Dies sollte in der Probestunde nicht fehlen…

 

Die Arbeit als Klavierlehrerin  ist für mich der schönste Job der Welt! Den ganzen Tag darf ich mich mit Musik und lieben Menschen beschäftigen. Doch bestimmte Umstände können mich ganz schön ermüden und frustrieren. Das kennst du als Instrumentalpädagoge bestimmt auch. Im heutigen Artikel geht es um deine Zufriedenheit und Motivation im Unterrichtsalltag und was du dafür schon in der Probestunde tun kannst.

Ich denke an kleine Situationen mit einzelnen Schülern, die nach und nach zu einem dicken Knoten im Bauch werden. Den Ärger bemerkt man oft erst sehr spät. Das kann der Schüler sein, der Woche für Woche zu spät kommt, nur mit der Hälfte seiner Noten erscheint oder kaum geübt hat.  Bisher dachte ich immer, dass das Interesse des Schülers und die Qualität meiner pädagogischen  Arbeit die entscheidenden Punkte für einen erfolgreichen Klavierunterricht sind. Doch ich habe in der letzten Zeit über einzelne Schüler nachgedacht und festgestellt, dass der Unterricht auch von einigen äußeren Faktoren unterstützt oder gebremst wird. Auf diese haben wir nur begrenzten Einfluss, doch wir sollten uns darüber im Klaren sein und diesen zumindest nutzen.

Die Probestunde

Schauen wir uns die Probestunde mit einem potentiellen Schüler einmal näher an. Hier geht es darum, dass er das Klavierspielen ausprobieren kann und einen ersten Eindruck vom Unterricht bekommt. Ein erster Austausch (mit den Eltern) zeigt, ob wir ähnliche Vorstellungen und Ziele haben und ob man sich überhaupt sympathisch ist. Abschließend geht es um den Unterrichtsvertrag, die Konditionen und Organisatorisches.

Genau jetzt sind die Schüler (-Eltern) auch offen und dankbar für Alltags-Tipps. Wissen sie, was es bedeutet ein Instrument zu lernen? Warum möglichst jeden Tag geübt werden sollte? Hier kann ich informieren und so die elterliche Unterstützung aufbauen, die dem Unterricht zu Gute kommt.

Die Eltern tragen einen großen Teil zum Unterricht bei. Im Studium hast du vielleicht  vom pädagogischen Dreieck gehört, dass aus Schüler, Lehrer und Eltern besteht. Am besten kann der Instrumentalunterricht gelingen, wenn alle drei Parteien zusammen arbeiten. Es ist nicht immer einfach mit den Eltern, ich weiß… Doch wer organisiert den Alltag des Kindes? Wer erinnert an das Üben und sitzt oftmals daneben? Wer ist da, wenn es beim Üben mal nicht klappt? Wer hat im Unterricht zugehört und kann helfen? Wer fährt das Kind? Das sind in erster Linie die Mütter, deshalb sind sie so wichtig für uns!

Ich schaue mir inzwischen weniger das Kind, sondern mehr die Mutter an. Wie organisiert ist sie? Folgende Tipps habe ich als kleines Infoblatt zusammengestellt und gehe es zusammen mit den potentiellen Schülern durch.

Tipps zum Klavierstart

  • kurze Fingernägel (für die Fingerhaltung)
  • pünktlich und mit allen Noten plus Hausaufgabenheft
  • regelmäßiges Üben (mind. 4x pro Woche, am besten sofort am Tag nach der Stunde, nach Anleitung durch das Hausaufgabenheft)
  • Unterstützung der Eltern (die Eltern sind bis mind. bis zum 9. Lebensjahr im Unterricht dabei und können zu Hause helfen, generell sollten sie an das Üben erinnern, bei Schwierigkeiten ermutigen, Anteil nehmen und natürlich Gelungenes loben)
  • ausreichend Unterrichtszeit (Aufstocken von 30 auf 45 Minuten im Alter von 9 oder 10 Jahren, dann wenn auch die Schwierigkeit der Literatur zunimmt)
  • regelmäßiges Stimmen des Instrumentes (einmal jährlich)

Für uns als Instrumentalpädagogen sind diese Tipps nichts Besonderes, doch den neuen Schülern wird nicht alles bewusst sein. Für sie ist es ein ganz neues Feld – unter Umständen auch, wenn sie von einem anderen Lehrer kommen…

Natürlich wird es trotzdem nicht immer im Unterricht glatt laufen und du wirst hier und da gefordert sein. Doch sind die Rahmenbedingungen von vornherein bekannt, kann eine kleine Erinnerung reichen. Besser, als wenn du dich immer wieder ärgerst, ohne dass der Schüler/ die Eltern überhaupt wissen was sie falsch machen. Oder sich eine falsche Gewohnheit wochenlang gefestigt hat , die wir dann mit viel Mühe korrigieren müssen.

Unsere Schüler haben die bestmögliche Unterstützung verdient und dazu gehört auch die richtige Information über den Übealltag am Instrument. Dies sorgt für eine gute Unterrichtssituation.

Schreibe deine Tipps für den Unterricht auf!

Was nervt dich in deinem Unterricht? Was könnte runder laufen? Vielleicht möchtest du eine eigene Information für deine Probestunden zusammenstellen. Denn erst wenn du deine Empfehlungen aufschreibst und aussprichst, können sie gehört und umgesetzt werden. Du als Profi an deinem Instrument kannst schon in der Probestunde die richtigen Weichen stellen, dass erspart einiges an Stress und ermöglicht einen entspannten Unterricht für alle Seiten.

Motivierte Schüler + engagierte Eltern = glücklicher Lehrer! Dann ist es definitiv der schönsten Job der Welt!

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