8 Tipps für eine schöne Fingerhaltung

Klavier unterrichten, die richtige Fingerhaltung und Klaviertechnik auf klavierpaedagogikentdecken.de

Wie oft bist du schon verzweifelt, wenn deine Schüler mal wieder die „runden“ Finger vergessen?

Ich habe hier meine besten Tipps für dich zusammengetragen.

Die Finger verbinden uns mit dem Klavier und sind für ein musikalisches Spiel sehr, sehr wichtig.Deshalb sollte das früher oder später einfach gut werden!

Durch eine schöne Fingerhaltung haben unsere Schüler die Chance gut Klavierspielen zu können.

  1. Aktiviere das Fingerbewusstsein: Jeder Finger ist anders

Frage deinen Schüler in der Probestunde ob er die Namen seiner Finger kennt. Das wissen die Kinder und freuen sich, dass sie etwas können. Mütter sind natürlich jedes Mal peinlich berührt, wenn ihr Kind „Stinkefinger“ sagt. Hi hi…

Weiß dein Schüler auch welcher Finger der stärkste ist? Oder der schwächste? Welcher ist der längste?

Damit kannst du ein Bewusstsein für jeden einzelnen Finger aufbauen und nun auch den Fingersatz einführen.

Viele, viele Stunden später erinnere ich zum Beispiel bei einem Dreiklang daran, dass hier der stärkste, der längste und der kleinste Finger zusammenspielen. Und dass dies etwas Übung und Aufmerksamkeit bedarf.

  1. Von Anfang an – erkläre die Fingerhaltung bereits in der Probestunde

Alles ist in der Probestunde neu und sie soll vor allem Lust auf mehr machen. Doch damit dein neuer Schüler auch einen vollständigen Eindruck vom Klavierspielen bekommen kann, solltest du die Fingerhaltung nicht auslassen.

Gerne lasse ich meinen Schüler Cluster auf den schwarzen Tasten spielen. Auf diese Weise wird die Tastatur und das ganze Klangspektrum erfahren und der Schüler kann ein Gefühl für das Instrument und die eigenen Finger entwickeln.

Ich erkläre die optimale Fingerhaltung und wir probieren es aus. Auch wenn es oft noch nicht gelingt -der Grundstein ist gelegt. Wenn dein potenzieller Schüler sich dann für das Klavierspielen entscheidet, weiß er was auf ihn zukommt und du hast gesehen, welche Finger zu bändigen sind.

Nachträglich die Fingerhaltung zu korrigieren ist eine echte Qual.

Egal ob nach einigen Wochen, Monaten oder Jahren – da eine Gewohnheit zu verändern ist sehr, sehr schwer. Wenn du schon mal einen Schüler mit schlechter Haltung übernommen hast, kennst du diese Problematik bestimmt.

  1. Erkläre die Fingerhaltung anhand eines Bildes: Die Römische Rundbogenbrücke

Je besser du die Fingerhaltung erklärst, desto eher haben es deine Schüler verstanden.

„Kennst du die Römer?“ frage ich. Ich erkläre, dass sie sehr klug waren und tolle Sachen erfunden haben. Unter anderem die Rundbogenbrücke. Die Römer wussten, dass ein Halbkreis sehr stabil ist. Ich runde dann einen Finger, schlage damit eine Taste an und lege einen Stift längs darüber, um Brücke und Straße darzustellen. So bekommt mein Schüler ein genaues Bild.

Das hier kannst du ebenfalls zeigen:

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  1. Beginne jede Stunde mit der richtigen Sitzhaltung

Die ganze Körperhaltung ist wichtig.  Wenn der Körper aufrecht ist und Schultern, Arme und Hände locker schwingen, dann können die runden Finger auch differenziert spielen.

Ist irgendwo eine Fehlhaltung, die blockiert, wird ein freies Spiel unmöglich und technische Probleme sind vor programmiert. Auch wenn es natürlich erst viel später um diese Feinheiten geht…

Die richtige Sitzhaltung gehört deshalb auch in die Probestunde. Nachdem sich dein Schüler gesetzt hat, erklärst du die aufrechte Haltung, die richtige Sitzhöhe und angemessene Entfernung. Schüler und Eltern sollten genau Bescheid wissen.

