrochene Quinten. Das ganze Stück fließt in Achtelnoten bis zum Ende durch. Viele Oktavierungen, die gut lesbar sind und ohne Oktavierungszeichen auskommen. Beide Hände erzeugen einen Klangteppich, dazwischen spielt die rechte Hand eine zauberhafte kleine Melodie, fast nur in Tonschritten.

6. Mashed Potato Clouds von Diane Hidy (2 Seiten, 5-6 Takte pro Reihe)

aus Attention Grabbers, Book 2, bestellbar bei Amazon.

4/4-Takt in F-Dur. Moving along, like a happy dream. Der Grundrhythmus besteht aus Achtel- und Viertelnoten. Träumerisch klingt es durch die hellen Glockentöne, welche die linke Hand regelmäßig durch Übergreifen anschlägt. Der Melodieverlauf ist überwiegend schrittweise. Die linke Hand begleitet durch Terzen, Quinten und Dreiklänge. Immer in ganzen Noten. Der B-Teil ist etwas schwerer.

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7. Castle Days von Kathleen Massoud (3 Seiten, 2 Takte pro Reihe)

Einzelausgabe über sheetmusicplus.com

4/4-Takt in e-moll, Allegretto. ABA-Form. Die linke Hand spielt gebrochene Quinten, quasi als Ostinato. Die Melodie der rechten Hand beginnt mit einem Quintsprung, doch verläuft sonst in Tonschritten und -sprüngen. Viele Achtelnoten in der rechten Hand. Der B-Teil ist sehr interessant und herausfordernd, es gilt in einer Tremolo-Bewegung eine kleine Melodie herauszuarbeiten. Der 5. Finger spielt den gleichbleibenden, unbetonten „Zwischenton“. Die Melodien werden eine Oktave höher wiederholt.

8. Medieval Festival von Martha Mier (2 Seiten, 4-6 Takte pro Reihe)

Aus Romantic Sketches Book 1, über Amazon.de

¾-Takt, d-moll. Moderately, fast and smooth. Das Stück lebt von Bordunquinten, Oktavierungen und dem beschwingten ¾-Takt. Der Rhythmus ist einfach in Vierteln und punktierten halbe Noten gehalten. Die Notation ist gut lesbar. Die linke Hand bewegt sich in Quinten schrittweise auf- und abwärts. Das Stück lässt sich schön dynamisch aufbauen. Ritardando und a tempo.

YouTube-Playlist

Hier kommst du zu einer YouTube-Playlist mit allen Stücken. Auch wenn ich viele Stücke nur mäßig interpretiert finde, gewinnst du einen Eindruck. Außerdem kannst du dir die Übersicht mit meinen Kommentaren der Stücke herunterladen und ausdrucken.

Und? Kanntest du eines der Stücke? Ich hoffe, dass ich dir nicht zu viel versprochen habe…

Ich bin neugierig: Gibt es ein Stück, dass dir gut gefallen hat und das du schon für deinen Unterricht ausgesucht hast? Teile es doch in den Kommentaren!

Viel Spaß mit den neuen Stücken!

8 Tipps für eine schöne Fingerhaltung

Klavier unterrichten, die richtige Fingerhaltung und Klaviertechnik auf klavierpaedagogikentdecken.de

Wie oft bist du schon verzweifelt, wenn deine Schüler mal wieder die „runden“ Finger vergessen?

Ich habe hier meine besten Tipps für dich zusammengetragen.

Die Finger verbinden uns mit dem Klavier und sind für ein musikalisches Spiel sehr, sehr wichtig.Deshalb sollte das früher oder später einfach gut werden!

Durch eine schöne Fingerhaltung haben unsere Schüler die Chance gut Klavierspielen zu können.

  1. Aktiviere das Fingerbewusstsein: Jeder Finger ist anders

Frage deinen Schüler in der Probestunde ob er die Namen seiner Finger kennt. Das wissen die Kinder und freuen sich, dass sie etwas können. Mütter sind natürlich jedes Mal peinlich berührt, wenn ihr Kind „Stinkefinger“ sagt. Hi hi…

Weiß dein Schüler auch welcher Finger der stärkste ist? Oder der schwächste? Welcher ist der längste?

