Meine Unterrichtsplanung Teil 3: Protokoll und Übe-Liste

Meine Unterrichtplanung

In den ersten beiden Teilen von „Meine Unterrichtsplanung“ habe ich die Evaluation und die  Block-Planung vorgestellt. Im letzten Artikel geht es heute um das dritte Puzzlestück meiner Planung, das dir vielleicht am vertrautesten ist: Das Protokoll der Unterrichtsstunde.

Den Überblick behalten

Ein Protokoll – muss das sein? Es geht bestimmt auch ohne, doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Unterricht davon sehr profitiert.

Zu Beginn meiner Unterrichtstätigkeit hatte ich sehr viele Klavier-Anfänger. Oft begannen sie zur gleichen Zeit und lernten die gleichen Stücke. Da war ich sehr froh, das Protokoll zu haben, denn ohne Notizen hätte ich wohl den Überblick verloren oder hätte unsicher gewirkt. Da ich genau wusste was ich mit wem wie weit besprochen hatte, merkten meine Schüler, dass ich ihre Fortschritte richtig einordnen konnte. Das hat unseren Stunden gut getan.

Abstand und Planung

Inzwischen unterrichte ich eine bunt gemischte Klasse in allen Leistungsstufen. Doch ich habe viele Schüler (40) und könnte mir aus diesem Grund meine Stunden auch nicht ohne Protokoll vorstellen. Da würden Ereignisse, Schwierigkeiten, Wünsche und Ideen schnell verloren gehen. In der Unterrichtsstunde bin ich genauso beteiligt wie der Schüler, deshalb hilft mir das Schreiben oder Ergänzen des Protokolls am nächsten Morgen, die Stunde mit etwas Abstand zu betrachten. Dann habe ich auch Zeit, über die nächsten Schritte nachzudenken und diese vorzubereiten.

Was kann in einem Protokoll stehen?

  1. Name, Alter und Entwicklungsstand des Schülers
  2. Datum
  3. Titel der Stücke. Dahinter notiere ich, was besprochen wurde.
  4. Dauer der Erarbeitung. Hinter dem Titel halte ich in einer Klammer die aktuelle Anzahl der Wochen fest, z.B. Menuett (3). Daran lässt sich ablesen, wie lange der Schüler für seine Stücke braucht, ob das ausgewählte Stück den richtigen Schwierigkeitsgrad hat, ob es den Schüler anspricht und der Schüler richtig und ausreichend übt.
  5. Anzahl der Übetage in der letzten Woche geübt hat. Ich nutze seit über 10 Jahren diese Übe-Liste (s.unten).
  6. Grundsätzliche Themen/Problematiken der Stunde. Handhaltung, Schwierigkeiten bei Spielbewegungen, unsicheres Lesen etc. Dies gibt mir die Möglichkeit, eine geeignete Übung oder ein Spiel für die Folgestunden vorzubereiten.

Übe-Liste

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In der ersten Spalte „Aufgabe/Stück“ trage ich das Stück und die Anzahl der Wiederholungen ein. Oft erinnere ich mit kurzen Stichworten an die besprochenen Details, die der Schüler bei seinem Üben beachten sollte.  Im Laufe der Woche trägt der Schüler dann in der entsprechenden Spalte des Tages ein wie viel er geübt hat. Besonders jüngere Schüler können den Zeitraum von einer Woche noch gar nicht erfassen. Die Liste hilft ihnen die verbleibenden Tage zu sehen und wie oft sie bereits geübt haben. So kann ich den Schüler für sein Üben entsprechend loben, ermuntern und Tipps für das häusliche Üben geben. Ich habe immer wieder positive Rückmeldungen von den Eltern bekommen und ich bin recht zufrieden, wie gut meine Schüler üben.

Unterschiedliche Protokollarten

Je nach Entwicklungsstand des Schülers eignen sich unterschiedliche Protokoll-Vorlagen. Möchte ich die Stunde eines Anfängers festhalten, brauche ich ausreichend Platz für die vielen kleinen Stückchen, die er spielt. Ein erfahrener Schüler spielt mehrere Wochen die gleichen zwei bis drei Stücke, da ist weniger Platz für das Festhalten der Entwicklungsschritte nötig.

Meine Vordrucke für Anfänger (prot-anfaenger-neu) und Fortgeschrittene (protokoll-fortgeschrittene) kannst du dir gern anschauen und  herunterladen. Beide habe ich bis vor den Sommerferien genutzt.

Als Unterlagen hatte ich also eine Block-Planung (s. Artikel) und ein Protokoll für jeden Schüler ausgedruckt zur Hand. Während des Unterrichtstages befanden sich alle Zettel auf einem Klemmbrett und wenn die Protokolle vollständig waren, wurden alle Unterlagen des Tages in den entsprechenden Hängeordnern abgelegt.

Dies hat für mich viele Jahre sehr gut funktioniert. Manche Tage waren aber so wuselig, dass das Protokollieren zu kurz kam. Schon die Hausaufgaben der Schüler habe ich im letzten Moment hin gekritzelt. Und wenn ich nicht spätestens am nächsten Morgen nachgetragen hatte, gab es durchaus auch mal Erinnerungslücken.

Es war Multitasking und die Anzahl meiner Schüler machte es nicht immer einfach. Deshalb notiere ich nun – wenn möglich während der Stunde – meine Protokolle in Excel. Dort kann ich den Platz für meine Notizen jederzeit problemlos anpassen.

Außerdem muss ich weniger schreiben, da ich die Übe-Liste bereits VOR der Stunde entwerfe. Diese Idee habe ich auf dem Blog der New School of Music Study entdeckt.