Bei kleinen Kindern kommen noch ein oder mehrere stapelbare Fußhocker dazu. Damit sitzen sie gerade und stabil.

Übrigens:

JEDE meiner Stunden beginnt mit Suche nach der richtigen Sitzhaltung.

Dabei bitte ich meinen Schüler, seine Sitzhöhe und die Entfernung zum Klavier zu prüfen.

Früher habe ich dies bei der Begrüßung immer selber erledigt. Doch so bekommen die Schüler kein eigenes Gefühl dafür und spielen zu Hause in irgendeiner Haltung. Sie wachsen noch und sollten deshalb selbständig die Sitzhöhe und Co anpassen können.

  1. Achte von Anfang an auf möglichst viel Entspannung in den Händen.

Eine entspannte, lockere Haltung ist natürlich auch in den Händen und Fingern wichtig.

Wenn der Schüler zu Beginn des Unterrichts nur mit einem Finger spielt, werden die anderen Finger gern in der Hand versteckt. Hier baut sich unnötige Spannung auf, die schnell bis in die Schultern hinein ziehen kann.

Achte darauf, dass dein Schüler seine Finger beim Spielen alle sehen kann. Ich sage dazu immer „alle Finger gucken zu“, auch wenn nur einer von ihnen spielt. Die anderen Finger wollen ja auch wissen wie es geht… 😉

Beobachte auch ob und welche Finger sich in die Luft strecken, dies ist auch ein Zeichen von Anspannung.

Mache deinen Schüler darauf aufmerksam und probiert aus zu welchem Zeitpunkt sich der Finger hebt. Es dauert natürlich, bis dass er ein Gefühl für die Entspannung entwickelt hat. Pikst der Finger wiederholt in die Luft, erinnere ich oft ohne Worte. Ich streiche dann sanft über den angespannten Finger.

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  1. Starte mit dem 3. Finger

Viele Klaviermethoden gehen vom Daumen aus, doch ich halte ihn für den schwierigsten Finger. Er befindet sich an der Handseite, ist sehr stark und benötigt damit eine etwas andere Haltung als die anderen Finger. Stimmt sie nicht, ist er oft die Ursache für eine verspannte Fingerhaltung und vor allem für ein Verschieben der gesamten Handhaltung.

Da sich der 3. Finger in der Handmitte befindet, ist dies der optimale Finger zum Beginnen. Er ist lang, doch kann sich gut runden und die Hand bleibt gut in der gewünschten Position, da sie eine gewisse Stabilität hat. So lässt sich ein Gefühl für den Anschlag entwickeln.

Das mittlere C muss nicht zwingend mit dem Daumen gespielt werden!

Bei den ersten Stücken kommen so wenige Töne vor, dass sich der Fingersatz ganz einfach verändern lässt. Ich beginne mit dem 3. Finger auf C, anschließend spielt der 2. Finger C wenn H und D dazu kommen. Dann kommt der 4. Finger dazu.

Erst wenn der Schüler in jeder Hand drei Töne spielt, führe ich den Daumen und den 5. Finger ein.

  1. Nutze kleine Fingerübungen

Technik und Rhythmus behandle ich gerne getrennt von den eigentlichen Stücken. So liegt der Fokus immer auf einer speziellen Sache und der Schüler wird nicht überfordert und sieht schnell einen Erfolg.

Unsere Schüler sind oft mit den Herausforderungen ihrer Stücke beschäftigt, da können sie nur wenig an ihre Haltung denken.

Ich setzte oft kleine Übungen, die Spielbewegungen und Fingerhaltung behandeln, an den Beginn der Stunde. Das sind zum Beispiel im Anfängerstadium kleine Finger-Minis, die nur als Fingersatz notiert sind.

Beginnt ein Schüler mit beiden Händen zusammen zu spielen, bekommt er Übungen zur Koordination. Später lernt er dann unterschiedliche Fünf-Fingerpositionen kennen.

Die Übungen sind viel schneller zu lernen als ein Stück, sie werden auswendig gespielt und so hat der Schüler ausreichend Zeit sich um seine Haltung zu kümmern.