Damit kannst du ein Bewusstsein für jeden einzelnen Finger aufbauen und nun auch den Fingersatz einführen.

Viele, viele Stunden später erinnere ich zum Beispiel bei einem Dreiklang daran, dass hier der stärkste, der längste und der kleinste Finger zusammenspielen. Und dass dies etwas Übung und Aufmerksamkeit bedarf.

  1. Von Anfang an – erkläre die Fingerhaltung bereits in der Probestunde

Alles ist in der Probestunde neu und sie soll vor allem Lust auf mehr machen. Doch damit dein neuer Schüler auch einen vollständigen Eindruck vom Klavierspielen bekommen kann, solltest du die Fingerhaltung nicht auslassen.

Gerne lasse ich meinen Schüler Cluster auf den schwarzen Tasten spielen. Auf diese Weise wird die Tastatur und das ganze Klangspektrum erfahren und der Schüler kann ein Gefühl für das Instrument und die eigenen Finger entwickeln.

Ich erkläre die optimale Fingerhaltung und wir probieren es aus. Auch wenn es oft noch nicht gelingt -der Grundstein ist gelegt. Wenn dein potenzieller Schüler sich dann für das Klavierspielen entscheidet, weiß er was auf ihn zukommt und du hast gesehen, welche Finger zu bändigen sind.

Nachträglich die Fingerhaltung zu korrigieren ist eine echte Qual.

Egal ob nach einigen Wochen, Monaten oder Jahren – da eine Gewohnheit zu verändern ist sehr, sehr schwer. Wenn du schon mal einen Schüler mit schlechter Haltung übernommen hast, kennst du diese Problematik bestimmt.

  1. Erkläre die Fingerhaltung anhand eines Bildes: Die Römische Rundbogenbrücke

Je besser du die Fingerhaltung erklärst, desto eher haben es deine Schüler verstanden.

„Kennst du die Römer?“ frage ich. Ich erkläre, dass sie sehr klug waren und tolle Sachen erfunden haben. Unter anderem die Rundbogenbrücke. Die Römer wussten, dass ein Halbkreis sehr stabil ist. Ich runde dann einen Finger, schlage damit eine Taste an und lege einen Stift längs darüber, um Brücke und Straße darzustellen. So bekommt mein Schüler ein genaues Bild.

Das hier kannst du ebenfalls zeigen:

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  1. Beginne jede Stunde mit der richtigen Sitzhaltung

Die ganze Körperhaltung ist wichtig.  Wenn der Körper aufrecht ist und Schultern, Arme und Hände locker schwingen, dann können die runden Finger auch differenziert spielen.

Ist irgendwo eine Fehlhaltung, die blockiert, wird ein freies Spiel unmöglich und technische Probleme sind vor programmiert. Auch wenn es natürlich erst viel später um diese Feinheiten geht…

Die richtige Sitzhaltung gehört deshalb auch in die Probestunde. Nachdem sich dein Schüler gesetzt hat, erklärst du die aufrechte Haltung, die richtige Sitzhöhe und angemessene Entfernung. Schüler und Eltern sollten genau Bescheid wissen.

Bei kleinen Kindern kommen noch ein oder mehrere stapelbare Fußhocker dazu. Damit sitzen sie gerade und stabil.

Übrigens:

JEDE meiner Stunden beginnt mit Suche nach der richtigen Sitzhaltung.

Dabei bitte ich meinen Schüler, seine Sitzhöhe und die Entfernung zum Klavier zu prüfen.

Früher habe ich dies bei der Begrüßung immer selber erledigt. Doch so bekommen die Schüler kein eigenes Gefühl dafür und spielen zu Hause in irgendeiner Haltung. Sie wachsen noch und sollten deshalb selbständig die Sitzhöhe und Co anpassen können.

  1. Achte von Anfang an auf möglichst viel Entspannung in den Händen.

Eine entspannte, lockere Haltung ist natürlich auch in den Händen und Fingern wichtig.

Wenn der Schüler zu Beginn des Unterrichts nur mit einem Finger spielt, werden die anderen Finger gern in der Hand versteckt. Hier baut sich unnötige Spannung auf, die schnell bis in die Schultern hinein ziehen kann.

