Frohe Weihnachten!

So sieht es gerade auf meinem Flügel aus – das Dorf vom Weihnachtsmann!

Ich wünsche Dir ein wunderschönes Weihnachtsfest und alles Gute für 2018! Genieße die Zeit mit Deinen Lieben und erhole Dich gut.

Das werde ich nun auch tun und mich im Januar mit meinem Jahresrückblick und neuen Zielen zurückmelden. Außerdem wird es natürlich mit der Clever Üben-Serie und weiteren interessanten Artikeln rund um einen modernen Instrumentalunterricht weitergehen.

Herzliche Grüße und vielen Dank fürs Lesen!

Carina

Clever Üben – Tipp # 2: Das Rhythmus-Klopfen

Klavier ueben, Tipps fuer den Rhythmus auf klavierpaedagogikentdecken.de

Unsere aktuelle Schülergeneration ist anders als wir. Die kommenden werden anders sein. Und sie brauchen besonders effektive Übe-Strategien.

Für ihre Motivation und eine zunehmende Selbständigkeit am Klavier sollten sie aktiv im Unterricht und Zuhause mitdenken können.

Damit du deine Schüler optimal fördern kannst, stelle ich in der Clever Üben – Serie erprobte und gut nachvollziehbare Übe-Tipps vor.

Warum ich denke, dass unsere Schüler anders sind? Hier kannst du es im einführenden Artikel nachlesen. Zum  1. Teil von Clever Üben: „Die Übe-Phasen eines Stückes“ geht es hier lang.

Das Rhythmus-Klopfen

Das Klopfen kannst du vor allem in der ersten Übephase „Kennen-Lernen“ einsetzten. Dies ist eine einfache, aber sehr effektive Übung, da es den unbekannten Rhythmus schnell verstehen und erleben lässt.

Es bietet sich auch gut als ersten Kontakt mit einem neuen Stück an.

Die Konzentration auf den Rhythmus vereinfacht den Kontakt mit dem Stück. Noten, Fingersätze und Artikulation kommt danach ins Spiel. Es sorgt für einen positiven und damit motivierenden Start.

Wie funktioniert das Klopfen?

Der Schüler schlägt mit der rechten Hand ihren Rhythmus auf das rechte Bein und  zählt dabei laut mit. Die linke Hand übt ihre Stimme genauso.

Oft wird dies auch „patschen“ genannt, doch ich mag „klopfen“ lieber.

Falls der Schüler noch Melodien spielt, die auf beide Hände aufgeteilt sind, werden beide Hände abwechselnd eingesetzt.

Hat dein Schüler die einzelnen Stimmen gut verstanden, erfolgt anschließend das gemeinsame Klopfen beider Hände.

Ein spannender Moment, denn hier kann er das erste Mal fühlen, wie die Koordination beider Hände abläuft. Als Lehrer kann ich oft schon sehen, wie mein Schüler das Zusammenspielen bewältigen wird.

Lautes Zählen – unbeliebt aber wirkungsvoll

Egal ob du die Rhythmussprache nach Kodaly oder das metrische Zählen verwendest, entscheidend ist, dass das Zählen laut erfolgt.

Ich weiß – kein Schüler ist davon begeistert… Doch ich erkläre, dass ich ihm nur helfen kann, wenn ich sein Zählen (und seine Fehler) höre. Und er dadurch besonders schnell den Rhythmus verstehen und lernen wird.

Wenn du das erste Mal mitklopfst und mitzählst,kannst du ihm Sicherheit geben. In der zweiten Runde lässt du ihn alleine zählen und kannst so prüfen, wie gut er es verstanden hat.

Verlässt sich ein Schüler auf dich und verstummt, höre auch mit dem lauten Zählen auf. Wenn er darauf nicht reagiert, unterbrichst du und machst ihn darauf aufmerksam.

Das laute Zählen ist unbeliebt, doch wird mit der Zeit zu einer Gewohnheit und fördert ein gutes Rhythmusgefühl.