Als Anregung kann ich dir die Reihe „Dozen an Day“ von Edna Mae Burnam empfehlen, sie gibt es jetzt auch auf Deutsch: „Ein Dutzend am Tag“.

  1. Gebe nicht auf! Dran bleiben! Und nerven!

Es gibt starke, kompakte, schwache und feingliedrige Finger. Manche stehen von Anfang an, andere müssen immer wieder bewusst aktiviert werden.

Es gibt Finger, die nicht ideal dafür sind, doch auch sie können sich so gut wie möglich aufstellen, damit ein bewusster und differenzierter Anschlag möglich ist.

Unterbreche deinen Schüler jedes Mal, wenn er ohne eine schöne Haltung losspielt.

Jedes Mal!

Er merkt es selber nicht und ist mit dem Stück beschäftigt. Es ist nicht böswillig gemeint. Und von dir auch nicht, wenn du ihn zu Beginn eventuell sogar mehrmals abwürgst.

Die Gewohnheit mit richtiger Fingerhaltung zu spielen kann sich nur einstellen, wenn er es auch tut. Die Macht der Wiederholung.

Manchmal bedarf es aber auch nur einer kleinen Erinnerung. Dann berühre ich den entsprechenden Finger und in der Regel reagiert der Schüler sofort mit einer Korrektur.

Es ist viel woran er denken soll, aber mit deiner Hilfe kann er das schaffen!

Du wirst deine Schüler immer wieder auf die Korrektur ihrer Fingerhaltung aufmerksam machen. Bitte gib nicht auf und sei hartnäckig!

Hier alle Tipps auf einen Blick:

  1. Aktiviere das Fingerbewusstsein: Jeder Finger ist anders
  2. Von Anfang an – erkläre die Fingerhaltung bereits in der Probestunde
  3. Erkläre die Fingerhaltung anhand eines Bildes: Die Römische Rundbogenbrücke
  4. Beginne jede Stunde mit der richtigen Sitzhaltung
  5. Achte von Anfang an auf möglichst viel Entspannung in den Händen.
  6. Starte mit dem 3. Finger
  7. Nutze kleine Fingerübungen
  8. Gebe nicht auf! Dran bleiben! Und nerven!

Ich wünsche dir also einen ganz langen Atem und hoffe, dieser Artikel konnte dich neu motivieren.

Welcher Tipp hat dir am Besten gefallen? Teile dies mit uns in den Kommentaren.

 

Ziele für den Klavierunterricht – 2018

Ideen für den Klavierunterricht

Wie sieht es aus – bist Du eher spontan oder voll durchgeplant? Ich gehöre definitiv zu den Planern. Heute berichte ich, was aus meinen Zielen des letzten Jahres geworden ist und welche ich mir für 2018 vorgenommen habe.

In unserem Beruf gibt es viele tolle Ideen und sinnvolle Bereiche, doch neben Unterricht und Familienalltag bleibt wenig Zeit davon auch etwas um zu setzten. Das Auswählen und Planen von Zielen hilft mir, die Zeit die ich habe auch sinnvoll zu nutzen. Ich möchte einen sehr guten Klavierunterricht anbieten und meine Schüler begeistern und motivieren, dazu gehört für mich Reflektion und Weiterbildung.

Rückblick auf 2017

Im Mai bin ich Mama geworden und habe bis September eine Babypause gemacht. In dieser Zeit haben einige Schüler Hausaufgaben bearbeitet, andere haben pausiert. Die einen sollten möglichst gut alleine klarkommen und die anderen wenig Verlust haben, deshalb drehten sich meine Ziele vor allem um grundsätzliche Fähigkeiten.

  1. Gutes Training in Rhythmus und Notenlesen

Die „One Minute Challenge“ hat allen Schülern sehr gut getan. Selbst nach fünfmonatiger Pause war das Notenlesen aller Schüler noch sicher! Als rhythmische Übungen habe ich Rhythm Menagerie von Wendy Stevens verwendet und die Stücke Klopfen lassen. Auch am laut Zählen ist keiner vorbeigekommen. Das hat super funktioniert.