Achte darauf, dass dein Schüler seine Finger beim Spielen alle sehen kann. Ich sage dazu immer „alle Finger gucken zu“, auch wenn nur einer von ihnen spielt. Die anderen Finger wollen ja auch wissen wie es geht… 😉

Beobachte auch ob und welche Finger sich in die Luft strecken, dies ist auch ein Zeichen von Anspannung.

Mache deinen Schüler darauf aufmerksam und probiert aus zu welchem Zeitpunkt sich der Finger hebt. Es dauert natürlich, bis dass er ein Gefühl für die Entspannung entwickelt hat. Pikst der Finger wiederholt in die Luft, erinnere ich oft ohne Worte. Ich streiche dann sanft über den angespannten Finger.

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  1. Starte mit dem 3. Finger

Viele Klaviermethoden gehen vom Daumen aus, doch ich halte ihn für den schwierigsten Finger. Er befindet sich an der Handseite, ist sehr stark und benötigt damit eine etwas andere Haltung als die anderen Finger. Stimmt sie nicht, ist er oft die Ursache für eine verspannte Fingerhaltung und vor allem für ein Verschieben der gesamten Handhaltung.

Da sich der 3. Finger in der Handmitte befindet, ist dies der optimale Finger zum Beginnen. Er ist lang, doch kann sich gut runden und die Hand bleibt gut in der gewünschten Position, da sie eine gewisse Stabilität hat. So lässt sich ein Gefühl für den Anschlag entwickeln.

Das mittlere C muss nicht zwingend mit dem Daumen gespielt werden!

Bei den ersten Stücken kommen so wenige Töne vor, dass sich der Fingersatz ganz einfach verändern lässt. Ich beginne mit dem 3. Finger auf C, anschließend spielt der 2. Finger C wenn H und D dazu kommen. Dann kommt der 4. Finger dazu.

Erst wenn der Schüler in jeder Hand drei Töne spielt, führe ich den Daumen und den 5. Finger ein.

  1. Nutze kleine Fingerübungen

Technik und Rhythmus behandle ich gerne getrennt von den eigentlichen Stücken. So liegt der Fokus immer auf einer speziellen Sache und der Schüler wird nicht überfordert und sieht schnell einen Erfolg.

Unsere Schüler sind oft mit den Herausforderungen ihrer Stücke beschäftigt, da können sie nur wenig an ihre Haltung denken.

Ich setzte oft kleine Übungen, die Spielbewegungen und Fingerhaltung behandeln, an den Beginn der Stunde. Das sind zum Beispiel im Anfängerstadium kleine Finger-Minis, die nur als Fingersatz notiert sind.

Beginnt ein Schüler mit beiden Händen zusammen zu spielen, bekommt er Übungen zur Koordination. Später lernt er dann unterschiedliche Fünf-Fingerpositionen kennen.

Die Übungen sind viel schneller zu lernen als ein Stück, sie werden auswendig gespielt und so hat der Schüler ausreichend Zeit sich um seine Haltung zu kümmern.

Als Anregung kann ich dir die Reihe „Dozen an Day“ von Edna Mae Burnam empfehlen, sie gibt es jetzt auch auf Deutsch: „Ein Dutzend am Tag“.

  1. Gebe nicht auf! Dran bleiben! Und nerven!

Es gibt starke, kompakte, schwache und feingliedrige Finger. Manche stehen von Anfang an, andere müssen immer wieder bewusst aktiviert werden.

Es gibt Finger, die nicht ideal dafür sind, doch auch sie können sich so gut wie möglich aufstellen, damit ein bewusster und differenzierter Anschlag möglich ist.

Unterbreche deinen Schüler jedes Mal, wenn er ohne eine schöne Haltung losspielt.

Jedes Mal!

Er merkt es selber nicht und ist mit dem Stück beschäftigt. Es ist nicht böswillig gemeint. Und von dir auch nicht, wenn du ihn zu Beginn eventuell sogar mehrmals abwürgst.

Die Gewohnheit mit richtiger Fingerhaltung zu spielen kann sich nur einstellen, wenn er es auch tut. Die Macht der Wiederholung.

Manchmal bedarf es aber auch nur einer kleinen Erinnerung. Dann berühre ich den entsprechenden Finger und in der Regel reagiert der Schüler sofort mit einer Korrektur.

