Instrumentalunterricht richtig planen – Teil 1: Evaluationen

Welche Ziele hast du im Klavierunterricht? Tipps zur Unterrichtplanung im Klavierunterricht auf klavierpaedagogikentdecken.de

Kennst du das auch?

Du liest ein Fachbuch und sprudelst vor Ideen. Die ein oder andere versuchst du sofort um zusetzten, doch irgendwie gerät sie doch wieder in Vergessenheit.

Oder du möchtest mehr Technik oder Improvisation in deinen Unterricht einbauen und weißt nicht wie.

Du möchtest deinen Unterricht weiterentwickeln, damit deine Schüler den bestmöglichen Unterricht erhalten.

Um die Ziele und Bedürfnisse unserer Schüler im Blick zu haben, benötigen wir Weitsicht und Überblick. Oder anders formuliert: Eine gute Unterrichtsplanung.

Ok, ganz ruhig bleiben – klicke nicht weg! Ich helfe dir!

Ich gebe zu, dass ich eine leidenschaftliche Planerin bin. Aber das musst du gar nicht sein. Was heißt denn einen Plan zu haben?

Ein Plan bedeutet, dass du  einen Überblick hast und du dir einen Weg überlegt hast.

Es bedeutet nicht, dass deine Planung in Stein gemeißelt ist!

Mit etwas Planung kannst du neue Ideen umsetzten, auf die Wünsche und Bedürfnisse deiner Schüler besser eingehen, die Qualität deines Unterrichts steigern und vor allem musst du nicht mehr auf den letzten Drücker irgendein Stück aus dem Ärmel schütteln, das alle nur so halb begeistert.

Auch wenn du zwischendurch etwas Zeit investieren musst, spart es dich eine Menge Nerven und kannst kreativ über deinen Unterricht nachdenken.

Ich möchte dich einladen über deine Unterrichtsvorbereitung nachzudenken und dir mein System als Anregung vorstellen. Darum soll es in der dreiteiligen Serie „Meine Unterrichtsplanung“ gehen.

Fachbücher inspirieren – doch dann lassen sie uns allein

Was sagt die Fachliteratur zum Thema Unterrichtsplanung?

In „Was ist guter Instrumentalunterricht?“ beschreibt Anselm Ernst das Unterrichten als „zielstrebiges, planmäßiges, ökonomisches, systematisches Handeln.“ (S. 22)  Er wünscht sich (oder fordert fast schon) die Integration von unzähligen Lernfeldern in den Unterricht, die er in zwei Komplexe einteilt.

Im ersten Komplex geht es um das aktive Musizieren, also Zusammenspiel, Werkerarbeitung, Improvisieren, Blattspiel, Spieltechnik und Komponieren. Im zweiten Komplex nennt er die ergänzenden Bereiche wie Körperschulung, Rhythmusschulung, Musiklehre, Gehörbildung, Werkanalyse und Musikgeschichte. (S.17)

Er schreibt: „Manchem mag es erscheinen, dass die zwölf Lernfelder den Unterricht mit einer erdrückenden Inhaltsfülle bedrängen. Aber bedenken wir einmal, was eine geschickte Planung immer wieder zu Wege bringt.“ (S. 18)

Richtig – beim Lesen empfinde ich diese Fülle erdrückend. Es folgen Beispiele, die alle in der Praxis stattfinden, doch nirgendswo findet sich auch das WIE.

Für mich wirft es folgende Fragen auf:

  • Wie sieht eine „geschickte Planung“ aus?
  • Wie bereite ich als Lehrer die Stunde vor?
  • Wie erarbeite ich mir als Instrumentallehrer Strategien und Methoden um  Lernfelder einzuführen und zu vermitteln?
  • Wie behalte ich all diese erstrebenswerten kurz-, mittel- und langfristigen Ziele vor Augen?

„Der virtuose Lehrer“ von Paul Harris über proaktiven Unterricht hat mich sehr fasziniert. Proaktiver Unterricht bedeutet, dass der Lehrer den Schüler an einen neuen Lerninhalt von vielen Seiten heranführt. Alle Aktivitäten fügen sich zusammen und sind für den Schüler gut durchführbar, was ihn problemlos verstehen und positive Lernerfahrungen sammeln lässt.