  1. Selbständiges Üben

Ich habe zwei Kurse zu diesem Thema angeboten. Dort habe ich meinen Schülern ein System vorgestellt, mit dem sie zuerst die Phase ihres Stückes beurteilen und anschließend die passende Übe-Strategie für ihre Situation auswählen können. Ich bin mit dem Üben meiner Schüler sehr zufrieden. Aus dieser Strategie-Sammlung ist übrigens die Clever Üben-Serie entstanden.

  1. Mehr Fragen stellen

Ich wollte meine Schüler zum Mitdenken und zu mehr Selbständigkeit anregen. Am Anfang fand ich es komisch und hölzern vermehrt Fragen zu stellen. Auch die Schüler fühlten sich unsicher und wussten nicht, was ich da eigentlich von ihnen wollte.

Mir ist außerdem aufgefallen, dass Fragen Zeit kosten. Der Schüler soll ja Gelegenheit zum Nachdenken haben und teilweise bedarf es einiger Fragen, bis das er auf die Antwort kommt. Ich achte also darauf, dass die Fragerei im Rahmen bleibt, denn ansonsten ist die Stunde um und wir haben kaum gespielt. Auch soll es nicht in ein Verhör ausarten…

Nichtsdestotrotz ist diese Zeit sehr gut genutzt, denn schnell lässt sich erkennen was der Schüler verstanden oder eben noch nicht verstanden hat. Er wird seinem Spiel gegenüber aufmerksamer, denkt mit und kann auf eigen Lösungen kommen. Damit befindet er sich auf dem Weg in die Selbständigkeit!

Unterrichtsziele für 2018

Auch in diesem Jahr wird es die One Minute Challenge wieder geben. Ich werde diese Aktion jedes Jahr machen, es ist wie ein jährlicher Fitness-Check. Alle Töne werden wiederholt und neue kommen mit jedem Level dazu.

Auch das Clever-Üben-System werden wir noch einmal besprechen. Lernen geschieht durch Wiederholung und je älter die Schüler werden desto mehr werden sie die Übe-Strategien zu schätzen wissen.

Für dieses Jahr habe ich zwei Ziele ausgesucht:

  1. MUSIK machen

Bitte nicht wundern, natürlich weiß ich, dass es im Instrumentalunterricht um Musik geht…. Doch die Gefahr besteht immer wieder, dass es mit den richtigen Tönen endet. Oder das die Stücke für mich als Lehrer wertvoll, aber nicht so spannend für den Schüler sind.

Es gibt unzählige Stücke für die Fortgeschrittenen, da fällt die Auswahl sehr schwer und als Lehrer greift man gern auf das Vertraute zurück. Doch ist das auch wirklich ein Stück, das Lust auf Üben macht? Das die Faszination für Musik nährt? Ich möchte Schülerliteratur aussuchen, die nicht nur aus didaktischer Sicht sinnvoll, sondern auch für Schülerohren ansprechend und motivierend ist. Im Prinzip suche ich „Hits“…

Um den Fokus mehr auf die Musik zu lenken, werde ich außerdem das Improvisieren nutzen. Es ist wirklich nicht schwer, dies zu unterrichten und mir gefällt richtig gut, was meine Schüler spielen. Ich möchte mir eine Auswahl an unterschiedlichen Stilen und Stimmungen zusammenstellen um eine möglichst breites Musikerlebnis zu bieten.

2. Theorie und Technik

Das zweite Ziel „Theorie und Technik“ baut die grundsätzlichen Fähigkeiten aus 2017 weiter aus. Lange habe ich diese Lernfelder vermieden, da ich nicht genau wusste wie ich es anstellen sollte. Und ob es wirklich sein muss… Doch wenn unsere Schüler mal etwas anspruchsvollere Literatur spielen sollen, sind beide Bereiche sehr wichtig. Sie fördern das Spielgefühl, das Musikverständnis und beschleunigen das Lernen. Momentan spielen schon viele Schüler Fingerübungen, Tonleitern oder Übungen des Technik Trainers von Jackie Sharp. Diesen Plan möchte ich ausbauen und verfeinern.