Frances Clark und die New School of Music

Die amerikanische Klavierpädagogin  Frances Clark hat 1960 die „New School of Music Study“ als  Forschungs- und Ausbildungszentrum gegründet. Dort werden bis heute die Lehrmethoden bezüglich ihrer Effektivität evaluiert und weiterentwickelt und Lehrer können sich nach dem Abschluss weiter ausbilden lassen. Ihr haben wir u.a. die Vornotation und das Spielen auf schwarzen Tasten zu verdanken. Außerdem die Nutzung der kompletten Tastatur von Anfang an, das intervallische Lesen und das Lesen mit Hilfe von Ankernoten (alle C´s, aber auch F´s und G´s).

Schau doch mal auf die Homepage des Frances Clark Center, dort kannst du das digitale Abo des „Clavier Companion“ (12,99$/ Jahr) bestellen. Ich kenne kein vergleichbares Fachmagazin, das so aktuell, gut verständlich und praxisorientiert ist – Englischkenntnisse vorausgesetzt.

Die vorbereitete, doppelte Übe-Liste

Die Übe-Liste wird von den Lehrern der New School während der Planung zur nächsten Stunde geschrieben. So sind die Ziele der Stunde klar und es bleibt mehr Zeit für den Unterricht. Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder wird die Liste in doppelter Ausführung vor der Stunde ausgedruckt oder sie wird mit Hilfe eines PC´s in der Stunde angepasst und dann ausgedruckt. Schließlich kann nicht jede Übeanweisung vorhergesagt werden und die eine oder andere Erinnerung kann noch ergänzt werden.

Ich nutze die erste Variante und lege Karbonpapier zwischen die Duplikate, gut befestigt auf einem Klemmbrett. Während der Stunde wird nach Bedarf ergänzt und diese Änderungen landen durch das Karbonpapier auf meiner Kopie. So schreibe ich nur einmal, habe aber nach der Stunde das Original für den Schüler und ein Duplikat für mich. Die Kopie der Übe-Liste erinnert mich sehr gut an die Stunde, falls ich das Protokoll noch ergänzen muss. Außerdem kann ich so die nächsten Lernschritte planen und vorbereiten – und natürlich die nächste Übe-Liste schreiben.

Meine größten Bedenken waren, ob ich vormittags immer Zeit für die Vorbereitung haben würde und ob noch genügend Flexibilität in der Hausaufgabenstellung vorhanden wäre. Manchmal war es knapp, doch bisher ist mir das Erstellen und Drucken der Übe-Listen immer gelungen. Für den Notfall hätte ich ein paar Blankovorlagen im Schrank. Oder den PC an meiner Seite.

Es ist eine richtige Erleichterung, dort schon etwas stehen zu haben. Läuft uns mal in der Stunde die Zeit weg, gibt es bereits klare Übeanweisungen und ich kann den Schüler bitten, etwas Neues auch einmal allein zu probieren.

Der große Vorteil ist, dass ich mir oft viel mehr Gedanken über die nächsten Lernschritte mache, wie ich sie einführe oder umsetze. Dies lässt mich etwas weiter nach vorne schauen. Ansonsten warte ich immer nur auf den Schüler und seine Fortschritte der letzten Woche. Er bestimmt selbstverständlich das Lerntempo, doch sehe ich es als meine Aufgabe ihn mithilfe meiner Vision vorwärts zu führen.

Hier kannst du dir zwei Versionen herunter laden, die ich mittlerweile für die doppelte Übe-Liste nutze. Die erste ist für Anfänger (uebe-liste-elementary), bzw. die ersten Jahre. Dort habe ich die oben erwähnte, alte Übe-Liste integriert. Die andere ist für Fortgeschrittene (uebe-liste-intermediate), die das Zeitfenster einer Woche besser überschauen können. Auf der DinA4-Seite ist neben den Hausaufgaben genügend Platz für technische Übungen und das Repertoire (Wiederholungsstücke). Dies sind bereits abgeschlossene Stücke, die der Schüler weiterhin gerne spielt und die seine Übezeit noch ein bisschen verlängert.

Abschließende Gedanken

Dies war der letzte Teil von „Meine Unterrichtsplanung“. Mein Ansatz wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas aufwändig, doch ich empfinde ihn auf lange Sicht zeitsparend. Für mich geht es vor allem um die folgenden Fragen:

Was wünscht sich der Schüler von unserem Unterricht?

Welche Fähigkeiten sind mir für einen Klavierschüler wichtig zu erreichen?

Wie kann ich ihn an diese Ziele bringen?

Wie viele Jahre habe ich mit dem Schüler?

Mit einer Unterrichtsplanung habe ich Ziele und Entwicklung im Blick. Das ist für mich  „zielstrebiges, planmäßiges, ökonomisches, systematisches Handeln.“ (A. Ernst: Was ist guter Instrumentalunterricht, S. 22) Die für den Schüler interessanten Lernfelder kann ich so berücksichtigen und fördern.

Ganz allgemein gefasst ist für mich das Ziel erreicht, wenn mein Schüler fähig ist,  innerhalb seiner Möglichkeiten Musik zu verstehen und zu lesen. Kann er sich eine Komposition mit cleveren Übestrategien erarbeiten und mit seinen erworbenen Fähigkeiten umsetzten, bin ich sehr zufrieden. Letztendlich geht es darum, dass der Schüler sein Leben lang Freude am Klavierspielen haben kann.

Während ich diesen Artikel fertig stelle, entdecke ich zwei englischsprachige , aktuelle Beiträge, die das gleiche Thema behandeln. Bei den „Curious Piano Teachers“ geht es hier um inspirierendes Unterrichten, das eine gründliche Unterrichtsplanung voraussetzt und im Folgeartikel um eine 5-Schritte-Formel für eine einfache Unterrichtsplanung.