Das Gegenteil ist der reaktive Unterricht, hier reagiert der Lehrer erst auf die auftretenden Probleme des Schülers und korrigiert diese. Dies gibt dem Schüler immer wieder das Gefühl von Inkompetenz und sorgt für einen wenig abwechslungsreichen Unterricht.

Wenn wir mal ehrlich sind, ist dies oft in unserem Unterricht zu finden, oder?

Aber das muss ja nicht so bleiben!

Für den proaktiven Ansatz von Paul Harris muss ich aber auch erstmal wissen wo der Schüler steht und wie ich ihn unterstützen und auf neue Lerninhalte vorbereiten kann. Dies bedarf Planung und Weitsicht – welche leider wieder nicht näher beschrieben wird.

Schade, denn ansonsten ist es ein richtig tolles Buch. Absolute Leseempfehlung!

Ein System aus Evaluation, Protokoll und Block-Planung

Ok, dann müssen wir uns da wohl selber etwas überlegen. Mit meinem System möchte ich dir dafür Anregungen geben.

Ich nutze ein System, das aus Evaluation, Block-Planung und Protokoll und  besteht. Zusätzlich hilft eine detaillierte Übe-Liste dem Schüler beim häuslichen Üben.

Als Startpunkt finde ich die Evaluation sehr hilfreich. Wo steht der Schüler und  -welche Ideen und Wünsche habe ich (und er) für seinen Unterricht?

Die Block-Planung ist eine Übersicht, welche die nächsten Ziele und Stücke des Schülers enthält. (Als Block bezeichne ich die Unterrichtsstunden zwischen zwei Ferien.)

Im Protokoll notiere ich Woche für Woche was in der Stunde passiert ist und in der  folgenden Evaluation werte ich seine Fortschritte aus und plane den nächsten Unterrichtsblock.

Die Block-Planung, das Protokoll und die Übe-Liste werde ich in den nächsten Teilen von „Instrumentalunterricht richtig planen“ vorstellen.

Mit deiner Unterrichtsplanung hast du Ziele und Bedürfnisse im Klavierunterricht im Blick

Was ist eine Evaluation?

In einer Evaluation werden Projekte oder Prozesse bewertet und begutachtet. Sie wird in vielen Bereichen von Bildung, Wirtschaft, Politik, etc. genutzt.

Im Prinzip wird ein Ziel formuliert und Strategien für den Erfolg überlegt. Während des Prozesses werden Daten erhoben und anschließend ausgewertet. Wurde das gewünschte Ergebnis erreicht und wenn nicht, welche Probleme oder Fehleinschätzungen traten auf? Die Ergebnisse sorgen dann für eine Änderung oder Optimierung.

Auf die Planung im Instrumentalunterricht übertragen bedeutet es den folgenden Kreislauf:

  1. Beurteile den aktuellen Entwicklungsstand des Schülers (Evaluation)
  2. Überlege dir  Ziele  und Strategien, um diese zu erreichen (Block-Planung)
  3. Notiere die folgenden Wochen die Entwicklung und Ereignisse der Stunden (Protokoll)
  4. Werte aus, ob die Ziele erreicht wurden.
  5. Formuliere einen neuen Entwicklungsstand werden nach einer bestimmten Zeit ausgewertet (Evaluation)

Anleitung für deine erste Evaluation

Ich freue mich, dass du bis hierhin gelesen hast! Jetzt geht es richtig los!

Beginne vielleicht erstmal mit drei bis fünf Schülern und gucke wie es dir gefällt und weiterhilft. Ich empfehle Anfänger oder aktuelle Sorgenkinder zu nehmen.

Für eine regelmäßige Evaluation nutze ich die letzte Woche vor den Ferien. Der Unterrichtsblock ist dann abgeschlossen und ich habe dann mehr Zeit für die Auswertung und Unterrichtsplanung.

Keine Angst, du wirst nicht die ganzen Ferien dafür brauchen! Dein Unterrichtsalltag wird dadurch ruhiger und dein Unterricht wird immer besser.

Im Prinzip kannst du es aber jederzeit machen.

