Etwas Musiktheorie zum Auffrischen

Du bist im Unterricht und bemerkst, dass dein Schüler eine kleine (oder größere) Wissenslücke in Musiktheorie hat. Vielleicht ist es das Notenlesen oder das Rhythmusverständnis.

Vielleicht habt ihr aber auch vor ein paar Wochen über Intervalle gesprochen und du möchtest diese nun wiederholen.

Für diese oder ähnliche Situationen findest du in diesem Artikel einige Ideen, die du mit minimalem Aufwand einsetzten kannst. Die Musiktheorie-Übungen für Notenlesen, Rhythmus oder Intervalle kannst du sowohl im Präsenz- oder auch im Onlineunterricht nutzen. Alle Ideen sind progressiv geordnet, die jeweils erste Übung ist schon mit Anfängern einsetzbar.

Die Übungen sind zur Wiederholung der genannten Konzepte gedacht. Möchtest du ein Thema intensiver besprechen oder neu einführen würde ein Aktionsthema besser passen.

Die Übungen kannst du je nach Zeitbedarf anpassen und kürzen.

Du benötigst wirklich nicht viel:

  • Das aktuelle Stück deines Schülers
  • Nummerierte Karten
  • Eine Farbkarte: jeder Ton/ jedes Intervall hat eine Farbe, die du dir vorher überlegt hast und die du für alle Schüler nutzt.

In der Übersicht (Download) findest du alle Übungen und zwei individualisierbare Farbkarten für Notennamen und Intervalle.

Dein Schüler sollte neben seinen Noten Buntstifte in den ausgewählten Farben zur Hand haben.

Musiktheorie für Zwischendurch

Notenlesen

1. Töne anmalen

Jeder Ton des Stückes (Anfängerliteratur) wird entsprechend der Farbkarte markiert. Ganze Noten werden ausgemalt, bei den anderen Notenwerten werden die Notenhälse farbig angemalt.

2. Ankertöne markieren

Ankertöne sind alle C´s, das kleine f, das zweigestrichene f, das große G und das eingestrichene g.

Sie geben dem Schüler Sicherheit und lassen ihn schneller und sicherer den gesuchten Ton herausfinden. So entstehen deutlich weniger Fehler als wenn er von C aus abzählt.

Vorbereitung: Auf die Rückseite von drei nummerierten Karten schreibst du jeweils einen Ankerton, also c, f oder g.

Übung: Der Schüler wählt eine Karte aus und markiert den entsprechenden Ankerton in der passenden Farbe (siehe Farbkarte).

Je nach Länge und Eigenschaften des Stückes kann dies auf ein oder zwei Reihen begrenzt werden.

3. Vorzeichen anmalen

Der Schüler sucht alle Vorzeichen im Stück, malt sie an oder schreibt den Notennamen daran. Besonders die Namen sitzen oft nicht so gut, wenn er das Stück anschließend weiter übt, kann er die veränderten Namen immer wieder lesen und verinnerlichen.

Ganz wichtig: Dies ist eine Ausnahme! Im Normalfall markieren wir nicht alle veränderten Töne.

Rhythmus

1. Notenwerte markieren

Für Anfänger. Entweder wählst du einen Notenwert oder dein Schüler sucht sich ein Kärtchen aus. Auf deren Rückseite hast du vorher ta-ja, ti oder ta-ji notiert. (Achtelnote, Halbe Note, punktierte Viertel).

Ich nutze mit Anfängern immer die Rhythmussprache.

Welcher Notenwert passt und ob es überhaupt eine Auswahl geben kann, kommt auf die Eigenschaften des Stückes an.

2. Das rhythmische Motiv des ersten Taktes

Wie sieht der Rhythmus der rechten Hand außerhalb des Notensystems aus? Dein Schüler malt ihn ab und ihr klatscht den Takt mehrmals im Wechsel .

Taucht dieser Rhythmus noch einmal im Stück auf? Der Schüler untersucht sein Stück und markiert die entsprechenden Stellen.

Ein weiterer Schritt wäre es sich Varianten auszudenken, zum Beispiel ein Notenwert im Motiv wird verändert.

Wieder klatscht ihr den Rhythmus im Wechsel und kombiniert ihn später mit dem Ausgangsmotiv.

3. Den Rhythmus beider Hände kombinieren

In dem Moment wenn beide Hände zusammen gespielt werden ergibt sich oft ein neuer Rhythmus. Dieser wird in dieser Übung zusammengefasst notiert und geklopft (beide Hände patschen auf die Oberschenkel).

Dies ist ein guter Moment um syllabisches und metrisches Zählen zu erklären. Der Schüler notiert zuerst die Rhythmussprache unter dem Motiv, anschließend überlegt er wie es metrisch gezählt wird.

Beide Zählvarianten werden dann mehrmals im Wechsel von deinem Schüler und dir geklatscht.

4. Taktarten wiederholen

Ihr blättert das Heft des Schülers durch und schaut euch die Taktarten der Stücke an. Wenn die Taktart klar ist, klatscht oder klopft der Schüler die ersten zwei Takte. Hier könnt ihr die Eigenschaften der Takte wiederholen und das metrische Zählen üben.

Intervalle

1. Schritt-Sprung-Wiederholung

Für Anfänger. Entweder du suchst aus was markiert wird oder der Schüler wählt eine Karte. Die Farben für Schritt, Sprung und Tonwiederholung kannst du in der Farbkarte für Intervalle festlegen.

Natürlich können auch alle Töne untersucht und markiert werden.

Nun lässt du deinen Schüler noch ein paar Schritte, Sprünge oder Wiederholungen auf dem Klavier spielen.

Anschließend spielst du ein paar Bewegungen und lässt sie den Schüler nach Gehör bestimmen.

2. Erste Intervalle

Dein Schüler kennt die Intervalle bis zur Quinte. Diese hast du auf der Rückseite von nummerierten Kärtchen geschrieben und der Schüler wählt eines aus.

Dies Intervall wird dann im Stück gesucht und entsprechend der Farbkarte angemalt. Du kannst die Suche auch begrenzen, zum Beispiel auf die ersten fünf Intervalle oder die ersten zwei Reihen, das kommt auf das Stück an.

Mache deinen Schüler darauf aufmerksam, dass es harmonische und melodische Intervalle gibt.

Nun lässt du deinen Schüler dies Intervall in unterschiedlichen Lagen spielen.

Anschließend wählst du ein zweites Intervall aus und lässt sie den Schüler nach Gehör bestimmen. Hier würde ich zuerst ein möglichst entferntes Intervall aussuchen.

3. Alle Intervalle wiederholen

Du kannst nun alle Intervalle nutzen, die dein Schüler schon kennengelernt hat. Du kannst ihn auch zwei Intervalle auswählen lassen und ihr vergleicht sie.

Wieder werden sie zuerst markiert , dann gespielt und abschließend in eine kleine Gehörübung verwandelt.

Wenig Aufwand – große Wirkung

Du siehst, dass du diese kleinen Übungen für Musiktheorie mit wenig Aufwand umsetzten kannst. Doch sie haben eine große Wirkung, schließlich sind Wiederholungen für unser Lernen unglaublich wichtig.

Welche Übung möchtest du als erstes nutzen? Hier findest du noch einmal den Download mit der Übersicht der Übungen und der Farbkarten.

Welche fandest du besonders gut? Hast du vielleicht noch weitere Ideen, die du teilen möchtest? Schreib es doch in die Kommentare!

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