Varianten

Es gibt weitere Klopf-Varianten – natürlich alle mit lautem Zählen:

  1. Eine Hand klopft den Rhythmus der Melodie und die andere übernimmt den Puls.
  2. Unterschiedliche Gesten verdeutlichen die Unterschiede von Notenwerten und machen sie fühlbar. Diese Übung nutze ich oft um das Verhältnis von Viertel- und Achtelnote erfahrbar zu machen. Die Viertel werden geklopft, die Achtelnoten geklatscht.

Literaturtipp

Das Rhythmus-Klopfen kannst du auch unabhängig von der Unterrichtsliteratur einsetzten. Zum Beispiel um die Achtelnote oder die punktierte Viertel einzuführen oder zu vertiefen.

Die amerikanische Pädagogin und Komponistin Wendy Stevens hat wirklich tolle Materialien zusammengestellt.

Rhythm Menagerie behandelt die Notenwerte von Ganzer Note bis zur Achtel, die entsprechenden Pausen, die punktierte Viertelnote und den Haltebogen.

Im Folgeheft Rhythm Manipulations werden Sechzehntel, Triolen, punktierte Achtel, Alle-Breve und Taktartänderungen geübt.

Die Rhythm Cups Explorations sind eine witzige Ergänzung, da sie unterschiedliche Bewegungen mit einem ganz normalen Trinkbecher einführen.

Alle Hefte sind in Form einer Studio License erhältlich, dies bedeutet, dass sie einmal gekauft so oft vervielfältigt werden dürfen wie gewünscht.

Diese Materialien eignen sich prima zum Einführen neuer Notenwerte oder zur separaten Übung eines Notenwertes oder Rhythmus. Das erste Heft nutze ich regelmäßig um neue oder unsichere Notenwerte zu üben, die Rhythm Cups setzte ich für den Gruppenunterricht ein.

Vorteile des Klopfens

  1. Dein Schüler erlebt einen positiven Start in ein neues Stück, da es zuerst nur um den Rhythmus geht.
  2. Es verhindert von Anfang an viele unnötige Fehler.
  3. Das Rhythmusgefühl und das laute Zählen werden trainiert. Diese Klopf-Übung ist DER Tipp für Schüler, die sich gerne vor dem lauten Zählen drücken wollen. Das schaffen sie bestimmt!
  4. Du kannst es von Anfang an einsetzten. Anfänger, die oft noch Probleme mit der Trennung von rechts und links haben, profitieren sehr davon.
  5. Die Koordination wird bei dem gemeinsamen Klopfen beider Hände sofort geübt. Dies erleichtert später das Zusammenspiel.
  6. Zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt, kann es eine optimale Lösung für eine Stelle mit rhythmischen oder koordinativen Schwierigkeiten sein.

Praktische Unterrichtsplanung: Ein schneller Überblick über deine Klasse

Klavier unterrichten und planen auf klavierpaedagogikentdecken.de

Möchtest du deine Ferientage mit Unterrichtsplanung verbringen? Wahrscheinlich nicht. Doch wenn wir es nicht tun, kann es ein sehr holpriger Start werden… Unter Zeitdruck neue Stücke suchen macht keinen Spaß.

Wie wäre es, wenn du deine Planung möglichst schnell machen könntest und dabei alle Schüler auf dem Schirm hättest?

Es wäre doch toll, wenn du mit den Schülern da einsteigen kannst, wo ihr aufgehört habt und keine Unterrichtszeit verloren geht. Umso schneller sind deine Schüler wieder auf Kurs.

Die Unterrichtsplanung für deine Schüler

Hier kommt eine praktische Liste ins Spiel. Du füllst sie aus und erhälst damit einen genauen Überblick über deine Klasse.

Wer braucht ein neues Heft?

Wer ein neues Stück?

Zusätzlich kannst Du dir Ideen und Ziele notieren. An welchen Fähigkeiten du zum Beispiel mit deinem Schüler arbeiten möchtest.