Drucke dir den Download zur Evaluation, bzw. die zweite Seite davon, so oft wie benötigt  aus  und fülle sie in der Unterrichtsstunde des Schülers oder kurz danach aus. Manches wirst du beim ersten Mal vielleicht nur schätzen können.

In der PDF-Datei findest du eine detaillierte Ausfüllhilfe als Anregung, deshalb beschränke ich mich hier nur auf die Punkte, zu denen du dir stichpunktartig Notizen machen kannst.

  1. Üben
  2. Lesen
  3. Rhythmus
  4. Haltung
  5. Technik
  6. Musikalität
  7. Anzahl der Stücke 
  8. neue Ziele/Ideen

Ziele und Ideen

Nach der Bestandsaufnahme hast du bestimmt einige Ideen, in welchen Bereichen der Schüler gefördert werden könnte.

Übertreibe es nicht und wähle nur ein bis zwei Schwerpunkte. Das wird ausreichen.  Notiere sie in der Planung für den nächsten Unterrichtsblock und treffe die notwendigen Vorbereitungen.

Je nachdem welche Ideen du hast, können ältere Schüler natürlich auch in diese Entscheidung mit einbezogen werden.

Und? Ist es so schlimm und umfangreich wie du gedacht hast? Könnte es helfen deinen Unterricht noch besser zu gestalten?

Falls du Fragen hast – ich helfe dir gerne weiter! Unter carina(at)klavierpaedagogikentdecken.de kannst du mit schreiben.

Im zweiten Teil von „Instrumentalunterricht richtig planen“ werde ich dir die Block-Planung und das Protokoll vorstellen.

Deine Probestunde – nutze diesen Moment!

Tipps für die Probestunde auf Klavierpaedagogikentdecken.de

 

Die Arbeit als Klavierlehrerin  ist für mich der schönste Job der Welt – und doch kann sie auch ermüdend und frustrierend sein!

Ich denke da an nervige Momente mit Schülereltern. Kleine Situationen mit einzelnen Schülern/Eltern, die nach und nach zu einem dicken Knoten im Bauch werden. Und dich immer wieder, auch in der Freizeit, beschäftigen.

Das hast du bestimmt schon einmal erlebt, oder?

Ganz lässt sich das nicht verhindert, wir arbeiten schließlich mit Menschen. Doch dein Verhalten in der Probestunde kann so einiges für die Zukunft beitragen.

Bisher dachte ich immer, dass das Interesse des Schülers und die Qualität meiner pädagogischen Arbeit die entscheidenden Punkte für einen erfolgreichen Klavierunterricht sind.

Doch ich habe die Feststellung gemacht, dass der Unterricht auch von einigen äußeren Faktoren gefördert oder eben gebremst wird. Damit meine ich pünktlich gezahltes Honorar, gekürzte Fingernägel, abgesagte Stunden und vieles mehr.

Es geht um ein nettes Miteinander, aber auch um deine Zufriedenheit und Motivation im Unterrichtsalltag.

Und da legst du bereits in der Probestunde den Grundstein!

Die Probestunde

In der Probestunde darf dein potentieller Schüler das Instrument ausprobieren, doch es geht auch darum, dich als Lehrerpersönlichkeit und deine Konditionen kennenzulernen.

Ein erster Austausch mit den Eltern zeigt, ob Sympathie aber auch ähnliche Vorstellungen und Ziele vorhanden sind.

Und vor allem solltest du deinen Unterrichtsvertrag und deine Regeln vorstellen.

Regeln?

Oh ja! In diesem Moment sind die Schülereltern besonders offen und aufnahmebereit. Sie sind am Ablauf interessiert und sind für deine Informationen und Tipps sehr dankbar.

Nutze diesen Moment der Offenheit!

Dies bespreche ich in der Probestunde:

Erstens den Unterrichtsvertrag und seine Besonderheiten. Gaaanz wichtig ist der Satz: „Wenn Sie die Stunde aus Krankheit oder anderen Terminen absagen, muss ich sie leider trotzdem berechnet. Wir haben einen Termin abgesprochen, den ich von meiner Seite exklusiv für ihr Kind freihalte.“

Ich hoffe natürlich, dass dies auch so in deinem Vertrag steht! Und du es auch umsetzt. Es geht hier letztendlich um deine Freizeit – die auch wichtig für deine Gesundheit und Motivation ist.