Nächstes Jahr werde ich an dieser Stelle von unseren Fortschritten und Erkenntnissen berichten.

Ideen für den Klavierunterricht

Was Du dieses Jahr auf Klavierpaedagogikentdecken.de lesen kannst:

Hier auf dem Blog wird es um die oben erwähnte Technik gehen. Zum Beispiel wie Du eine gute Fingerhaltung und pianistische Bewegungen einführen kannst. Ich werde beschreiben wann, wie und warum ich Fingerübungen verwende.

Schon mal mit Videokamera im Unterricht gearbeitet?  Sie kann wertvolle Erinnerungen für die Schüler schaffen, doch besonders spannend finde ich, dass Du sie wunderbar für deine Weiterentwicklung als Lehrer einsetzten kannst. Da habe ich ein paar Anregungen für Dich.

Ich möchte außerdem auf die geschäftliche Seite unseres Berufes eingehen, denn es ist nicht immer einfach mit unserer Leidenschaft Geld zu verdienen. Ich stelle eine sehr faire Abrechnung vor, die mit einem geringen Aufwand für ein höheres Jahreseinkommen sorgt. Der Frust mit Nachholstunden oder Verluste durch abgesagte Stunden sind dann übrigens Geschichte! Klingt gut, oder?

Außerdem werde ich weitere Übe-Strategien in der Clever Üben-Serie vorstellen.

In welcher Situation Du auch gerade steckst oder welche Themen unseres Berufes Dich gerade beschäftigen – ich wünsche Dir ein gutes Unterrichtsjahr und freue mich, dass Du da bist!

Frohe Weihnachten!

So sieht es gerade auf meinem Flügel aus – das Dorf vom Weihnachtsmann!

Ich wünsche Dir ein wunderschönes Weihnachtsfest und alles Gute für 2018! Genieße die Zeit mit Deinen Lieben und erhole Dich gut.

Das werde ich nun auch tun und mich im Januar mit meinem Jahresrückblick und neuen Zielen zurückmelden. Außerdem wird es natürlich mit der Clever Üben-Serie und weiteren interessanten Artikeln rund um einen modernen Instrumentalunterricht weitergehen.

Herzliche Grüße und vielen Dank fürs Lesen!

Carina

Clever Üben – Tipp # 2: Das Rhythmus-Klopfen

Klavier ueben, Tipps fuer den Rhythmus auf klavierpaedagogikentdecken.de

Unsere aktuelle Schülergeneration ist anders als wir. Die kommenden werden anders sein. Und sie brauchen besonders effektive Übe-Strategien.

Für ihre Motivation und eine zunehmende Selbständigkeit am Klavier sollten sie aktiv im Unterricht und Zuhause mitdenken können.

Damit du deine Schüler optimal fördern kannst, stelle ich in der Clever Üben – Serie erprobte und gut nachvollziehbare Übe-Tipps vor.

Warum ich denke, dass unsere Schüler anders sind? Hier kannst du es im einführenden Artikel nachlesen. Zum  1. Teil von Clever Üben: „Die Übe-Phasen eines Stückes“ geht es hier lang.

Das Rhythmus-Klopfen

Das Klopfen kannst du vor allem in der ersten Übephase „Kennen-Lernen“ einsetzten. Dies ist eine einfache, aber sehr effektive Übung, da es den unbekannten Rhythmus schnell verstehen und erleben lässt.

Es bietet sich auch gut als ersten Kontakt mit einem neuen Stück an.

Die Konzentration auf den Rhythmus vereinfacht den Kontakt mit dem Stück. Noten, Fingersätze und Artikulation kommt danach ins Spiel. Es sorgt für einen positiven und damit motivierenden Start.

Wie funktioniert das Klopfen?

Der Schüler schlägt mit der rechten Hand ihren Rhythmus auf das rechte Bein und  zählt dabei laut mit. Die linke Hand übt ihre Stimme genauso.

Oft wird dies auch „patschen“ genannt, doch ich mag „klopfen“ lieber.

Falls der Schüler noch Melodien spielt, die auf beide Hände aufgeteilt sind, werden beide Hände abwechselnd eingesetzt.