Entspannter Unterrichtsbeginn

Der Überblick über die Planung hilft außerdem, dass Du Dich nicht vor lauter Ideen verzettelst. Du hast die Bedürfnisse Deiner Klasse vor Augen und kannst gezielt die Ideen auswählen, die gerade für sie interessant sind.

Du hast auch die Möglichkeit Prioritäten zu setzten. Das entspannt spürbar die ersten Wochen nach den Ferien, da viel weniger Zeitdruck entsteht.

Mir gibt es immer das gute Gefühl, dass ich alles „im Griff“ habe.

In der folgenden Anleitung beschreibe ich mein Vorgehen Schritt für Schritt. Die Unterrichtsplanung ist ein kostenloser Download. Drucke dir einige Exemplare aus (pro Seite ist Platz für sechs Schüler), nimm deine Unterrichts-Protokolle oder Aufzeichnungen zur Hand und lege los.

DOWNLOAD:Unterrichtsplanung für das Schuljahr

Optional: Ein bisschen Vorsortieren

Falls du deine Schüler in eine Reihenfolge von Literatur und aktuellem Stand auf deiner Literaturliste stehen haben möchtest:

  1. Nehme einen Notizzettel quer und notiere kurz welche Schüler in Heft XY spielen. Vermerke hinter den Schülernamen, wo sie im Heft sind. Es reicht eine grobe Einschätzung. Anfang, Mitte oder Ende.
  2. Erstelle für jedes weitere Heft auf die gleiche Weise eine kleine Liste.
  3. Sortiere nun die Schülergruppen in eine Reihenfolge, indem Du ihren Fortschritt im Heft (Anfang, Mitte oder Ende) berücksichtigst.

Dies machst du im Prinzip nur ein Mal, neue Schüler kannst du einfach einfügen.

Dein Überblick über die Klasse

  1. Trage die Namen deiner Schüler in die erste Spalte ein.
  2. In der zweiten Spalte vermerkst du die zuletzt gespielten oder noch aktuellen Stücke. Dabei helfen dir deine Protokolle oder Aufzeichnungen deiner Unterrichtsstunden. Eventuell schreibst du auch das Heft dazu.
  3. In der dritten Spalte kannst du ein oder zwei Stücke eintragen, die du als nächstes mit Deinem Schüler spielen möchtest. Vielleicht weißt du das schon oder siehst, dass hier noch Planungsbedarf besteht.
  4. Die vierte Spalte ist der Ort, wo du deine Ideen und Ziele für deinen Schüler  sammeln kannst.

Das wäre es schon. Natürlich kann dir die Liste das Planen an sich nicht abnehmen, doch du kannst viel gezielter an die Sache ran gehen und vergisst auch keinen.

Ich mache dies regelmäßig am Ende oder zu Beginn eines neuen Unterrichtsblocks, also der Unterrichtszeitraum zwischen zwei Ferienterminen.

Und Du?

Hast du noch einen Tipp, mit dem du deinen Unterricht planst?

Ich wünsche Dir ein tolles und inspiriertes Schuljahr!

 

 

Clever Üben – Tipp # 1: Welche Übe-Phasen durchläuft ein Stück?

Uebe-Tipps fuer Schueler auf Klavierpaedagogikentdecken.de, Klavier unterrichten

Wie selbstständig und erfolgreich üben deine Schüler?

In der Clever Üben Serie möchte ich bewährte und effektive Strategien vorstellen,  die deine Schüler recht selbstständig einsetzten können.

Doch zuerst sollte dein Schüler wissen, wo er sich gerade überhaupt befindet. Dann kann er sich die Übe-Strategien heraussuchen, die ihn weiter bringen.

Warum ich diese Orientierung wichtig halte? Unsere Schüler sind einfach anders als wir. Die Digitalisierung macht sie selbständiger als wir es je waren. Sie wollen verstehen was im Unterricht passiert und den Übeprozess besser verstehen.

Um unsere heutigen Schüler anzusprechen und zum Üben zu motivieren, benötigen wir einen anderen Unterricht als den, den wir selber erlebt haben. Klar, effektiv und partnerschaftlich.