Zweitens eine Unterrichtsinformation mit Tipps und notwendigen Maßnahmen, damit deine Stunden auch gut laufen können.

Jeder hat hier andere Vorlieben und du solltest das für dich passend formulieren. Als Beispiele sind hier Tipps und Regeln für meinen Unterricht.

Nutze deinen Moment in der Probestunde und erspare dir viel Ärger auf klavierpaedagogikentdecken.de

Tipps zum Klavierstart

  • kurze Fingernägel (für die Fingerhaltung)
  • pünktlich und mit allen Noten plus Hausaufgabenheft
  • regelmäßiges Üben (mind. 4x pro Woche, am besten sofort am Tag nach der Stunde, nach Anleitung durch das Hausaufgabenheft)
  • Unterstützung der Eltern (die Eltern sind bis mind. bis zum 9. Lebensjahr im Unterricht dabei und können zu Hause helfen, generell sollten sie an das Üben erinnern, bei Schwierigkeiten ermutigen, Anteil nehmen und natürlich Gelungenes loben)
  • ausreichend Unterrichtszeit (Aufstocken von 30 auf 45 Minuten ab dem zweiten Schuljahr)
  • regelmäßiges Stimmen des Instrumentes (einmal jährlich)

Wie findest du deine Regeln und Tipps?

Ganz einfach: Was hat dich in den letzten Wochen und Monaten besonders genervt oder auch ausgebremst? Welche Schwierigkeiten treten mit Schülern oder Eltern auf?

DAS  solltest du  in der Probestunde besprechen und es gehört in deine Unterrichtsinformation.

Schriftlich wirkt besser als mündlich!

Nimm dir die Zeit, deine Punkte aufzuschreiben und überreiche sie (in aller Regel) der Mutter. Dadurch bekommen sie mehr Gewicht und die Wahrscheinlichkeit, dass sie beachtet werden, steigt!

Es wird nicht immer alles im Unterricht glatt laufen. Doch die Rahmenbedingungen  sind von vornherein bekannt und es reicht dann hoffentlich eine kleine Erinnerung. Besser, als wenn du dich immer wieder ärgerst, ohne dass der Schüler/ die Eltern überhaupt wissen was sie falsch machen.

Damit hilfst du vor allem deinen Schülern, denn sie haben von allen Seiten die bestmögliche Unterstützung verdient.

Und übrigens…

Wenn ich ganz ehrlich bin, schaue ich mir in der Probestunde vor allem die Mutter an.

Wie organisiert wirkt sie?

Hat Sie Zeit und möchte mit ihrem Kind üben oder es zumindest daran erinnern?

Welchen Erziehungsstil hat sie?

Die Mutter ist der Schlüssel. Mit dem Kind komme ich eigentlich immer klar…

 

Welche Regeln findest du für deinen Unterricht wichtig? Teile sie gerne mit uns in den Kommentaren!

Klaviernoten: Motivierende Stücke von Jennifer Eklund

Noten-Tipp für den Klavierunterricht: motivierende Popmusik von Jennifer Eklund

 

Zeitlose Popmusik – gibt es das?  Ja! Ich möchte dir heute einige schöne Stücke vorstellen, die bei meinen Schülern richtig gut ankommen.

Jennifer Eklund ist eine amerikanische Klavierpädagogin und Komponistin, die im Eigenverlag ihre Methode „Piano Pronto“, tolles Zusatzmaterial und inzwischen auch weitere Lehrer, die komponieren, veröffentlicht. Ihre Methode ist sehr beliebt und ich verwende sie inzwischen oft in meinem Unterricht. Vorletztes Jahr hat sie das Unterrichten aufgegeben und konzentriert sich ganz auf das Komponieren und ihren Verlag. Sie betreut außerdem eine große Piano Pronto Gruppe auf Facebook mit fast 2.400 Mitgliedern.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, doch ich unterrichte Popmusik genauso gerne wie klassische Musik und möchte beides auf sinnvolle Art in meinen Unterricht einbringen. Pop ist den Schülern einfach vertraut und damit erreiche ich sie.