Es ist viel woran er denken soll, aber mit deiner Hilfe kann er das schaffen!

Du wirst deine Schüler immer wieder auf die Korrektur ihrer Fingerhaltung aufmerksam machen. Bitte gib nicht auf und sei hartnäckig!

Hier alle Tipps auf einen Blick:

  1. Aktiviere das Fingerbewusstsein: Jeder Finger ist anders
  2. Von Anfang an – erkläre die Fingerhaltung bereits in der Probestunde
  3. Erkläre die Fingerhaltung anhand eines Bildes: Die Römische Rundbogenbrücke
  4. Beginne jede Stunde mit der richtigen Sitzhaltung
  5. Achte von Anfang an auf möglichst viel Entspannung in den Händen.
  6. Starte mit dem 3. Finger
  7. Nutze kleine Fingerübungen
  8. Gebe nicht auf! Dran bleiben! Und nerven!

Ich wünsche dir also einen ganz langen Atem und hoffe, dieser Artikel konnte dich neu motivieren.

Welcher Tipp hat dir am Besten gefallen? Teile dies mit uns in den Kommentaren.

 

Ziele für den Klavierunterricht – 2018

Ideen für den Klavierunterricht

Wie sieht es aus – bist Du eher spontan oder voll durchgeplant? Ich gehöre definitiv zu den Planern. Heute berichte ich, was aus meinen Zielen des letzten Jahres geworden ist und welche ich mir für 2018 vorgenommen habe.

In unserem Beruf gibt es viele tolle Ideen und sinnvolle Bereiche, doch neben Unterricht und Familienalltag bleibt wenig Zeit davon auch etwas um zu setzten. Das Auswählen und Planen von Zielen hilft mir, die Zeit die ich habe auch sinnvoll zu nutzen. Ich möchte einen sehr guten Klavierunterricht anbieten und meine Schüler begeistern und motivieren, dazu gehört für mich Reflektion und Weiterbildung.

Rückblick auf 2017

Im Mai bin ich Mama geworden und habe bis September eine Babypause gemacht. In dieser Zeit haben einige Schüler Hausaufgaben bearbeitet, andere haben pausiert. Die einen sollten möglichst gut alleine klarkommen und die anderen wenig Verlust haben, deshalb drehten sich meine Ziele vor allem um grundsätzliche Fähigkeiten.

  1. Gutes Training in Rhythmus und Notenlesen

Die „One Minute Challenge“ hat allen Schülern sehr gut getan. Selbst nach fünfmonatiger Pause war das Notenlesen aller Schüler noch sicher! Als rhythmische Übungen habe ich Rhythm Menagerie von Wendy Stevens verwendet und die Stücke Klopfen lassen. Auch am laut Zählen ist keiner vorbeigekommen. Das hat super funktioniert.

  1. Selbständiges Üben

Ich habe zwei Kurse zu diesem Thema angeboten. Dort habe ich meinen Schülern ein System vorgestellt, mit dem sie zuerst die Phase ihres Stückes beurteilen und anschließend die passende Übe-Strategie für ihre Situation auswählen können. Ich bin mit dem Üben meiner Schüler sehr zufrieden. Aus dieser Strategie-Sammlung ist übrigens die Clever Üben-Serie entstanden.

  1. Mehr Fragen stellen

Ich wollte meine Schüler zum Mitdenken und zu mehr Selbständigkeit anregen. Am Anfang fand ich es komisch und hölzern vermehrt Fragen zu stellen. Auch die Schüler fühlten sich unsicher und wussten nicht, was ich da eigentlich von ihnen wollte.

Mir ist außerdem aufgefallen, dass Fragen Zeit kosten. Der Schüler soll ja Gelegenheit zum Nachdenken haben und teilweise bedarf es einiger Fragen, bis das er auf die Antwort kommt. Ich achte also darauf, dass die Fragerei im Rahmen bleibt, denn ansonsten ist die Stunde um und wir haben kaum gespielt. Auch soll es nicht in ein Verhör ausarten…

Nichtsdestotrotz ist diese Zeit sehr gut genutzt, denn schnell lässt sich erkennen was der Schüler verstanden oder eben noch nicht verstanden hat. Er wird seinem Spiel gegenüber aufmerksamer, denkt mit und kann auf eigen Lösungen kommen. Damit befindet er sich auf dem Weg in die Selbständigkeit!

