Wie du es schaffst, dass dein Schüler seine Unterrichtszeit verlängert

Unterrichtest du deine Schüler in 30 min Einheiten? Das mag am Anfang reichen, doch langfristig ist das zu wenig und 45 Minuten sind absolut notwendig. Doch wie schaffst du es die Unterrichtszeit zu verlängern?

Zuerst solltest du selbst davon überzeugt sein. Denke einmal an deine Unterrichtsstunden, geben dir die 30 Minuten genug Zeit alle das zu machen, was du gerne tun möchtest?

Überziehst du regelmäßig deine Stunden?

Macht dein Schüler gute Fortschritte – oder könnte er eigentlich mehr schaffen?

Fühlst du dich abends nach deinem Unterricht sehr erschöpft, da du permanent unter Zeitdruck standest?

Das alles können Anzeichen sein, dass deine Schüler zu wenig Unterrichtszeit haben.

Doch wollen Eltern mehr Geld in den Klavierunterricht ihrer Kinder investieren und die Unterrichtszeit verlängern?

Meiner Erfahrung nach ja, wenn sie wissen warum. In der Regel haben sie wenig Ahnung davon wie ein Instrument gelernt wird. Wir kennen uns damit aus, deshalb ist es unsere Aufgabe die Schülereltern aufzuklären.

Heute soll es genau darum gehen. Hier erfährst du drei Wege, wie du für mehr Unterrichtszeit mit dir „werben“ kannst.

Mit den Eltern sprechen

Naheliegend, ich weiß… Aber wie machst du das am Besten?

Die Schüler mit 30 Minuten Unterricht sind meistens jung, bei mir bedeutet das, dass die Mütter mit in der Stunde sitzen. Hier ist es leicht gegen Ende der Stunde zu erwähnen, dass die Zeit langsam knapp wird. Das wir nicht alles in der Stunde geschafft haben oder das ihr Kind locker noch ein Stück mehr üben könnte, uns aber die Zeit zum Besprechen fehlt. Und das diese Situation das Kind ausbremst.

Ich dränge nicht auf eine Entscheidung und erwähne, dass wir dies beim nächsten Stundenplanwechsel nochmal besprechen könnten.

Damit ist der Grundstein gelegt, den Müttern fällt es oft selber auf und fast immer wird dann nach den Sommerferien aufgestockt.  

Wichtig ist, dass du nicht aus Nettigkeit die Stunde überziehst. Wenn du freiwillig mehr machst, müssen die Eltern nicht aktiv werden. (Ich habe das immer wieder gemacht, da ich vor allem die Kinder im Blick hatte… Aber das ist keine die Lösung.)

Siehst du die Eltern nicht, würde ich etwa um die Osterzeit telefonisch das Gespräch suchen und die Situation beschreiben. Bis zum Sommer und dem Stundenplanwechsel ist dann ausreichend Zeit dies zu überdenken.

Wenn ich nach den Sommerferien dann die Terminwünsche der Schüler sammle, frage ich nochmal nach und plane dann 45 Minuten für den Schüler ein.

Neue Schülern sofort 45 Minuten unterrichten

Früher war ich vorsichtig und wollte bescheiden sein. Erstmal sollte das Kind den Klavierunterricht testen. Und die Eltern wollte ich nicht mit meinem höheren Honorar verschrecken. Ich dachte zum „Schnuppern“ reichen 30 Minuten.

Wie nett von mir – doch es half dem Schüler nicht. Oft hingen die Schüler dann zwei Jahre auf dieser kurzen Stunde fest. Und das bremste sie aus!

Außerdem ist gerade am Anfang der Enthusiasmus groß. Dieser erste Schwung sollte für schnelle Fortschritte genutzt werden und dabei hilft eine längere Unterrichtszeit!

Heute orientiere ich mich bei meiner Empfehlung zur Unterrichtsdauer an dem Alter des Kindes. Ab 7 Jahren (oder ab dem 2. Schuljahr) empfehle ich von Anfang an die Stundenlänge von 45 Minuten pro Woche.

Ist das Kind bereits vor der Einschulung bei mir angefangen, stocken wir oft auch schon im 1. Schuljahr auf.

Ich habe die Situation noch nicht gehabt, doch ich würde inzwischen wohl einen neuen Schüler ablehnen wenn die Eltern nur 30 Minuten Stunden haben wollen und er z. B. in der 3. Klasse wäre. Aus Erfahrung weiß ich, dass es einfach keinen Sinn macht.