Meine einführenden Gedanken zur Serie findest du hier.

Die drei Übe-Phasen eines Stückes

Eine Einteilung hilft dabei, den Übeprozess besser zu verstehen. Wenn dein Schüler weiß, in welcher Phase sich sein Stück befindet, kann er sich die Übe-Strategien heraussuchen, die ihn weiter bringen.

Jedes Stück durchläuft drei Phasen: Das „(Kennen)Lernen“, es folgt das „Üben“ und letztendlich das „Spielen“.

Schauen wir uns die einzelnen Phasen näher an:

  1. Phase: Das (Kennen)Lernen

Das Kennenlernen eines Stückes beginnt mit den Informationen, die wir auf den ersten Blicken den Noten entnehmen können.

„Was siehst du?“

Wenn ihr über Titel, Komponist, Epoche, Tempo, Ton- und Taktart redet, entwickelt dein Schüler schon vor dem ersten Spielen bzw. Hören eine Vorstellung des Stückes.

Diese Entdeckungstour kann Fehler ausschließen, bevor sie aufgetreten sind und nimmt die erste Angst vor einem neuen Stück.

Als nächstes folgen die verwendeten Rhythmen, Artikulationen und Positionen der Hände.

Nach dem Entdecken vieler Informationen beginnt das Spielen der einzelnen Hände. Die ersten Unterrichtsjahre solltest du dies im Unterricht machen lassen. Es gibt deinem Schüler Sicherheit und du ersparst ihm durch deine Hilfestellungen und Erklärungen kostbare Übezeit. Zuhause wird er weniger Fehler machen.

Je gründlicher diese Phase genutzt wird, umso schneller wird dein Schüler dieses Stück lernen.

  1. Phase: Das Üben

Das Üben ist die Phase, welche die meiste Zeit, Arbeitseinsatz und Geduld erfordert. Während in der Kennenlern-Phase viele Aspekte zuerst einzeln geübt oder besprochen wurden, werden diese nun zusammengefügt und koordiniert. Es beginnt nun das beidhändige Spiel.

Es kristallisieren sich schwere Stellen heraus, die besonders von den Übe-Strategien profitieren können.

“ Was ist hier die Schwierigkeit? „

Du überlegst gemeinsam mit deinem Schüler was genau hier Schwierigkeiten macht. Dann könnt ihr die passende Strategie auswählen. Je mehr Erfahrungen der Schüler hat, umso selbständiger kann er dies später allein entscheiden.

Falls die Übe-Technik für deinen Schüler neu ist, übe sie mit ihm in der Stunde. Er sollte sie verstanden haben und auch schon einen ersten Erfolg spüren können. Dann übt er gut motiviert auf diese Art zu Hause weiter.

Eine wichtige Stütze ist das genaue Notieren der Hausaufgaben. Dazu gehören die Stelle, die Übe-Strategie, die Anzahl der Wiederholungen und die zu beachtenden Details. Näheres zu meiner Übe-Liste findest du im Artikel über Unterrichtsplanung.

Ueben Tipps fuer den Klavierunterricht auf klavierpaedagogikentdecken.de

  1. Phase: Das Spielen

In dieser letzten Phase des Übens geht es nun um ein möglichst fehlerfreies und musikalisches Spiel. Nachdem die Grundlagen des Stückes gelernt sind, steht der Charakter des Stückes im Vordergrund. Betonungen, Tempi und Dynamik helfen, damit die Interpretation stimmig wird.

Dieses Herumfeilen am Ausdruck macht mir persönlich immer besonders viel Spaß. Es erfüllt mich mit großem Stolz, meine Schüler so schön spielen zu hören. Zu sehen, dass sie es trotz Schwierigkeiten geschafft haben.  Diese musikalischen Erlebnisse und Erfolge möchte ich meinen Schülern ermöglichen.