Die Stücke von Jennifer Eklund klingen wirklich toll sind eine optimale Rhythmusschulung – spätestens dann verstehen meine Schüler  die Notwendigkeit des lauten Zählens. Außerdem mag ich selbst gern Popmusik und spiele ihre fortgeschrittenen Stücke  zwischendurch zum Einspielen oder einfach zum Entspannen.

Falls du dich bisher nicht so auf Pop einlassen konntest, wären diese Stücke eine tolle Gelegenheit.

Eklunds Kompositionen klingen vielen Schülern vertraut, denn sie verwendet bekannte Harmonien und Rhythmen. Die Stücke enthalten Rhythmus-Muster, die häufig wiederholt und damit gut verinnerlicht werden können. Da ihre Stücke nicht in den Charts sind, können sie weder „in“ noch „out“ sein und können langfristig im Unterricht eingesetzt werden.

Heute möchte ich dir also 12 Stücke aus dem Zusatzmaterial vorstellen. Die Stücke sind meistens in einem ihrer Hefte zu finden, doch du kannst sie auch einzeln kaufen. Falls du dich noch nicht an das Bestellen in Amerika ran traust, versuche es doch zuerst mit den Downloads. So musst du dir keine Gedanken über den Zoll machen und vor allem nicht warten!

Noten-Tipp für den Klavierunterricht: motivierende Popmusik von Jennifer Eklund

 

Ich habe pro Schwierigkeitsgrad vier Stücke ausgesucht, damit bekommst du schon einen guten Eindruck, doch es gibt natürlich noch viel mehr bei Jennifer zu entdecken. Übrigens gibt es viele Stücke in vereinfachter und originaler Version. Hinter der Beschreibung findet ihr einen Link zur Piano Pronto-Seite, dort kannst du dir die Noten ansehen und parallel anhören. Scrolle etwas runter, dann findest du unter der Abbildung des Covers die Aufnahme („See and listen“) und die Noten („Take a look inside“). Starte zuerst die Aufnahme, verlasse das Feld und öffne dann die Noten-Vorschau. Unter „Watch the video“ kannst du Jennifer übrigens auch in Aktion erleben.

Late Beginner – später Anfänger

Quint-Begleitung, Synkopen, Lagenwechsel

1. Someday

2. On my way

3. Hold on

4. No limits

Early Intermediate – Anfang Mittelstufe

Begleitung mit Quinten und Oktaven, Synkopen, Triolen, Übergreifen, Akzente

5. Beautiful memories

6. End Game

7. Guilty as charged

8. Oh snap!

Intermediate – Mittelstufe

punktierte Achtel, Sechzehntel, Wechsel der Tonart, Intervalle rechts, Arpeggien

9. Dreamweaver

10. New Horizons

11. Long Road Home

12. Sky´s the limit

Bestellung

Ich empfehle dir, dass du zuerst eine Single User-Version kaufst. So kannst du das Stück selber spielen und mit dem ersten Schüler testen.

Gefällt dir das Stück und möchtest du es in dein Unterrichtsrepertoire aufnehmen, dann kaufe bitte noch die Unlimited reproductions-Version. Davon kannst du so viele Drucke machen wie du möchtest.

Jennifer Eklund hat ja auch ihre Miete zu bezahlen…

Lohnt sich die Bestellung der Bücher?

Ich nutze ihre Piano Pronto-Methode gern und bestelle etwa einmal pro Jahr Nachschub. Das Porto lege ich auf alle Hefte um und je nach Dollarkurs liegen sie dann bei ca. 13,- Euro. Ein deutsches Heft ist nicht günstiger – und der Band einer Methode erst recht nicht.

Die Sammelbände bestelle ich nicht mehr, mit den Downloads kann ich gezielter die Hits auswählen.

Notenlesen üben – effektiv und motivierend

Notenlesen üben, effektiv und motivierend auf klavierpaedagogikentdecken.de

Hand aufs Herz – wie sicher sind deine Schüler im Notenlesen?

Und wann habt ihr es das letzte Mal trainiert?