Hat dein Schüler die einzelnen Stimmen gut verstanden, erfolgt anschließend das gemeinsame Klopfen beider Hände.

Ein spannender Moment, denn hier kann er das erste Mal fühlen, wie die Koordination beider Hände abläuft. Als Lehrer kann ich oft schon sehen, wie mein Schüler das Zusammenspielen bewältigen wird.

Lautes Zählen – unbeliebt aber wirkungsvoll

Egal ob du die Rhythmussprache nach Kodaly oder das metrische Zählen verwendest, entscheidend ist, dass das Zählen laut erfolgt.

Ich weiß – kein Schüler ist davon begeistert… Doch ich erkläre, dass ich ihm nur helfen kann, wenn ich sein Zählen (und seine Fehler) höre. Und er dadurch besonders schnell den Rhythmus verstehen und lernen wird.

Wenn du das erste Mal mitklopfst und mitzählst,kannst du ihm Sicherheit geben. In der zweiten Runde lässt du ihn alleine zählen und kannst so prüfen, wie gut er es verstanden hat.

Verlässt sich ein Schüler auf dich und verstummt, höre auch mit dem lauten Zählen auf. Wenn er darauf nicht reagiert, unterbrichst du und machst ihn darauf aufmerksam.

Das laute Zählen ist unbeliebt, doch wird mit der Zeit zu einer Gewohnheit und fördert ein gutes Rhythmusgefühl.

Varianten

Es gibt weitere Klopf-Varianten – natürlich alle mit lautem Zählen:

  1. Eine Hand klopft den Rhythmus der Melodie und die andere übernimmt den Puls.
  2. Unterschiedliche Gesten verdeutlichen die Unterschiede von Notenwerten und machen sie fühlbar. Diese Übung nutze ich oft um das Verhältnis von Viertel- und Achtelnote erfahrbar zu machen. Die Viertel werden geklopft, die Achtelnoten geklatscht.

Literaturtipp

Das Rhythmus-Klopfen kannst du auch unabhängig von der Unterrichtsliteratur einsetzten. Zum Beispiel um die Achtelnote oder die punktierte Viertel einzuführen oder zu vertiefen.

Die amerikanische Pädagogin und Komponistin Wendy Stevens hat wirklich tolle Materialien zusammengestellt.

Rhythm Menagerie behandelt die Notenwerte von Ganzer Note bis zur Achtel, die entsprechenden Pausen, die punktierte Viertelnote und den Haltebogen.

Im Folgeheft Rhythm Manipulations werden Sechzehntel, Triolen, punktierte Achtel, Alle-Breve und Taktartänderungen geübt.

Die Rhythm Cups Explorations sind eine witzige Ergänzung, da sie unterschiedliche Bewegungen mit einem ganz normalen Trinkbecher einführen.

Alle Hefte sind in Form einer Studio License erhältlich, dies bedeutet, dass sie einmal gekauft so oft vervielfältigt werden dürfen wie gewünscht.

Diese Materialien eignen sich prima zum Einführen neuer Notenwerte oder zur separaten Übung eines Notenwertes oder Rhythmus. Das erste Heft nutze ich regelmäßig um neue oder unsichere Notenwerte zu üben, die Rhythm Cups setzte ich für den Gruppenunterricht ein.

Vorteile des Klopfens

  1. Dein Schüler erlebt einen positiven Start in ein neues Stück, da es zuerst nur um den Rhythmus geht.
  2. Es verhindert von Anfang an viele unnötige Fehler.
  3. Das Rhythmusgefühl und das laute Zählen werden trainiert. Diese Klopf-Übung ist DER Tipp für Schüler, die sich gerne vor dem lauten Zählen drücken wollen. Das schaffen sie bestimmt!
  4. Du kannst es von Anfang an einsetzten. Anfänger, die oft noch Probleme mit der Trennung von rechts und links haben, profitieren sehr davon.
  5. Die Koordination wird bei dem gemeinsamen Klopfen beider Hände sofort geübt. Dies erleichtert später das Zusammenspiel.
  6. Zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt, kann es eine optimale Lösung für eine Stelle mit rhythmischen oder koordinativen Schwierigkeiten sein.