„Wie schön kannst du es spielen?“

Die Phase des Spielens ist besonders vor einem Konzert wichtig. Dein Schüler und du wünscht euch doch bestimmt ein sicheres und fehlerfreies Spiel, oder?  Das Stück deines Schülers sollte sich auf jeden Fall in der dritten Phase befinden, damit er im Konzert glänzen kann.

Andererseits kann auf diese dritte Phase auch verzichtet werden – nicht jedes Stück muss perfekt werden! Es kann sein, dass es deinem Schüler einfach nicht gefällt. Erkläre ihm warum du es für ihn sinnvoll findest und was das zu erreichende Minimum ist. Und dann solltet ihr es so schnell wie möglich abschließen!

Zusammenfassung der drei Lern-Phasen:

  1. Phase: Das (Kennen-) Lernen

  • erster Eindruck über den Charakter/ Ausdruck
  • unterschiedliche Bausteine (Titel, Komponist, …) werden besprochen und separat kennengelernt
  • die Hände spielen einzeln

   Ziel: Kennenlernen der Töne und Eigenheiten des neuen Stückes

  1. Phase: Das Üben

  • längste und aufwändigste Phase
  • beidhändiges Spiel (Koordination)
  • schwere Stellen üben

   Ziel: Einüben und Absichern von Tönen, Rhythmus und Artikulation

  1. Phase: Das Spielen

  • Interpretation
  • Absichern und Konzertvorbereitung

     Ziel: Musikalisches Spielen des Stückes mit Dynamik und im richtigen Tempo

 

Ausblick

Wir Lehrer können nur einen Teil für den Erfolg am Instrument beeinflussen, ohne Interesse und Mitarbeit der Schüler und der Unterstützung der Eltern geht es nicht.

Doch je mehr wir unsere Schüler am Unterricht beteiligen, umso mehr profitieren alle davon. Je mehr Selbständigkeit und Verständnis die Kinder der Generation Z erfahren, desto größer sind ihr Interesse und ihre Motivation.

Die drei Übe-Phasen bilden das Gerüst für einen selbständigen Übe-Prozess.

Lass deine Schüler in den nächsten Stunden einschätzen in welcher Phase sie sich befinden.

Kennenlernen, Üben, oder Spielen?

Wie realistisch sehen sie ihren Fortschritt?

In den nächsten Artikeln werde ich dir die einzelnen Übe-Strategien vorstellen und den Phasen zuordnen.

Clever Üben – Strategien für Generation Z

Klavier unterrichten: Uebe-Tipps auf klavierpaedagogikentdecken.de

Unsere Schüler sind von klein auf mit digitalen Medien vertraut. Sie wissen, wo sie schnell an Informationen kommen und kommunizieren rege miteinander. Sie wirken sehr selbständig, sind ein hohes Tempo gewohnt und äußern offen was sie interessiert oder was ihnen nicht passt. Die Generation Z.

Dies ist eine Entwicklung, die unaufhaltsam ist und die alle, auch uns Instrumentallehrer, zu neuen Ansätzen in unserem Unterricht anregen sollte. Um unsere heutigen Schüler anzusprechen und zum Üben zu motivieren, benötigen wir einen anderen Unterricht als den, den wir selber erlebt haben.

Das Üben ist ein zentraler Punkt im Erlernen eines Instrumentes. Deshalb möchte ich dir in der „Clever Üben“- Serie ein System mit Strategien vorstellen, die für deine Schüler gut nachvollziehbar und effektiv sind.

Unterricht mit Generation Z

Die Generation Z sind laut Wikipedia alle, die nach 2000 geboren sind. Sie wachsen ganz selbstverständlich mit digitalen Technologien auf, während wir uns nach und nach damit konfrontiert sehen – und uns darauf einlassen oder ausweichen. Welche genauen Auswirkungen dies noch haben – und was in Zukunft noch kommen wird – ist nicht abzusehen.

Wenn ich versuche, die Situation meiner Schüler mit meiner eigenen Kindheit zu vergleichen, finde ich schon, dass die heutige Generation flexibler, direkter, selbständiger und ungeduldiger geworden ist.