Wenn ich ehrlich bin, bleiben meine schön laminierten Notenkärtchen oft unangetastet. Lieber spielen wir Stücke… Doch nach den Osterferien habe ich sie endlich herausgeholt und bemerkt, dass meine Schüler die Noten zwar erkennen, doch oft viel Zeit zum Überlegen brauchen. Viel zu viel Zeit…

Da musste eine Lösung her! Die

One Minute Challenge

Ein regelmäßiges und effektives Notenlese-Training.

Alle Informationen und Materialien findest du dazu in diesem Artikel.

Absolutes und relatives Notenlesen

Beginnen wir aber von vorn. Im Leseprozess spielen viele Dinge zusammen. Die Notenkärtchen trainieren das absolute Lesen, dies ist z.B. für das Erkennen des ersten Tons und bei Lagenwechseln hilfreich.

Doch in einem Stück stehen die Töne in Bezug zu einander, so dass nicht jeder Ton gelesen, sondern oft durch die Verbindung mit einem anderen Ton erkannt wird. Dies ist das relative oder das intervallische Lesen, das z.B. oft innerhalb einer Phrase genutzt wird.

Beide Lesevorgänge sind wichtig – im heutigen Artikel geht es um das absolute Lesen.

Das effektive Training zum sicheren Notenlesen

Wenn du diese Aktion einmal jährlich mit allen Schülern machst, profitierensie das restliche Jahr davon!

Die One Minute Challenge oder „Eine Minute Herausforderung“ ist, dass deine Schüler ihre Töne innerhalb von einer Minute benennen und am Klavier anschlagen.

Wer es dreimal schafft, hat die Challenge gewonnen und bekommt als Bestätigung eine Urkunde.

 

Die Anfänger profitieren von diesem Training, da sie den Überblick  über den immer weiter wachsenden Tonraum behalten und recht schnell ein Erfolgserlebnis haben.

Die Schüler in der Mittelstufe befinden sich in einer anderen Situation: Sie üben mehrere Wochen an ihren Stücken, also sehen sie längere Zeit keine „frischen“ Noten und einige Töne werden nach und nach vergessen. Die Notenkärtchen graben diese wieder hervor und alle Töne sind dann wieder sicher.

Unsichere Schüler, die durch den Zeitdruck völlig aus dem Konzept kommen sollten erst bei großer Sicherheit getestet oder vielleicht ganz ausgenommen werden. Auf der anderen Seite denke ich, dass sie hier im geschützten Raum ihre Belastungsfähigkeit trainieren können.

Wirklich fortgeschrittene Schüler der Oberstufe benötigen die Challenge natürlich nicht, die kennen alle Töne!

Einteilung der Stufen

Ich habe mir folgende Stufen überlegt:

  • Stufe 1: f bis g1 (mittlere C-Lage)
  • Stufe 2: c bis c2 (außerdem die „Hilfslinientöne“ d1 im Bass- und h im Violinschlüssel)
  • Stufe 3: F bis g2 (Hilfslinientöne d1 und e1 im Bass- und h und a im Violinschlüssel)
  • Stufe 4: C bis c3 (Hilfslinientöne d1, e1 und f1 im Bass- und h, a und g im Violinschlüssel, da es sehr viele Karten sind, nehme ich einige Töne aus der kleinen und eingestrichenen Oktave heraus, maximal sind es 30 Karten)

Vorbereitung

Ein paar Worte zur Organisation: Teile deine Schüler in die passende Stufe ein. Falls du unschlüssig bist, wähle besser die leichtere Stufe.

Kündige die One Minute Challenge vorab an und lasse deine Schüler zwischen den klassischen Notenkarten oder einer kostenpflichtigen App entscheiden.

Ich habe für das Üben zu Hause sowohl ein Bastelset für die Karten ( siehe unten) als auch eine Anleitung für die App vorbereitet und ausgeteilt. Die Bedienung der NoteWorks-App haben wir in der Stunde geübt.

Welche Töne abgefragt werden, markierst du dann auf einer Übersicht, die du ebenfalls austeilst.

Dann benötigst du noch ein paar Ausdrucke der Ergebniss-Tabellen, so dass jede Stufe ihre eigene hat.

