Für Anfänger: Improvisieren im Klavierunterricht

Improvisieren im Klavierunterricht

Das „für Anfänger“ beziehe ich hier sowohl auf den Schüler als auch auf den Lehrer. Wie du das Improvisieren im Klavierunterricht aufbauen und welche Stolpersteine du umgehen kannst erfährst du hier.

Falls du selbst bisher wenig selbst improvisiert hast: Mit meinem Artikel Mut zur Improvisation möchte ich dich ermutigen dich auf das freie Spielen am Klavier einzulassen und zuerst einmal selbst etwas Sicherheit und Erfahrung zu sammeln.

Ich habe selbst nicht gelernt wie man improvisiert, also hatte ich auch keine Idee, wie ich es in meinem Unterricht einführen konnte.

Zwischendurch war ich mal tapfer und habe mal eine Improvisation ausprobiert. Dabei habe ich dann schnell festgestellt, dass diese vermeintlich einfachen Improvisationsideen oft gar nicht so leicht für die Schüler waren.

Damit du so schnell wie möglich im Unterricht improvisieren kannst, habe ich hier meine Tipps für einen guten Start und ein paar Beispiele zusammengefasst.

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Improvisieren am Klavier – nur Mut!

Improvisieren am Klavier

Improvisieren ist ein Thema, dass jede Menge Emotionen wie Bewunderung, Panik und Unsicherheit auslösen kann. Vor allem wenn man damit keine Erfahrung im eigenen Unterricht gesammelt hast. So wie ich. Gehörst du auch dazu?

Du fühlst dich beim Improvisieren am Klavier vielleicht wackelig, doch mit diesem Artikel möchte ich dich ermutigen dich auf das freie Spielen am Klavier einzulassen. Am Ende stelle ich dir dafür kurz meine Literaturempfehlungen vor.

Je vertrauter du selbst mit dem Improvisieren bist, umso besser kannst du deine Schüler anleiten. Logisch, oder?

Und zu Beginn wirst du ähnlich wie ein Schüler denken und fühlen. Ich würde das also sogar als Vorteil sehen, dass auch du noch am Anfang stehst. Umso besser kannst du dann ermutigen und unterstützen.

Theoretisch weißt du wahrscheinlich, wie du am Klavier improvisieren kannst.

Vielleicht hast du es auch mal im Unterricht versucht? Mit welchem Ergebnis?

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Ankertöne für sicheres Notenlesen

Um das Notenlesen abzusichern und zu beschleunigen führe ich an einem gewissen Zeitpunkt die Ankertöne ein. Welche Töne das sind, warum sie den Schülern helfen, wann und wie ich sie einführe erfährst du in diesem Artikel.

Die Ankertöne bestehen aus c, f und g. Das eingestrichene g wird vom Violinschlüssel umschlossen und das kleine f markiert der Bassschlüssel. Dazu kommen noch alle C´s und die beiden „äußeren“ Linientöne, also das große G und das zweigestrichene f.

Auf der folgenden Grafik siehst du, wie die Ankertöne angeordnet sind.

Abbildung 1: alle Ankertöne

Im Englischen heißen sie „landmark notes“, also Orientierungspunkte. Der Begriff „Ankerton“ bezieht sich auf einen Anker, der das Schiff vor dem Abtreiben durch Meeresströmungen sichert. Diese Töne sichern das Lesen ab und helfen dem Schüler bei der Orientierung.

Wie oft hast du schon erlebt, dass dein Schüler das eingestrichene a vom eingestrichenen C abgezählt hat und sich vertan hat? Schon sehr oft, oder?

Es ist ein weiter Weg, dein Schüler vertut sich schnell beim Aufsagen der Tonleiter oder sein Finger verrutscht während des Abzählens der Linien und Zwischenräume.

Kennt dein Schüler nun die Ankertöne, zählt er ab dem eingestrichenen g aufwärts oder ab dem zweigestrichenen c abwärts. Fertig! Der Weg ist viel kürzer und hat den Vorteil, dass er schneller ist und weniger Fehlerpotential birgt.

Abbildung 2: kurze Wege durch Ankertöne

Ein weiterer Vorteil: Falls deinem Schüler mal ein Ankerton nicht einfällt ist der zweite nicht weit entfernt! Die Wahrscheinlichkeit ist einfach größer, dass er sich an irgendeinen Ton sicher erinnert.