Beim Erstgespräch oder in der Probestunde darüber informieren

Ist das Kind noch jung (ich unterrichte ab 4 Jahren), erwähne ich schon in der Probestunde, dass 30 Minuten langfristig nicht reichen werden. Ich erkläre dass die Stücke schwerer werden und wir dann mehr Zeit zum Besprechen brauchen.

Auf dem Info-Blatt erwähnen

Seit einigen Jahren teile ich in der Probestunde ein Blatt mit Informationen für einen guten Start im Klavierunterricht aus. Hier kannst du mehr darüber lesen.

Darauf erwähne ich auch, dass eine ausreichende Unterrichtszeit wichtig für den Erfolg des Unterrichts ist.

Unser gemeinsames Ziel ist die lebenslange Freude am Musizieren. Damit die dafür nötigen Fähigkeiten entwickelt werden können, benötigt ihr Kind ausreichenden Unterricht. Dies können die 30 Minuten Unterricht langfristig nicht bieten, im Alter von 6 oder 7 Jahren sollte deshalb auf 45 Minuten aufgestockt werden.

Aber reicht die Konzentration?

Das ist die große Frage die sich die Eltern stellen.

Konzentration ist eine Übungssache.Gleichzeitig wird dein Schüler immer älter, beides sorgt also dafür, dass die Konzentrationsspanne immer weiter zunimmt.

Bis das es so ist, nehme ich in Kauf, dass er Schüler mal rumhampelt oder abschaltet.

Noch besser: Ich sorge für Abwechslung! Wir wechseln relativ schnell die Aktionen, sich an Stellen festbeißen bringt gar nichts.

Außerdem ist es hilfreich mal den Ort zu wechseln. Rhythmusübungen, Theoriespiele oder Malübungen können auch wunderbar auf dem Fußboden passieren.

Sei mutig!

Es gab eine Zeit, in der ich 46 Schüler pro Woche gesehen habe. Im Einzelunterricht. Alle 30 Minuten kam ein neuer Schüler und es war wie am Fließband.

Ich unterrichtete an einer privaten Musikschule in der es hieß: „Nur die Schüler, die super üben, dürfen 45 min-Einheiten haben.“ Die Schüler machten nur langsam Fortschritte und ich war oft erschöpft. Keine Ahnung wie ich das damals geschafft habe…. Ich war wohl noch jung! 😉

Vor ein paar Jahren hatte die eine Hälfte meiner Schüler 30 und die andere Hälfte 45 Minuten Einheiten. Ich konnte deutlich den Unterschied sehen. Die Schüler mit längerer Unterrichtszeit machten schneller Fortschritte und dabei waren die Stunden viel entspannter.

Ich überzog viele 30 Minuten-Stunden, da ich einfach nicht mit der Zeit auskam. Vom Gefühl konnten die Schüler mehr Input gebrauchen, also habe ich versucht soviel wie möglich in die kurze Stunde zu packen.

Der Effekt war, dass ich immer zu spät war und manchen Müttern ihr Zeitmanagement durcheinanderbrachte. (Die waren nicht happy…) Es gab keinen Tag an dem ich pünktlich Feierabend machte. Und schön war es auch nicht so unter Zeitdruck zu stehen.

Ich habe manchmal gedacht es liegt an mir, dass ich zu viel quatsche oder nicht organisiert und pünktlich genug bin. Doch das war nicht so.

Es war einfach zu wenig Zeit um das zu schaffen wozu die Schüler fähig waren.

Also informierte ich nach und nach meine Schülereltern. Alle haben die Unterrichtszeit ihrer Kinder aufgestockt.

Immer wieder habe ich darauf auch positives Feedback gehört, kein einziges Mal etwas Negatives.

Heute haben alle meine Schüler, bis auf die Kita-Kinder, 45 Minuten Unterrichtszeit. Und es ist herrlich! Wir haben neben den Stücken Zeit für Technik, Theoriespiele, Improvisation und auch mal für ein Schwätzchen. DAS ist effektiver Unterricht, der allen großen Spaß macht.

Ich konnte dir hoffentlich Mut machen, dass du für mehr Unterrichtszeit mit dir wirbst. Im Artikel findest du viele Argumente und Erklärungen, die du einsetzen kannst. Denn 30 Minuten Unterricht sind einfach zu wenig!

PS: Ich möchte noch erwähnen, dass es Lehrer gibt, die nur 45 Minuten und 60 Minuten-Einheiten anbieten. 30 Minuten kommen für sie überhaupt nicht in Frage…

Wie du online unterrichten kannst

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Ergänzt am 01.04.2020.