One Minute Challenge in Aktion

Beginne nun am besten jede Stunde mit  den Notenlesekärtchen. Dann vergisst du es nicht – ich spreche aus Erfahrung…

Zuerst gibt es eine Aufwärmrunde, in der du noch etwas Hilfestellung geben kannst.

In der 2. Runde läuft dann die Stoppuhr mit und du hilft nicht mehr, sondern meldest dich nur, wenn der Schüler über seine Antwort nochmal nachdenken sollte.

Die erreichte Zeit trägst du dann in die entsprechende Tabelle ein. Alle Tabellen sollten für alle einsehbar sein. Meine hängen an einem Magnetboard und oft gucken die Schüler als allererstes dort nach den neuesten Ergebnissen.

Oh ja, hier entsteht ein bisschen  Konkurrenzkampf unter den Schülern. Genauso gut  fordert es aber jeden heraus, die eigene Zeit zu schlagen. Beides hilft dabei das Notenlesen auch wirklich zu üben.

Bewährt und bekannt

Diese Challenge habe ich auf dem Blogg der amerikanischen Klavierpädagogin Susan Paradis entdeckt. Die Idee ist von der ebenfalls amerikanischen Pädagogin und Autorin Jane Smisor Bastien.

Sie hat mit ihrem Mann James einige Klavierschulen und Ergänzungshefte in den 60er bis 80er Jahren herausgegeben. Ich habe bei sheetmusicplus.com die originalen „One Minute Club“ -Karten entdeckt. Hat man die Challenge gewonnen, ist man nämlich im Club!

Mein Fazit

Das Notenlesen ist es definitiv wert, immer wieder trainiert zu werden. Ich wünsche mir einfach, dass meine Schüler neue Stücke neugierig erlernen und erobern können.

Die studioweite One Minute Challenge gibt dem Notenlesen neuen Schwung!

Hier geht es zu den originalen Notenkärtchen auf der Seite von Susan Paradis. Dort findet ihr übrigens sehr viel Materialien und Spiele, schaut euch mal um.

Dazu kommen die passenden One Minute Challenge-Rückseiten (deutsch), die Bastelanleitung Notenkarten mit Stufeneinteilung und welche Töne dazu gehören, die One Minute Challenge-Tabelle und eine OMC Urkunde.

Viel Freude im Unterricht!

Hi und herzlich willkommen!

 

Ich bin Carina Busch, Dipl. Klavierpädagogin und möchte hier über Ideen und Erfahrungen in meinem Klavierunterricht schreiben.

Viele Themen sind bestimmt aber auch für andere Instrumentalpädagogen interessant.

Ich bin auf der Suche nach einem zeitgemäßen Unterricht, der meine Schüler anspricht und gleichzeitig fördert.

Noch ist der Blog  ziemlich leer, doch hier kommt eine kleine Vorschau auf das, was dich erwartet:

Themen

Ich mag Pop-Musik, doch möchte auch die Schönheit der klassischen Musik weitergeben. Für mich ist das kein Widerspruch. Egal welches Genre – jede Form von Musik berührt uns. Überall gibt es etwas zu lernen und ich persönlich mag die Abwechslung. Nach und nach werde ich dir die Hefte aus meinem Klavierunterricht vorstellen. Du findest sie dann oben im Menü unter Literatur.

Das Üben ist für uns Lehrer ein sehr wichtiges Thema. Ich kann mich eigentlich nicht beschweren, meine Schüler üben. Wie ich das mache und wie ich dies weiter verbessern möchte, kannst du hier bald lesen.

Ich bin ein Listen-Mensch und plane sehr gerne. Natürlich auch meinen Unterricht. Du wirst also etwas über meine Stundenprotokolle, regelmäßigen Evaluationen und Unterrichtsplanung erfahren.

Ich würde mich freuen, wenn du das ein oder andere aus meinen Beiträgen mitnehmen und ausprobieren würdest. Über Fragen, Anregungen und Kommentare würde ich mich sehr freuen.

Aber vor allem würde ich gern mehr von dir erfahren: Wo und wen unterrichtest du? Was ist dir wichtig? Und auf was für Probleme stößt du in deinen Stunden?

Lass es mich wissen! Du erreichst mich hier: carina(at)klavierunterrichtentdecken.de.

Bis bald!

Carina