Ganz spannend ist auch die symmetrische Anordnung, die vor allem visuell Lernenden hilft. Wenn du die rechte Seite mit den Notenschlüsseln nach oben oder unten drehst und dir eine Linie durch das mittlere c vorstellst, werden alle Töne vom Violinschlüssel im Bass gespiegelt.

Abbildung 3: gespiegelte Ansicht

Wann und wie können die Ankertöne eingeführt werden?

Wenn dein Schüler das erste Mal die Position seiner Hand verändert.

In meinem Unterricht ist es die rechte Hand, die in die F-Lage gelegt wird. Hier entsteht oft etwas Verwirrung, doch wenn dann das eingestrichene g und das zweigestrichene c farbig markiert werden erleichtert es deinem Schüler die Umorientierung.

Den Begriff „Ankerton“ führe ich aber noch nicht ein. Der Schüler soll sich zuerst voll auf die neue Lage konzentrieren können.

Zuvor solltest du einmal für deinen gesamten Unterricht jedem Ton eine Farbe zugeordnet haben. Eine Farbkarte zum Herunterladen und Anmalen findest du in meinem Artikel „Etwas Musiktheorie zum Auffrischen“.

Das Aufsagen der Tonleiter in beide Richtungen würde ich an dieser Stelle wiederholen.

Ein guter Zeitpunkt für die „offizielle“ Einführung ist gekommen, wenn dein Schüler alle Töne der mittleren zwei Oktaven kennt und darüber hinaus zu expandieren beginnt. Du erklärst ihm den Begriff „Ankerton“ und zeigst ihm die folgende Abbildung.

Abbildung 4: Ankertöne innerhalb der zwei Oktaven

Jetzt kann er die Ankertöne in seinem aktuellen Stück suchen und farbig markieren.

Ich setzte sehr gerne Farbe ein, doch achte darauf, dass der Schüler nicht davon abhängig wird. Das heißt wir markieren jetzt nicht alle Stücke, wahrscheinlich nur eines. Dieser Prozess passiert auch nur bei etwa drei Stücken hintereinander. Wenn er es überhaupt so lange benötigt…

Neben dem Markieren der Noten kannst du deinen Schüler auch die Übersicht aufschreiben lassen. Entweder nur die Ankertöne über zwei Oktaven oder alle Töne.

Ich nutze gern meine Tafel dafür, doch du kannst auch einfach ein Notenblatt in einen DinA4-Bilderrahmen legen oder das Blatt laminieren. In beiden Varianten kann der Schüler mit einem abwischbaren Stift schreiben.

Eine weitere Übung ist es, dass dein Schüler die Ankertöne aus einem Stapel Notenkärtchen heraussucht.

Wenn ich zwischendurch mal das Gefühl habe, dass mein Schüler etwas unsicher beim Notenlesen wird, wiederhole ich die Ankertöne.

Ebenfalls wiederhole ich sie als Vorbereitung für die One Minute Challenge.

Es ist ein tolles System um schnell und sicher den richtigen Ton zu finden.

Hast du schon einmal von Ankertönen gehört? Wie ist deine Erfahrung mit ihnen?

Welches Notenheft nach der Klavierschule?

Dein Schüler hat sich erfolgreich durch die Klavierschule gearbeitet – was nun? Es gibt eine riesige Auswahl an Literatur, welche Notenhefte motivieren zum Üben und erweitern die Fähigkeiten ohne zu überfordern?

Heute möchte ich die Hefte vorstellen, die ich sehr gerne im Grundschulalter nach der Methode einsetze. Als Hinweis: Ich nutze eine Schule so kurz wie möglich, mehr dazu erfährst du im Artikel über die beste Klavierschule der Welt.

Los geht´s mit den klassischen Stücken. Die liegen uns Lehrern natürlich sehr am Herzen, oder?

Aber mögen unsere Schüler die auch spielen?

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Etwas Musiktheorie zum Auffrischen

Du bist im Unterricht und bemerkst, dass dein Schüler eine kleine (oder größere) Wissenslücke in Musiktheorie hat. Vielleicht ist es das Notenlesen oder das Rhythmusverständnis.

Vielleicht habt ihr aber auch vor ein paar Wochen über Intervalle gesprochen und du möchtest diese nun wiederholen.

Für diese oder ähnliche Situationen findest du in diesem Artikel einige Ideen, die du mit minimalem Aufwand einsetzten kannst. Die Musiktheorie-Übungen für Notenlesen, Rhythmus oder Intervalle kannst du sowohl im Präsenz- oder auch im Onlineunterricht nutzen. Alle Ideen sind progressiv geordnet, die jeweils erste Übung ist schon mit Anfängern einsetzbar.