Ich bin sehr gespannt, was du über Unterrichtsplanung denkst. Wie schreibst du deine Protokolle oder die Hausaufgaben deiner Schüler auf? Vielleicht magst du es in den Kommentaren mit uns teilen. Falls du weitere Fragen zu diesem Thema hast, helfe ich dir gerne weiter.

Meine Unterrichtsplanung Teil 2: Die Block-Planung

Meine Unterrichtplanung

Im ersten Teil von „Meine Unterrichtsplanung“ habe ich dir die Evaluation vorgestellt. Damit nehme ich den aktuellen Entwicklungsstand meines Schülers unter die Lupe. Im zweiten Teil geht es heute um die Umsetzung der dort gesteckten Ziele und um die geplanten, nächsten Stücke des Schülers. Dies halte ich in der „Block-Planung“ fest.

Als Block bezeichne ich die Unterrichtsstunden zwischen zwei Ferien. Jedes Schuljahr besteht also aus vier Blöcken, zwischen den Sommer- und Herbstferien, zwischen den Herbst- und Weihnachtsferien, den Weihnachts- und Osterferien, sowie den Oster- und Sommerferien. In NRW sind dieses Jahr z.B. gute sieben Wochen zwischen den Sommer- und Herbstferien.

Ich finde es sinnvoller, viermal im Jahr als nur am Anfang des Schuljahres mir Gedanken zu machen. Die Planung entfernt sich dann zu sehr vom Schüler. Mache ich sie öfter, kann ich immer wieder schauen, was der Schüler gerade braucht und meine Literaturauswahl, die Ziele und Strategien entsprechend anpassen.

Hier noch einmal zur Erinnerung:

Mein Planungs-Kreislauf

  1. der aktuelle Entwicklungsstand des Schülers (Evaluation)
  2. Ziele werden formuliert und dafür Strategien oder Methoden überlegt, Auswahl der nächsten Stücke (Block-Planung)
  3. die Entwicklungen und Vorkommnisse der folgenden Wochen werden notiert (Protokoll)
  4. Ziele und Entwicklung werden nach einer bestimmten Zeit ausgewertet (Evaluation)

Die Art und Weise wie diese Planung aussehen kann ist ganz individuell. Handschriftlich in einem Heft oder am PC – vieles ist möglich. Ich habe in der Vergangenheit eine Zeit lang für jeden Schüler ein DinA5-Heft verwendet und später die unterschiedlichsten Vorlagen mit Word entwickelt und per Hand ausgefüllt bzw. ergänzt. Ich habe schon so viele Versionen von Protokollen und Listen probiert… und gerade bin ich wieder dabei etwas zu verändern: ich wechsle von Word auf Excel. Habt ihr im ersten Teil von „Meine Unterrichtsplanung“ den Kommentar von Susanne gelesen? Ich war begeistert von ihrer Idee!

Excel war für mich immer das Programm für meine Buchführung, doch es kann mehr! Es hat den großen Vorteil, dass alle Infos schneller greifbar sind. Mehrere Tabellen befinden sich in einem einzigen Dokument. Bei Word musste ich vor dem eigentlichen Arbeiten immer mehrere Dateien öffnen: für jeden Schüler die Datei aus dem Evaluations-Ordner, die Block-Planung, die Schülerinformationen plus Evaluation und oft auch die Literaturlisten (für die Block-Planung).

Bei Excel habe ich nun EINE Schülerdatei mit den drei Tabellen „Stunde“ (Protokoll und Block-Planung), „Repertoireliste“ und „Evaluation“ angelegt. Denkbar sind noch Blätter um technische Übungen oder andere Lernfelder zu notieren.  Des Weiteren sind in dieser Datei wirklich alle Details sofort greifbar und übersichtlich zu finden. Bisher habe ich die alten Block-Planungen immer abgeheftet und es kostete jedes Mal Zeit, bis das ich die entsprechende Information gefunden hatte. Zum Beispiel wenn ich wissen wollte, welche Stücke der Schüler jetzt schon aus seinem Heft gespielt hat und welche noch nicht.

Teste und verändere deine Planung bis das du weißt, welche Informationen und welches Format du nutzen möchtest. Jeder Lehrer ist anders und hat andere Bedürfnisse. Deshalb habe ich heute keine beispielhafte Datei zum Download.

Dafür folgen nun aber die Punkte, die in der Block-Planung stehen können.

Die Block-Planung

  1. Schülerdaten: Ist es eine separate Datei, sollte noch einmal Name, Alter, Stufe und das Datum vermerkt werden. Zusätzlich kann hier auch stehen, in welche Klasse der Schüler geht.
  2. Ziele: Die Tabelle der Ziele und Strategien, die ich mir nach der Evaluation (s. „Meine Unterrichtsplanung“ Teil 1) überlegt habe, füge mit „Copy & Paste“ ein. Damit sehe ich auf einen Blick, was ich auf welchem Weg im Unterricht behandeln möchte.
  3. Zukünftige Literatur: Hier vermerke ich das Notenheft und die Titel der Stücke. Oft habe ich dazu in meinen Literaturlisten (s.u.) einige Anmerkungen gesammelt. Das kann eine ungewohnte oder neue Lage sein, eine rhythmische Besonderheit oder generell etwas, dass für den Schüler eine neue Herausforderung darstellt. Manchmal notiere ich hier auch, wie ich das Stück einführen möchte oder ob es z.B. gut zum Auswendiglernen geeignet ist.

Literaturlisten

Um die einzelnen Titel nicht für jeden Schüler  neu schreiben zu müssen – ich möchte ja Zeit sparen und auf meine Erfahrungen zurückgreifen können – habe ich für meine Standarthefte  Literaturlisten angelegt. Die Liste besteht aus zwei  Spalten, in der ersten steht  der Titel des Stückes und in der zweiten die  Anmerkungen dazu. Habe ich diese Liste einmal vorbereitet, kann ich diese beiden Spalten bei jedem Schüler mit „Copy & Paste“ in die Block-Planung einfügen.