In diesem Artikel geht es um die Möglichkeit, wie du in bestimmten Situationen per Videokonferenz unterrichten kannst. Was du und deine Schüler dafür benötigen und wie alles ablaufen kann.

Doch zuerst vielleicht kurz zu der Frage ob es Sinn macht.

Aber sicher! Ich sehe da überhaupt kein Problem. Es gibt Kollegen, die generell Online Unterricht anbieten und in bestimmten Staaten in den USA wird bei entsprechendem Wetter regelmäßig die Möglichkeit per Video genutzt.

Die Tonqualität ist nicht die beste, doch Töne, Rhythmus, Fingerhaltung, Spielbewegungen und etwas Dynamik können wunderbar beobachtet und korrigiert werden.

Technischer Aufbau

Du und dein Schüler brauchen jeweils ein Gerät mit Kamera, je größer das Display umso besser. Das können ein Laptop, ein Tablet oder notfalls das Handy sein.

Die Geräte werden so aufgestellt, dass die Tastatur und wenn möglich der Spielende gut zu sehen ist. Je weiter weg umso leiser ist der Ton und kleiner das Bild. Das kannst du vor der Stunde ja testen und gegebenenfalls anpassen.

Zum Aufstellen können Stativ, ein Schrank oder Tisch mit Bücherstapel oder ein Notenständer genutzt werden.

Ein Drucker ist optional, falls du wie ich die Hausaufgaben vorbereitest und in der Stunde ergänzt. Ich arbeite mit einer vorbereiteten, doppelten Übeliste. Normalerweise habe ich diese ausgedruckt, im Falle des Videounterrichts schicke ich dem Schüler nach der Stunde ein PDF, dass er sich ausdrucken kann um seine Eintragungen zu machen.

Eventuell müssen auch mal Noten, Arbeitsblätter oder Übungen eingescannt und vom Schüler ausgedruckt werden. Einiges lässt sich auch abfotografieren und per WhatsApp oder ähnlichem zuschicken.

Kopfhörer können auch hilfreich sein. Meine Lautsprecher am Laptop sind nicht so laut, ich setzte deshalb teilweise Kopfhörer auf wenn mein Schüler spielt.

Welches Programm ist empfehlenswert?

Du hast Facetime (Apple) oder Scype vielleicht schon genutzt. Ich habe mich für Zoom entschieden, da die Verbindung stabiler als Scype sein soll. Und es hat nicht jeder ein Apple Gerät.

Du registrierst dich bei Zoom und kannst dann kostenlos und unbeschränkt lange Videokonferenzen veranstalten. Erst mit mehreren Teilnehmern ist die Dauer auf 40 Minuten beschränkt (in der kostenlosen Version).

Deine Schüler müssen sich nicht registrieren, je nach Gerät müssen sie vielleicht vorher die App installieren.

Eine Videokonferenz per Zoom veranstalten

Oben im Menü klickst du auf „ein Meeting veranstalten“. Anschließend auf „mit eingeschaltetem Video“, dann öffnet sich ein neues Fenster und es braucht etwas Zeit bis das sich der Konferenzraum öffnet. Dann gehst du noch einmal auf „per Computer dem Audio beitreten“ Du wirst dich dann sehen – vorausgesetzt deine Kamera ist angeschaltet.

An meinem Laptop kann ich die Kamera per Taste ausschalten und das war sie auch bei meinem ersten Zoom…

In der unteren Leiste gehst du dann auf Teilnehmer einladen und schickst den Link zu deinem Schüler. Ich mache das per E-Mail, doch es geht zum Beispiel auch über den Facebook Messenger.

Er klickt auf den Link, es klingelt in deinem Konferenzraum und dann kannst du ihn sehen. Der Ton braucht schon mal einen Moment für den Aufbau.

Bei technischen Problemen würde ich unten links überprüfen ob die Kamera und das Mikrofon eingeschaltet sind. Dies siehst du, wenn du mit der Maus darüber fährst.

Möchtest du die Stunde beenden bewege kurz die Maus, dann erscheint unten das Menü und du kannst auf unten rechts auf „Meeting beenden“ klicken.

Den ganzen Ablauf würde ich vor der ersten Stunde einmal mit einem Freund oder Familienmitglied testen, dann findest du den optimalen Weg für dich.