Praktische Unterrichtsplanung: Ein schneller Überblick über deine Klasse

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Möchtest du deine Ferientage mit Unterrichtsplanung verbringen? Wahrscheinlich nicht. Doch wenn wir es nicht tun, kann es ein sehr holpriger Start werden… Unter Zeitdruck neue Stücke suchen macht keinen Spaß.

Wie wäre es, wenn du deine Planung möglichst schnell machen könntest und dabei alle Schüler auf dem Schirm hättest?

Es wäre doch toll, wenn du mit den Schülern da einsteigen kannst, wo ihr aufgehört habt und keine Unterrichtszeit verloren geht. Umso schneller sind deine Schüler wieder auf Kurs.

Die Unterrichtsplanung für deine Schüler

Hier kommt eine praktische Liste ins Spiel. Du füllst sie aus und erhälst damit einen genauen Überblick über deine Klasse.

Wer braucht ein neues Heft?

Wer ein neues Stück?

Zusätzlich kannst Du dir Ideen und Ziele notieren. An welchen Fähigkeiten du zum Beispiel mit deinem Schüler arbeiten möchtest.

Entspannter Unterrichtsbeginn

Der Überblick über die Planung hilft außerdem, dass Du Dich nicht vor lauter Ideen verzettelst. Du hast die Bedürfnisse Deiner Klasse vor Augen und kannst gezielt die Ideen auswählen, die gerade für sie interessant sind.

Du hast auch die Möglichkeit Prioritäten zu setzten. Das entspannt spürbar die ersten Wochen nach den Ferien, da viel weniger Zeitdruck entsteht.

Mir gibt es immer das gute Gefühl, dass ich alles „im Griff“ habe.

In der folgenden Anleitung beschreibe ich mein Vorgehen Schritt für Schritt. Die Unterrichtsplanung ist ein kostenloser Download. Drucke dir einige Exemplare aus (pro Seite ist Platz für sechs Schüler), nimm deine Unterrichts-Protokolle oder Aufzeichnungen zur Hand und lege los.

DOWNLOAD:Unterrichtsplanung für das Schuljahr

Optional: Ein bisschen Vorsortieren

Falls du deine Schüler in eine Reihenfolge von Literatur und aktuellem Stand auf deiner Literaturliste stehen haben möchtest:

  1. Nehme einen Notizzettel quer und notiere kurz welche Schüler in Heft XY spielen. Vermerke hinter den Schülernamen, wo sie im Heft sind. Es reicht eine grobe Einschätzung. Anfang, Mitte oder Ende.
  2. Erstelle für jedes weitere Heft auf die gleiche Weise eine kleine Liste.
  3. Sortiere nun die Schülergruppen in eine Reihenfolge, indem Du ihren Fortschritt im Heft (Anfang, Mitte oder Ende) berücksichtigst.

Dies machst du im Prinzip nur ein Mal, neue Schüler kannst du einfach einfügen.

Dein Überblick über die Klasse

  1. Trage die Namen deiner Schüler in die erste Spalte ein.
  2. In der zweiten Spalte vermerkst du die zuletzt gespielten oder noch aktuellen Stücke. Dabei helfen dir deine Protokolle oder Aufzeichnungen deiner Unterrichtsstunden. Eventuell schreibst du auch das Heft dazu.
  3. In der dritten Spalte kannst du ein oder zwei Stücke eintragen, die du als nächstes mit Deinem Schüler spielen möchtest. Vielleicht weißt du das schon oder siehst, dass hier noch Planungsbedarf besteht.
  4. Die vierte Spalte ist der Ort, wo du deine Ideen und Ziele für deinen Schüler  sammeln kannst.

Das wäre es schon. Natürlich kann dir die Liste das Planen an sich nicht abnehmen, doch du kannst viel gezielter an die Sache ran gehen und vergisst auch keinen.

Ich mache dies regelmäßig am Ende oder zu Beginn eines neuen Unterrichtsblocks, also der Unterrichtszeitraum zwischen zwei Ferienterminen.

Und Du?

Hast du noch einen Tipp, mit dem du deinen Unterricht planst?

Ich wünsche Dir ein tolles und inspiriertes Schuljahr!