Ebenfalls kann ich so die optimale Reihenfolge der Stücke sehen und übernehmen. Je nach Bedarf  ergänze ich während der Block-Planung meine Anmerkungen und ändere die Reihenfolge der Stücke.

Repertoireliste

Die letzte Liste für heute – versprochen! 😉

Das Anlegen einer Repertoireliste lohnt sich. Dort kann ich auf einen Blick sehen, welche Stücke der Schüler bereits gespielt hat oder auch eben nicht. Das ist beim Planen der zukünftigen Literatur sehr hilfreich! Bei jedem Stück notiere ich das Datum wann der Schüler damit begonnen und wann er es abgeschlossen hat.

Zusätzlich notiere ich die Anzahl der Wochen daneben. Das ist zum Beispiel hilfreich bei der Planung eines Konzertes, denn so sehe ich direkt, wie lange der Schüler für ein Stück braucht oder wie lange die Erarbeitung des Stückes dauert. Außerdem gibt es mir einen Anhaltspunkt, ob der Schüler gute Fortschritte macht, motiviert ist oder ich vielleicht nach anderer Literatur schauen sollte. Vielleicht würde ihn ein anderer Stil motivieren oder es würde ihm hin und wieder ein leichteres Stück gut tun?

Ebenfalls könnte hier der Schwierigkeitsgrad festhalten werden, wie gut der Schüler das Stück gespielt hat oder ob davon ein Video aufgenommen wurde.

Wie planst du die zukünftige Literatur für deine Schüler? Vielleicht magst du uns das in den Kommentaren schreiben. Falls du weitere Fragen zu diesem Thema hast, helfe ich dir gerne weiter.

Im dritten und letzten Teil von „Meine Unterrichtsplanung“ wird es um das Unterrichtsprotokoll gehen. Und wie und warum ich die Hausaufgaben für die nächste Stunde bereits VOR der Stunde fertig habe. Klingt spannend, oder?

Bis bald und viel Freude im Unterricht!

Meine Unterrichstplanung Teil 1: Evaluationen

Meine Unterrichtplanung

Vielleicht kennst du das auch: Du liest ein Fachbuch und sprudelst dann vor Ideen. Die ein oder andere versuchst du sofort um zusetzten, doch irgendwie gerät sie doch wieder in Vergessenheit. Oder du weißt nicht, wie du ein anderes, wichtiges Element in deinen Unterricht einbauen kannst. Ich war über diese Situationen schon oft frustriert – und habe mich dann gefragt, wie ich meinen Unterricht insgesamt verbessern kann.

Ich möchte sicherstellen, dass meine Schüler den bestmöglichen Unterricht von mir erhalten. Damit ich mögliche Ziele und ihre Bedürfnisse im Blick habe, brauche ich Weitsicht und Überblick. Ich gebe zu, dass ich eine leidenschaftliche Planerin bin. Trotzdem halte ich mich für flexibel genug, wenn es die Situation erfordert. Ein Plan bedeutet für mich den Überblick und eine Richtung zu haben.

Deshalb habe ich schon überall nach Literatur zum Thema Unterrichtsplanung gesucht, egal ob es im deutsch- oder englischsprachigen Raum war. Hier und da habe ich Anregungen gefunden, doch wirklich detaillierte Informationen habe ich vergeblich gesucht.

So habe ich nach und nach ein eigenes System für die Unterrichtsvorbereitung entwickelt. Dies  hilft mir sehr meinen Unterricht kontinuierlich zu verbessern, Zeit zu sparen und natürlich meine Schüler besser zu fördern. In der dreiteiligen Serie „Meine Unterrichtsplanung“ möchte ich dir dies vorstellen. Ich wünsche mir, dass Du einige Tipps für deinen Unterricht mitnehmen kannst, selbst wenn du ein anderes Instrument unterrichtest.

Fachbücher inspirieren – und werfen Fragen auf

Eines dieser inspirierenden Fachbücher ist zum Beispiel „Was ist guter Instrumentalunterricht?“ von Anselm Ernst. Er beschreibt das Unterrichten als  „zielstrebiges, planmäßiges, ökonomisches, systematisches Handeln.“ (S. 22) Leider erfahre ich als Leser nicht mehr darüber. Er wünscht sich (oder fordert fast schon) die Integration von unzähligen Lernfeldern in den Unterricht, doch nirgendswo findet sich dann auch das WIE.

Anselm Ernst teilt die Lernfelder in zwei Komplexe ein. Im ersten geht es um das aktive Musizieren, wie das Zusammenspiel, Werkerarbeitung, Improvisieren, Blattspiel, Spieltechnik und Komponieren. Im zweiten Komplex nennt er die ergänzenden Bereiche wie Körperschulung, Rhythmusschulung, Musiklehre, Gehörbildung, Werkanalyse und Musikgeschichte. (S.17)

Er schreibt: „Manchem mag es erscheinen, dass die zwölf Lernfelder den Unterricht mit einer erdrückenden Inhaltsfülle bedrängen. Aber bedenken wir einmal, was eine geschickte Planung immer wieder zu Wege bringt.“ (S. 18) Richtig – beim Lesen empfinde ich diese Fülle erdrückend. Es folgen Beispiele, die alle in der Praxis stattfinden, eine improvisierte Einspielübung, den Einsatz von Rhythmuskarten, etc.