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Noten vorbereiten

Normalerweise bringen die Schüler ihre Noten mit, jetzt benötigst du deine eigenen. Such dir alle Hefte zusammen, die du brauchst.

Taktzahlen sind sehr hilfreich bei der Kommunikation. Falls diese nicht im Stück stehen, lass sie vom Schüler eintragen, damit ihr vernünftig über alles reden könnt und keine Missverständnisse entstehen.

Ich schreibe immer die Hausaufgaben auf während der Schüler spielt. Dies mache ich im Online Unterricht genauso und schicke dem Schüler hinterher eine PDF. Du kannst genauso gut hinterher ein Foto davon schicken.

Schüler informieren

Sobald sich abzeichnet, dass du auf Videounterricht umsteigst, informiere deine Schüler bzw. deren Eltern. Erkläre dass der Unterricht weitergeführt wird, nur eben online. Die normale Unterrichtszeit bleibt, sie müssen nur nicht fahren.

Erkläre was für Geräte sie nutzen können und dass es gut mit der Technik funktioniert und sie sich darum keine Sorgen machen müssen. Wenn die Mütter etwas unsicher sind, schaffen es vielleicht die Schüler. Sie wachsen damit auf.

Ich habe außerdem erklärt, dass die Stunden nicht unbedingt über die volle Zeit gehen kann. Die Technik benötigt ein paar Minuten bis sie sich aufbaut und die E-Mail mit dem Link muss versendet und empfangen werden.

Was ist, wenn Eltern dies nicht wollen?

Da ich Videounterricht anbiete gibt es von meiner Seite aus keinen Ausfall. Wollen die Schüler es gar nicht, gilt dies bei mir als abgesagte Stunde, die bezahlt werden muss.

Ausnahmen mache ich bei Schülern im Kindergartenalter. Ich habe da ein paar Anfänger, die einfach noch nicht weit genug sind und denen die Konzentration noch fehlt. Per Video würden sie das noch nicht schaffen. Abgesehen davon setzte ich immer wieder Material ein, dass die Schüler nicht zu Hause haben.

Diese Stunden setzte ich also aus und hoffe, dass ich sie während der Schulferien teilweise auffangen kann.

Ich werde meine neuen Unterrichtsverträge dahin ergänzen, dass der Unterricht auch per Video stattfinden kann.

Mein erster Eindruck zum Videounterricht

Ich finde es spannend und bin dankbar für die Möglichkeit den Unterricht weiterführen zu können. So habe ich keinen Verlust und die Schüler machen weiter Fortschritte.

Außerdem sehe ich sie mal an ihrem Klavier. Ist es noch gestimmt? Sitzt der Schüler in der richtigen Höhe?

Für sie ist es eine tolle Möglichkeit etwas selbständiger zu werden. Wie oft tragen wir ganz nebenbei einen Fingersatz oder Ähnliches ein? In dieser Situation übernimmt dies der Schüler.

Ich fand es schön an meinem Klavier demonstrieren und vorspielen zu können. Das passiert sonst ja oft von der Seite.

Es ist etwas anstrengend, da man genauer beobachten und zuhören muss. Es ist ungewohnt, da man die Abläufe noch nicht gewohnt ist, doch es geht.

Und auch hier wird Übung den Meister machen.

Also – traust du dich online zu unterrichten?

Onlineunterricht Klavier

Nachdem ich nun etwa 50 Stunden online unterrichtet habe, möchte ich meinen Artikel gerne um ein paar Tipps und eine weitere Möglichkeit online zu unterrichten ergänzen.

Zwei Tipps bei schlechter Tonqualität

1. Einstellungen bei Zoom überprüfen

Du kannst deine Einstellungen für Mikro und Lautsprecher bei Zoom überprüfen. Dafür startest du ein Meeting und klickst dann rechts vom Kamerasymbol auf den Pfeil. Dies findest du unten links im Meeting.

Du klickst anschließend auf Videoeinstellungen und es öffnet sich ein neues Fenster. Hier siehst du deine Einstellungen für die Kamera. Ich würde auf „HD aktivieren“ klicken und das Häkchen vor „Spiegeleffekt aktivieren“ entfernen.

Links oben findest du unter Video auch Audio. Dort kannst du Lautsprecher und Mikrophon testen und einstellen. Der Lautsprecher ist bei mir voll auf, das Mikro nur halb, da sonst mein Klavier scheppert.

Falls dein Schüler auch ein Laptop nutzt, kannst du ihn ebenfalls die Einstellungen überprüfen lassen. Bei Tablet und Smartphone kann man nur gucken, ob die Lautstärke erhöht werden kann.