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Die beste Klavierschule der Welt

Die gibt es nicht! Oder doch…?

Jede Klavierschule hat ihre Schwächen. Erfahre in diesem Artikel wie du diese entdeckst und vor allem ausgleichen kannst. Damit du die beste Klavierschule der Welt für deinen Unterricht nutzen kannst.

Mit „Klavierschule“ meine ich die Methode, die du am häufigsten mit Anfängern im Grundschulalter verwendest. Natürlich gibt es auch andere Anfänger, Erwachsene zum Beispiel, die einen bestimmten Musikstil spielen möchten. Doch um die soll es hier nicht gehen.

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Anfängerunterricht am Klavier: Gute Orientierung auf der Tastatur

Anfängerunterricht am Klavier, Tastatur Orientierung

Eine gute Orientierung auf der Klaviertastatur hilft einem neuen Schüler sehr, um sich am Instrument wohl zu fühlen. Es hilft ihm später die Tonleiter sicher zu verinnerlichen und sich gut bei Oktavierungen zurecht zu finden.

Diese Idee habe ich in „Piano Safari“ von Kathrine Fisher und Julie Knerr gefunden und ich möchte dir zeigen, wie und wofür du das Dekorieren der Klaviertasten im Unterricht mit Kindern immer wieder sinnvoll einsetzten kannst.   

Eine gute Orientierung finde ich wichtig, da sich die Lesefähigkeit des Schülers nur langsam entwickelt. Durch das Dekorieren erfährt er aber, dass sich die Töne wiederholen und die entsprechenden Tasten immer gleich aussehen. Und er hört natürlich die ganze Bandbreite der Klavierklänge.

Es gibt noch einen guten Grund: Diese Aktivität ist ein echter Eisbrecher zu Beginn der ersten Unterrichtsstunden. Die Kinder vergessen ihre Scheu sehr schnell, da sie sich das Dekorieren zutrauen und Spaß daran haben.

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Wie deine Schüler effektiv Klavier üben

Üben ist so wichtig für die Motivation und den Lernerfolg unserer Schüler – in diesem Artikel möchte ich dir zeigen, wie ich ein effektives Üben bei meinen Schülern etabliere.

Warum meine Schüler gut üben? Sie haben ihre Übe-Liste! Damit bauen sie gute Gewohnheiten auf. Was diese List ist und was es eben nicht ist, kannst du hier lesen.

Für ein effektives Üben brauchen die Schüler Unterstützung – und zwar die ganze Woche!

Wir sehen unsere Schüler nur einmal pro Woche, die restlichen sechs Tage müssen sie allein klarkommen. Das heißt, nachdem wir in der Stunde über Hürden hinweggeholfen und Neues erklärt haben, findet das wirkliche Lernen zu einem großen Teil vom Schüler allein statt.

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Klaviertechnik: Eine Hand spielt lauter als die andere

Klaviertechnik: Eine Hand spielt lauter als die andere

Dein Schüler spielt dir etwas vor und plötzlich merkst du, dass es Zeit für eine wichtige Klaviertechnik ist. Du kannst die Melodie des Stückes nicht gut genug hören und du möchtest ihm zeigen wie er die Melodie laut und die Begleitung leise spielen kann.

Bei mir kommt dieser Moment oft wenn mein Schüler den Schritt von der Klaviermethode zu leichteren Originalstücken geschafft hat. Plötzlich fehlt mir die klangliche Differenzierung.

Ich nutze zwei Übungen um meinem Schüler den differenzierten Anschlag zu zeigen. Sie sind im ersten Moment nicht einfach, doch sehr wirkungsvoll und nach meiner Erfahrung reicht oft ein einziges Stück aus damit der Schüler diese Technik zu beherrschen lernt.

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Hilfreich bei der Auswahl von Stücken: YouTube-Playlists

Es ist unglaublich wie viel Zeit man als Lehrer in die Unterrichtsplanung investieren kann. Zum Beispiel in die Auswahl von Schülerrepertoire. Du fängst an zu blättern und zu spielen – und schwupps sind zwei Stunden um und für den bestimmten Schüler hast du kaum etwas gefunden.

Oder du spielst dem Schüler allerlei im Unterricht vor und so richtig begeistern tut kein Stück. Ihr seid noch auf der Suche was ihm gefällt… Kann passieren, doch die Unterrichtszeit ist weg.

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