Für mich wirft es immer wieder folgende Fragen auf:

  • Wie sieht eine „geschickte Planung“ aus?
  • Wie bereite ich als Lehrer die Stunde vor?
  • Wie erarbeite ich mir als Instrumentallehrer Strategien und Methoden um diese Lernfelder einzuführen und dem Schüler zu vermitteln?
  • Wie behalte ich all diese erstrebenswerten kurz-, mittel- und langfristigen Ziele vor Augen?

Ein weiteres Buch: „Der virtuose Lehrer“ von Paul Harris über proaktiven Unterricht hat mich sehr fasziniert. Proaktiver Unterricht bedeutet, dass der Lehrer den Schüler an einen neuen Lerninhalt von vielen Seiten heranführt. Alle Aktivitäten fügen sich zusammen und sind für den Schüler gut durchführbar, was ihn verstehen und positive Lernerfahrungen sammeln lässt.

Das Gegenteil ist der reaktive Unterricht, hier reagiert der Lehrer erst auf die auftretenden Probleme des Schülers und korrigiert diese. Dies gibt dem Schüler immer wieder das Gefühl von Inkompetenz und sorgt für einen wenig abwechslungsreichen Unterricht.

Den vorausschauenden, vorbereitenden Ansatz von Paul Harris finde ich einen Schüler sehr motivierend. Doch dafür muss ich erstmal wissen wo der Schüler steht und wie ich ihn unterstützen und auf neue Lerninhalte vorbereiten kann. Dies bedarf Planung und Weitsicht – und wird leider auch nicht näher beschrieben. Abgesehen davon beinhaltet dieses Buch sehr viele tolle Ideen, die hier den Rahmen sprengen würden. Ich kann es nur wärmsten empfehlen!

Hilfreiche Struktur

Gut strukturierten Unterricht finde ich besonders für Anfänger wichtig. Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass der Schüler durch einen übersprungenen Lernschritt mehre Wochen mit Schwierigkeiten kämpft und unsicher wird. Um das zu vermeiden habe ich einen sehr klaren Aufbau der Lerninhalte, dem ich folge und den ich kontinuierlich verbessere.

Momentan ist es ein Kreislauf-System, das aus Block-Planung, Protokoll und Evaluation besteht. Als Block bezeichne ich die Unterrichtsstunden zwischen zwei Ferien. Die Block-Planung ist eine Übersicht, welche die nächsten Ziele und die nächsten Stücke des Schülers enthält. Im Protokoll notiere ich Woche für Woche was in der Stunde passiert ist und in der Evaluation werte ich seine Fortschritte aus und plane den nächsten Unterrichtsblock.

Im heutigen Artikel geht es um die Evaluation. Die Block-Planung und das Protokoll werde ich in den nächsten Teilen von „Meine Unterrichtsplanung“ vorstellen.

Was ist eine Evaluation?

In einer Evaluation werden Projekte oder Prozesse bewertet und begutachtet. Dieser Prozess erfolgt in vielen Bereichen von Bildung, Wirtschaft, Politik, etc. Dazu werden Daten erhoben und anschließend systematisch ausgewertet. So lässt sich ablesen, ob z.B. das Projekt das gewünschte Ergebnis gebracht hat oder nicht und deckt eventuelle Probleme oder Fehleinschätzungen auf. Die Ergebnisse der Evaluation sind die Grundlage für eine Änderung oder Optimierung des Prozesses.

Für eine Evaluation müssen zuerst Ziele definiert und ein Messinstrument entwickelt werden. Es werden anschließend Daten erhoben, die später dann ausgewertet werden. Daraus werden die Ergebnisse formuliert und Empfehlungen oder neue Maßnahmen erarbeitet, die dann wiederum evaluiert werden können.

Auf die Planung im Instrumentalunterricht übertragen bedeutet es:

  1. der aktuelle Entwicklungsstand des Schülers wird unter die Lupe genommen (Evaluation)
  2. Ziele werden formuliert und Strategien und Methoden überlegt, um diese Ziele zu erreichen (Block-Planung)
  3. die Entwicklungen und Vorkommnisse der folgenden Wochen werden notiert (Protokoll)
  4. Ziele und der neue Entwicklungsstand werden nach einer bestimmten Zeit ausgewertet (Evaluation)

Der Kreislauf aus Evaluation – Block-Planung –  Protokoll setzt sich in Gang.

Schülerdokumentation

Bevor es mit der Evaluation losgehen kann, sammle ich alle schülerrelevanten Daten. Wenn du diese Art der Planung einmal testen möchtest, wähle etwa 3-5 Schüler (Anfänger oder Sorgenkinder) aus. Eine beispielhafte Schülerdoku und Evaluation kannst du hier downloaden.

Du beginnst damit, für jeden Schüler ein Dokument mit unten genannten Punkten einzurichten. Ich nutze Word von Microsoft, doch ein anderes Textverarbeitungsprogramm wird sich ebenso gut eignen.

NACHTRAG: Inzwischen bin ich auf Microsoft Excel umgestiegen. Näheres kannst du den Kommentaren dieses Artikels und dem zweiten Teil von „Meine Unterrichtsplanung“ entnehmen.

Die folgenden Punkte habe ich mehr oder weniger von der amerikanischen Kollegin und Bloggerin Joy Morin übernommen. Sie macht ihre Dokumentation z.B. in Evernote (ein Online-Dienst auf den man jederzeit von überall Zugriff hat).