2. Videos schicken

Manche Internetverbindungen sind einfach zu schlecht für eine Videokonferenz. Das Sprechen ist ok, doch das Klavier klingt furchtbar verzehrt und das Spielen kommt oft viel unrhythmischer an als es ist.

Wenn du immer raten musst ob es am Schüler oder an der Technik liegt, ist das unglaublich anstrengend und wenig sinnvoll.

Für diese Situation habe ich eine andere Lösung: Es werden Videos hin und her geschickt!

Zuerst schickt dir der Schüler Videos mit seinen Stücken. Das ist über WhatsApp sehr einfach, doch ist auch über einen Clouddienst wie Dropbox oder Google Drive möglich.

Ganz wichtig – die Videos sollten VOR seiner eigentlichen Unterrichtszeit bei dir sein.

Dann nutzt du seinen Unterrichtstermin um dir die Aufnahmen anzuhören und Notizen zu machen. Anschließend nimmst du eine Antwort auf, in der du Fehler korrigierst, Details erklärst und Stellen vorspielst. Alles das, was du auch im normalen Unterricht machen würdest.

Das Ganze nimmst du mit Zoom auf, denn dort gibt es eine Aufnahmefunktion. (Du findest sie unten in der Mitte, wenn du den Cursor bewegst.) Sobald du das Meeting beendest, braucht der PC ein paar Minuten um die Datei zu konvertieren. Dann legst du einen Ort für den Download der Aufnahme fest.

Anschließend kannst du das Video auf YouTube hochladen (ungelistet, also nicht öffentlich) und deinem Schüler den Link schicken.

Spiele in der „Stunde“ nicht zu viel vor, ein langes Video braucht dementsprechend viel Zeit zum Hochladen und eines meiner Videos war mit ca. 22 Minuten zu lang für YouTube. Ich komme meistens auf 10-12 Minuten.

Diese Möglichkeit ist auch sehr empfehlenswert, wenn der Schüler zu unruhig und unkonzentriert ist. Zwischen den Stücken kann er Pausen machen oder sich den Unterricht auch mehrmals anschauen.

Weitere Tipps zum Unterrichten

  • Vor- und Nachspielen: Diese Möglichkeit nutze ich regulär nicht so oft, doch in der Videokonferenz sitzt jeder vor einem Instrument. Dafür finde ich die Methode sehr praktisch.
  • Versuche kurze und einfache Anweisungen zu geben. Sonst schaltet der Schüler ab und es entstehen Missverständnisse. Und wiederhole nochmal den Takt oder die Reihe was er spielen soll.
  • Schreibe dir die gleichen Anmerkungen in die Noten wie du deinem Schüler aufträgst, so weißt du immer genau, was er vor sich sieht. Bei jüngeren Schülern schicke ich den Eltern schnell ein Foto von meinen Noten, so dass sie es übertragen können.
  • Bei rhythmischen Schwierigkeiten kannst du die Stelle mit der Diktierfunktion deines Smartphones aufnehmen. Zähl dich ein, damit er mitspielen kann. Und dann schickst du ihm die Aufnahme per WhatsApp auf Handy, so kann er es immer wieder hören und damit üben.
  • Mach es dir bequem! Ich habe inzwischen meinen Bürostuhl vor dem Klavier stehen. So kann ich mich auch mal anlehnen wenn ich nur zuhören muss.
  • Achte darauf, dass du nicht schreist und deine Stimme überforderst. Teste ganz bewusst ob dein Schüler dich auch mit leiser Stimme noch hören kann.
  • Steh zwischendurch mal auf. Das kannst du tun während der Schüler spielt und es wird ihn nicht irritieren. Säße er direkt neben dir wäre das anders.
  • Informiere die Eltern, dass der Onlineunterricht sehr aufwändig ist und du deshalb die Stunden um 5-10 Minuten verkürzt.  Vieles, was du sonst in der Stunde erledigst, musst du jetzt drumherum machen. Und du brauchst eine kurze Regeneration, immer auf den PC zu starren und gut zuzuhören ist anstrengend. (Das Kürzen der Stunde schaffe ich nicht immer, aber ich nutze es, wenn es passt und ich es brauche.)

Ich hoffe dies hilft dir weiter und du sammelst gute Erfahrungen mit deinem Onlineunterricht. Falls du Fragen hast, kannst du dich gerne per Kommentar oder E-Mail melden.