Wie wirkt sich das auf unseren Unterricht aus?

Müssen wir unsere Ansprüche herunter schrauben?

Ist Pop-Musik die ultimative Lösung?

Tippen wir hinterher mehr am Tablet als auf der Klaviatur?

Vor allem:

Wird aus dem „klassischen“ Klavierunterricht also mehr und mehr eine musikalische Bespaßung?

Ich hoffe nicht!

Meiner Meinung nach wird Musik immer faszinieren! Musik berührt jeden Menschen und begleitet ihn ein Leben lang. Und ich glaube, dass eigenes Musizieren auch weiterhin interessant für die heranwachsenden Kinder sein wird.

Ich denke, dass wir weiterhin sehr viel Freude und Erfüllung im Instrumentalunterricht erfahren können – vorausgesetzt wir nehmen den Wandel um uns herum an und denken intensiv über unsere Wege der Vermittlung nach.

Anders als unsere Lehrer unterrichten

Dies soll keine Respektlosigkeit bedeuten, doch nicht nur die Technik, sondern auch die Pädagogik hat sich weiter entwickelt!

Doch manches hält sich noch unbewusst oder wurde noch nicht hinterfragt.

Welche Methoden und Strategien sind nicht mehr zeitgemäß?

An welchen sollten wir festhalten?

Auf das Üben bezogen denke ich, dass es bei mir in der Kindheit vor allem um die Dauer ging. Je länger ich spielte, umso besser wurde ich. Logisch. Oder…?

Eine schwierige Stelle wurde tausendmal gespielt. Irgendwann würde es schon funktionieren. Ja, sie wurde besser. Doch meine Unsicherheit blieb und in den Konzerten spielte ich weiterhin mit vielen Fehlern. Angesichts von Aufwand und Ergebnis sank meine Motivation.

Unsere Schüler haben diese unzähligen (und überflüssigen) Übestunden heute nicht mehr zur Verfügung – und ehrlich gesagt – möchte ich ihnen dies auch ersparen.

„Work smart – not hard“

Genau darum geht es in „Clever Üben“. Sinnvolle Strategien und Gewohnheiten, die an das gewünschte Ziel führen.

Leichter wird das Üben dadurch nicht – aber erfolgreicher. Fleiß und Konzentration lassen sich nicht ersetzten. Nur so funktioniert Lernen.

Sinnvolles Üben erfordert Geduld. Gar nicht einfach, wenn jede Information nur ein paar Klicks entfernt scheint, Online-Bestellungen teilweise schon am nächsten Tag ankommen oder nicht sofort eine Antwort auf die WhatsApp oder E-Mail kommt. Es droht schnell die Gefahr von Frustration.

Deshalb ist es wichtig, dass unsere Schüler den Sinn hinter den Strategien verstehen und anfangen mitzudenken.

Früher habe ich mich total auf meinen Lehrer verlassen und brav getan, was er sagte. Die Generation Z sollte viel aktiver in den Unterricht einbezogen werden.

Klavier unterrichten: Uebe-Tipps auf klavierpaedagogikentdecken.de

Ziele von „Clever Üben“:

  1. Verstehen des Lernprozesses
  2. Realistische Erwartungen an sich selbst
  3. aktives Mitdenken
  4. gute Übeergebnisse

Diese Ziele finde ich für unsere heutigen Schüler und zukünftige Pianisten sehr wichtig. (Pianisten im Sinne von Klavierspielern, die ein Leben lang gern spielen und sich für Musik interessieren.)

Diese Einstellungen und Verhaltensweisen werden unseren Schülern übrigens auch in vielen anderen Lebensbereichen von Nutzen sein.

Ausblick

Nach und nach werde ich die „Clever Üben“-Bausteine hier vorstellen. Alle Strategien nutze ich täglich mit meinen Schülern.

Ich möchte dir helfen, bekannte Techniken in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. Damit unsere selbständigen und neugierigen Schüler sie gut verstehen und anwenden können.

Ich wünsche dir viel Freude und schöne Unterrichtsstunden!