  1. Die Überschrift: Name, Geburtstag, Alter und Unterrichtsstufe. Es gibt unterschiedliche Einteilungen der Unterrichtsstufen. Ich nutze das amerikanische System von Primer, Early Elementary, Elementary, Late Elementary, Early Intermediate, Intermediate, Late Intermediate, Early Advanced, Advanced und Late Advanced. Ihr findet hier eine Erklärung auf Englisch.
  2. Der Unterrichtsbeginn (Monat und Jahr) sowie das Unterrichtsjahr. Eine Schülerin, die im März 2014 begonnen hat, befindet sich im 3. Unterrichtsjahr.
  3. Technik: welche technischen Übungen hat er von wann bis wann gespielt Das können Übungen im 5-Ton-Raum, Tonleitern, Akkorde etc. sein.
  4. Methodik/Hefte: welche Methode hat er zu Anfang gehabt, in welchen Heften der Schüler von wann bis wann gearbeitet hat.
  5. Events: an welchen Gruppenstunden, Schülerkonzerten, etc. der Schüler teilgenommen hat. Zum Konzerttermin notiere ich auch, was der Schüler gespielt hat.
  6. Evaluation: hier füge ich die Tabelle zum Evaluieren ein (s.u.) und vermerke, wie viele Wochen der Unterrichts-Block gehabt hat

Das Evaluieren

Als Zeitpunkt für die Evaluation nutze ich die letzte Woche vor den Ferien. Die Evaluationen mit den anschließenden Zielplanungen und der Literaturauswahl erstrecken sich dann meistens bis in die Ferien. Es ist etwas zeitaufwändig, doch habe ich die restliche Zeit kaum Vorbereitungen, sondern nur das Ausfüllen der Protokolle.

Nachdem ich die Schülerdokumentation aktualisiert habe, füge ich die Tabelle für die Evaluation (siehe Schülerdoku und Evaluation) mit „Copy & Paste“ unten ins gleiche Dokument ein und  fülle sie mithilfe der Protokolle aus.

Diese Tabelle nutzt du auch für die erste Evaluation/ Bestandsaufnahme. Du wirst merken, dass sich ohne Notizen vieles nur schätzen lässt. Die nächste Evaluation wird dir durch das Protokoll viel genauer gelingen.

Damit du dafür einige Anhaltspunkte hast, folgt nun meine Liste an möglichen Beurteilungskriterien, die ich als Hilfe auf dem Schreibtisch liegen habe. Je nach Fortschritt des Schülers wähle ich die passenden Kriterien aus, z.B. geht es bei einem Anfänger zuerst um eine gute Haltung und noch lange nicht um die Balance zwischen den Stimmen. Falls du ein anderes Instrument unterrichtest, kannst du anhand der Beispiele bestimmt ähnliche  Kriterien formulieren.

  1. Üben: Häufigkeit/ Motivation/ Lerntempo, besprochene Übetechniken: Takt korrigieren, Übeklammer (die Problemstelle 3x richtig), den ganzen Abschnitt ohne Fehler spielen, von hinten üben, …
  2. Lesen: welche Lage/ welche Töne, One Minute Challenge (welche Stufe in wieviel Wochen geschafft)
  3. Rhythmus: gleichmäßiges/ flüssiges Spiel möglich?, laut zählen (metrisch oder Rhythmussprache) sicher/ unsicher?, Rhythmusübungen (ich nutze diese hier von Wendy Stevens) bis Unit XY gemacht, ist das Spielen in unterschiedliche Tempi möglich? Wurde das Metronom schon eingesetzt oder wurden vorbereitende Übungen gemacht?
  4. Haltung: runde Finger?, Handgelenke gerade?, Sitz/ Körperhaltung, Körperspannung (zu locker/fest),
  5. Technik: lockeres/weiches Handgelenk, sauberes Ablösen der Finger, Anschlag mit den Fingern sicher oder wird das Gewicht des Unterarms (zu viel Aktion) genutzt?, gute Klangqualität, sichere Artikulation, Koordination beider Hände, Pedal, Balance (Melodie lauter als Begleitung),
  6. Musikalität: Umsetzung des Charakters, Dynamik, Phrasen trennen, Betonung auf 1, Ritardando, dynamische Gestaltung der Phrasen,
  7. neue Inhalte/ Schwerpunkte (der letzten 3-4 Wochen)
  8. wie viele Stücke wurden im Unterrichtsblock abgeschlossen?, wie viele Wochen wurden durchschnittlich dafür gebraucht (aus der Block-Planung ersichtlich und hilfreich bei der Planung eines Schülerkonzertes), bin ich damit zufrieden oder nicht?

Ziele und Strategien

Nach der Bestandsaufnahme siehst du sofort, in welchen Bereichen der Unterricht den Schüler besonders fördern sollte. Wähle hier die 4 bis max. 5 wichtigsten Ziele aus und überlege dir anschließend eine Strategie/Methodik. Dafür habe ich diese Tabelle, die ich unter der Evaluation einfüge, ausfülle  und anschließend in die neue Block-Planung für die kommenden Unterrichtsstunden kopiere.

In der Regel sind nicht alle Ziele zu schaffen.  Das kann an kurzen Unterrichtsblöcken liegen oder auch an besonderen Wünschen von Schülern und Eltern. Ich fange zuerst mit ein oder zwei Bereichen an und sehe dann weiter. Ich gehe gerne auf Wünsche ein, doch ich möchte nicht vergessen, dass ich studierte Musikpädagogin bin und für meine verantwortungsvolle Arbeit auch ein Honorar bekomme. Dieser Überblick hilft mir die Richtung zu behalten und die Stunden dezent zu führen und nicht nur geschehen zu lassen.

Was meinst du? Könnte dir die Evaluation helfen, deinen Unterricht gezielter aufzubauen? Oder fühlst du dich etwas erschlagen? Ich habe mein System über viele Jahre ausprobiert und immer wieder verändert. Nimm dir Zeit, nichts gelingt von heut auf morgen – so wie in unserem wunderschönen Beruf.

Ich würde mich freuen, wenn du dieses System mit einigen wenigen Schülern testen und für dich verändern würdest. Vielleicht hast du Lust in den Kommentaren von deiner Unterrichtsplanung zu schreiben. Falls etwas noch unklar ist, helfe ich dir gern weiter.