Unterrichtsziele für 2018

Auch in diesem Jahr wird es die One Minute Challenge wieder geben. Ich werde diese Aktion jedes Jahr machen, es ist wie ein jährlicher Fitness-Check. Alle Töne werden wiederholt und neue kommen mit jedem Level dazu.

Auch das Clever-Üben-System werden wir noch einmal besprechen. Lernen geschieht durch Wiederholung und je älter die Schüler werden desto mehr werden sie die Übe-Strategien zu schätzen wissen.

Für dieses Jahr habe ich zwei Ziele ausgesucht:

  1. MUSIK machen

Bitte nicht wundern, natürlich weiß ich, dass es im Instrumentalunterricht um Musik geht…. Doch die Gefahr besteht immer wieder, dass es mit den richtigen Tönen endet. Oder das die Stücke für mich als Lehrer wertvoll, aber nicht so spannend für den Schüler sind.

Es gibt unzählige Stücke für die Fortgeschrittenen, da fällt die Auswahl sehr schwer und als Lehrer greift man gern auf das Vertraute zurück. Doch ist das auch wirklich ein Stück, das Lust auf Üben macht? Das die Faszination für Musik nährt? Ich möchte Schülerliteratur aussuchen, die nicht nur aus didaktischer Sicht sinnvoll, sondern auch für Schülerohren ansprechend und motivierend ist. Im Prinzip suche ich „Hits“…

Um den Fokus mehr auf die Musik zu lenken, werde ich außerdem das Improvisieren nutzen. Es ist wirklich nicht schwer, dies zu unterrichten und mir gefällt richtig gut, was meine Schüler spielen. Ich möchte mir eine Auswahl an unterschiedlichen Stilen und Stimmungen zusammenstellen um eine möglichst breites Musikerlebnis zu bieten.

2. Theorie und Technik

Das zweite Ziel „Theorie und Technik“ baut die grundsätzlichen Fähigkeiten aus 2017 weiter aus. Lange habe ich diese Lernfelder vermieden, da ich nicht genau wusste wie ich es anstellen sollte. Und ob es wirklich sein muss… Doch wenn unsere Schüler mal etwas anspruchsvollere Literatur spielen sollen, sind beide Bereiche sehr wichtig. Sie fördern das Spielgefühl, das Musikverständnis und beschleunigen das Lernen. Momentan spielen schon viele Schüler Fingerübungen, Tonleitern oder Übungen des Technik Trainers von Jackie Sharp. Diesen Plan möchte ich ausbauen und verfeinern.

Nächstes Jahr werde ich an dieser Stelle von unseren Fortschritten und Erkenntnissen berichten.

Ideen für den Klavierunterricht

Was Du dieses Jahr auf Klavierpaedagogikentdecken.de lesen kannst:

Hier auf dem Blog wird es um die oben erwähnte Technik gehen. Zum Beispiel wie Du eine gute Fingerhaltung und pianistische Bewegungen einführen kannst. Ich werde beschreiben wann, wie und warum ich Fingerübungen verwende.

Schon mal mit Videokamera im Unterricht gearbeitet?  Sie kann wertvolle Erinnerungen für die Schüler schaffen, doch besonders spannend finde ich, dass Du sie wunderbar für deine Weiterentwicklung als Lehrer einsetzten kannst. Da habe ich ein paar Anregungen für Dich.

Ich möchte außerdem auf die geschäftliche Seite unseres Berufes eingehen, denn es ist nicht immer einfach mit unserer Leidenschaft Geld zu verdienen. Ich stelle eine sehr faire Abrechnung vor, die mit einem geringen Aufwand für ein höheres Jahreseinkommen sorgt. Der Frust mit Nachholstunden oder Verluste durch abgesagte Stunden sind dann übrigens Geschichte! Klingt gut, oder?

Außerdem werde ich weitere Übe-Strategien in der Clever Üben-Serie vorstellen.

In welcher Situation Du auch gerade steckst oder welche Themen unseres Berufes Dich gerade beschäftigen – ich wünsche Dir ein gutes Unterrichtsjahr und freue mich, dass Du da bist!