Im zweiten Teil von „Meine Unterrichtsplanung“ werde ich dir die Block-Planung vorstellen.

Bis bald und viel Freude im Unterricht!

Wichtige Informationen in der Probestunde

Die Probestunde

 

Die Arbeit als Klavierlehrerin  ist für mich der schönste Job der Welt! Den ganzen Tag darf ich mich mit Musik und lieben Menschen beschäftigen. Doch bestimmte Umstände können mich ganz schön ermüden und frustrieren. Das kennst du als Instrumentalpädagoge bestimmt auch. Im heutigen Artikel geht es um deine Zufriedenheit und Motivation im Unterrichtsalltag und was du dafür schon in der Probestunde tun kannst.

Ich denke an kleine Situationen mit einzelnen Schülern, die nach und nach zu einem dicken Knoten im Bauch werden. Den Ärger bemerkt man oft erst sehr spät. Das kann der Schüler sein, der Woche für Woche zu spät kommt, nur mit der Hälfte seiner Noten erscheint oder kaum geübt hat.  Bisher dachte ich immer, dass das Interesse des Schülers und die Qualität meiner pädagogischen  Arbeit die entscheidenden Punkte für einen erfolgreichen Klavierunterricht sind. Doch ich habe in der letzten Zeit über einzelne Schüler nachgedacht und festgestellt, dass der Unterricht auch von einigen äußeren Faktoren unterstützt oder gebremst wird. Auf diese haben wir nur begrenzten Einfluss, doch wir sollten uns darüber im Klaren sein und diesen zumindest nutzen.

Die Probestunde

Schauen wir uns die Probestunde mit einem potentiellen Schüler einmal näher an. Hier geht es darum, dass er das Klavierspielen ausprobieren kann und einen ersten Eindruck vom Unterricht bekommt. Ein erster Austausch (mit den Eltern) zeigt, ob wir ähnliche Vorstellungen und Ziele haben und ob man sich überhaupt sympathisch ist. Abschließend geht es um den Unterrichtsvertrag, die Konditionen und Organisatorisches.

Genau jetzt sind die Schüler (-Eltern) auch offen und dankbar für Alltags-Tipps. Wissen sie, was es bedeutet ein Instrument zu lernen? Warum möglichst jeden Tag geübt werden sollte? Hier kann ich informieren und so die elterliche Unterstützung aufbauen, die dem Unterricht zu Gute kommt.

Die Eltern tragen einen großen Teil zum Unterricht bei. Im Studium hast du vielleicht  vom pädagogischen Dreieck gehört, dass aus Schüler, Lehrer und Eltern besteht. Am besten kann der Instrumentalunterricht gelingen, wenn alle drei Parteien zusammen arbeiten. Es ist nicht immer einfach mit den Eltern, ich weiß… Doch wer organisiert den Alltag des Kindes? Wer erinnert an das Üben und sitzt oftmals daneben? Wer ist da, wenn es beim Üben mal nicht klappt? Wer hat im Unterricht zugehört und kann helfen? Wer fährt das Kind? Das sind in erster Linie die Mütter, deshalb sind sie so wichtig für uns!

Ich schaue mir inzwischen weniger das Kind, sondern mehr die Mutter an. Wie organisiert ist sie? Folgende Tipps habe ich als kleines Infoblatt zusammengestellt und gehe es zusammen mit den potentiellen Schülern durch.

Tipps zum Klavierstart

  • kurze Fingernägel (für die Fingerhaltung)
  • pünktlich und mit allen Noten plus Hausaufgabenheft
  • regelmäßiges Üben (mind. 4x pro Woche, am besten sofort am Tag nach der Stunde, nach Anleitung durch das Hausaufgabenheft)
  • Unterstützung der Eltern (die Eltern sind bis mind. bis zum 9. Lebensjahr im Unterricht dabei und können zu Hause helfen, generell sollten sie an das Üben erinnern, bei Schwierigkeiten ermutigen, Anteil nehmen und natürlich Gelungenes loben)
  • ausreichend Unterrichtszeit (Aufstocken von 30 auf 45 Minuten im Alter von 9 oder 10 Jahren, dann wenn auch die Schwierigkeit der Literatur zunimmt)
  • regelmäßiges Stimmen des Instrumentes (einmal jährlich)

Für uns als Instrumentalpädagogen sind diese Tipps nichts Besonderes, doch den neuen Schülern wird nicht alles bewusst sein. Für sie ist es ein ganz neues Feld – unter Umständen auch, wenn sie von einem anderen Lehrer kommen…

Natürlich wird es trotzdem nicht immer im Unterricht glatt laufen und du wirst hier und da gefordert sein. Doch sind die Rahmenbedingungen von vornherein bekannt, kann eine kleine Erinnerung reichen. Besser, als wenn du dich immer wieder ärgerst, ohne dass der Schüler/ die Eltern überhaupt wissen was sie falsch machen. Oder sich eine falsche Gewohnheit wochenlang gefestigt hat , die wir dann mit viel Mühe korrigieren müssen.

Unsere Schüler haben die bestmögliche Unterstützung verdient und dazu gehört auch die richtige Information über den Übealltag am Instrument. Dies sorgt für eine gute Unterrichtssituation.

Schreibe deine Tipps für den Unterricht auf!

Was nervt dich in deinem Unterricht? Was könnte runder laufen? Vielleicht möchtest du eine eigene Information für deine Probestunden zusammenstellen. Denn erst wenn du deine Empfehlungen aufschreibst und aussprichst, können sie gehört und umgesetzt werden. Du als Profi an deinem Instrument kannst schon in der Probestunde die richtigen Weichen stellen, dass erspart einiges an Stress und ermöglicht einen entspannten Unterricht für alle Seiten.

Motivierte Schüler + engagierte Eltern = glücklicher Lehrer! Dann ist es definitiv der schönsten Job der Welt!

Motivierende Stücke von Jennifer Eklund

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Zeitlose Popmusik – gibt es das?  Ja! Ich möchte dir heute einige schöne Stücke vorstellen, die bei meinen Schülern richtig gut ankommen.

Jennifer Eklund ist eine amerikanische Klavierpädagogin und Komponistin, die im Eigenverlag ihre Methode „Piano Pronto“, tolles Zusatzmaterial und inzwischen auch weitere Lehrer, die komponieren, veröffentlicht. Ihre Methode ist sehr beliebt und ich verwende sie inzwischen oft in meinem Unterricht. Vorletztes Jahr hat sie das Unterrichten aufgegeben und konzentriert sich ganz auf das Komponieren und ihren Verlag. Sie betreut außerdem eine große Piano Pronto Gruppe auf Facebook mit fast 2.400 Mitgliedern.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, doch ich unterrichte Popmusik genauso gerne wie klassische Musik und möchte beides auf sinnvolle Art in meinen Unterricht einbringen. Pop ist den Schülern einfach vertraut und damit erreiche ich sie. Die Stücke klingen wirklich toll sind eine optimale Rhythmusschulung – spätestens dann verstehen meine Schüler  die Notwendigkeit des lauten Zählens. Außerdem mag ich selbst gern Popmusik und spiele die fortgeschrittenen Stücke von Jennifer Eklund oft zum Einspielen oder einfach zum Entspannen. Falls du dich bisher nicht so auf Pop einlassen konntest, wären diese Stücke eine tolle Gelegenheit. Neugier und Offenheit können beim Unterrichten nicht schaden…

Eklund_Jennifer_FotoEklunds Kompositionen klingen vielen Schülern vertraut, denn sie verwendet bekannte Harmonien und Rhythmen. Die Stücke enthalten Rhythmus-Muster, die häufig wiederholt und damit gut verinnerlicht werden können. Da ihre Stücke nicht in den Charts sind, können sie weder „in“ noch „out“ sein und können langfristig im Unterricht eingesetzt werden.

Heute möchte ich dir also 12 Stücke aus dem Zusatzmaterial vorstellen. Die Stücke sind meistens in einem ihrer Hefte zu finden, doch du kannst sie auch einzeln kaufen. Falls du dich noch nicht an das Bestellen in Amerika ran traust, versuche es doch zuerst mit den Downloads. So musst du dir keine Gedanken über den Zoll machen und vor allem nicht warten!

Ich habe pro Schwierigkeitsgrad vier Stücke ausgesucht, damit bekommst du schon einen guten Eindruck, doch es gibt natürlich noch viel mehr bei Jennifer zu entdecken. Übrigens gibt es viele Stücke in vereinfachter und originaler Version. Hinter der Beschreibung findet ihr einen Link zur Piano Pronto-Seite, dort kannst du dir die Noten ansehen und parallel anhören. Scrolle etwas runter, dann findest du unter der Abbildung des Covers die Aufnahme („See and listen“) und die Noten („Take a look inside“). Starte zuerst die Aufnahme, verlasse das Feld und öffne dann die Noten-Vorschau. Unter „Watch the video“ kannst du Jennifer übrigens auch in Aktion erleben.

Late Beginner – später Anfänger

Quint-Begleitung, Synkopen, Lagenwechsel

1. Someday

2. On my way

3. Hold on

4. No limits

Early Intermediate – Anfang Mittelstufe

Begleitung mit Quinten und Oktaven, Synkopen, Triolen, Übergreifen, Akzente

5. Beautiful memories

6. End Game

7. Guilty as charged

8. Oh snap!

Intermediate – Mittelstufe

punktierte Achtel, Sechzehntel, Wechsel der Tonart, Intervalle rechts, Arpeggien

9. Dreamweaver

10. New Horizons

11. Long Road Home

12. Sky´s the limit

Bestellung

Rechts neben dem Cover siehst du unterschiedliche Kaufoptionen. „Digital Single user“ und darunter „Digital: Unlimited reproductions“. Schau, dass die 1 im richtigen QTY-Feld steht, dies bedeutet Quantity (Anzahl).  Durch den Button „Add to cart“ legst du den Artikel in deinen Einkaufskorb. Wenn du fertig bist, klicke auf „Proceed to checkout“. Vor der ersten Bestellung legst du ein Kundenkonto an, dies kannst du bei allen weiteren Käufen durch deine E-Mail-Adresse und ein Passwort nutzen. Du kannst mit Kreditkarte oder Paypal bezahlen. In der E-Mail, die du dann bekommst, befinden sich die Links der Downloads. Du kannst sie auf deinem PC speichern, aber du hast auch innerhalb deines Kundenkontos unter „My digital products“ weiterhin Zugriff darauf.

Noch kurz zu den Preisen: 3$ sind ca 2,70€ und 10$ entsprechen ca. 9,-€ (je nach Dollarkurs). Regelmäßig finden auch Sales statt.

Ich empfehle dir, dass du zuerst eine Single user-Version kaufst. So kannst du das Stück selber spielen und mit dem ersten Schüler testen. Bitte bedenke aber, dass sich die PDF auf deinem PC nicht selbst vernichtet und du sie unzählige Male ausdrucken könntest. Gefällt dir das Stück und möchtest du es in dein Unterrichtsrepertoire aufnehmen, dann kaufe bitte noch die Unlimited reproductions-Version. Davon kannst du so viele Drucke machen wie du möchtest. Ich freue mich, dass Menschen mit ihrem Talent für ihren Lebensunterhalt sorgen können und ich möchte sie darin unterstützen.

Viel Freude im Unterricht!