Wie du neue Ideen in deinen Klavierunterricht umsetzt. Viele Lernfelder – eine Lösung: das Aktionsthema!

Kennst du das? Im Unterricht denkst du, dass dein Schüler gerade etwas zu unsicher im Notenlesen ist. Oder die Länge der Notenwerte nicht mehr so richtig klar sind.

Oder du surfst durchs Internet und stößt auf eine tolle neue Idee, die du mal gern im Klavierunterricht testen möchtest. Vielleicht möchtest du schon eine ganze Weile mehr Theorie und Technik in deine Stunden integrieren, doch du weißt einfach nicht wo du anfangen sollst.

All diese Situationen habe ich erlebt, doch nun habe ich dafür eine super Lösung gefunden:  

Das Aktionsthema

Was ist ein Aktionsthema?

Du wählst ein Thema (z.B. Akkorde, Improvisation) aus, dass du zeitgleich mit allen Schülern in ihren Einzelstunden behandelst.

Vielleicht möchtest du gern die Notenwerte oder das Notenlesen wiederholen. Die „Mutter aller Aktionsthemen“ ist die One Minute Challenge. Die hat mir in den letzten Jahren so gut gefallen, dass ich es jetzt einfach auf weitere Themen ausgeweitet habe.

Es kann aber auch eine Idee oder ein Lernfeld sein, dass du gern einmal testen möchtest. Improvisieren zum Beispiel. Oder Tonleitern.

Machen alle Schüler mit? Die blutigen Anfänger eher nicht, bei den Erwachsenen kommt es drauf an, doch ansonsten machen eigentlich alle mit.

Jedes Thema ist möglich!

Viele Lernfelder sind möglich: Rhythmus, Intervalle, Akkorde, Notenlesen, Blattspiel, Übestrategien, Tonleitern, Tonarten und Quintenzirkel, Musikbegriffe und Symbole, Musikgeschichte, Technik oder Instrumentenkunde.

Ebenso kreative Bereiche wie Improvisieren, Komponieren und Liedbegleitung.

Im Prinzip alles, was du unbedingt mal mit deinen Schülern absichern oder ausprobieren möchtest.

Wie du das Aktionsthema vorbereitest:

Wenn du dich für ein Thema entschieden hast, sammelst du alle Ideen und Übungen, die dir so einfallen.

Mögliche Materialien könnte sein:

  • Ein Merkblatt zum Thema. Meine Schüler haben inzwischen hinten in ihrem Notenordner einige Seiten zum Nachschlagen. Sie finden dort ihre selbst ausgefüllte Rhythmustabelle, eine Übersicht über Intervalle und Vorzeichen (bzw. den Namen der veränderten Töne) oder wie Dur und Moll gebildet werden.
  • Übungsblätter zum Ausfüllen. Im Rhythmusbereich wäre das zum Beispiel Taktstriche ziehen oder Notenwerte und Pausen addieren. Vorzeichen können vor Töne geschrieben werden und darunter benannt werden.
  • Praktische Übungen wie Rhythmen klopfen, Intervallkarten sortieren, Tonleitern oder Akkorde in Dur und Moll spielen oder hören. Soll es um Improvisation gehen, suche ich mir zum Beispiel vorab drei bis fünf Ideen aus.
  • Spiele: Ich bin seit 1,5 Jahren Mitglied bei Vibrant Music Teaching (Affiliate Link) und suche mir dort in der gut gefüllten Bibliothek passende Spiele aus. Die muss ich dann noch drucken, schneiden und laminieren. Doch diesen Aufwand habe ich nur einmal und die Kinder lieben diese Spiele!

Ich sammle immer alles was mir einfällt und sortiere die Aktionen dann in etwa drei Schwierigkeitsstufen. Einiges passt in alle, wie zum Beispiel ein Merkblatt, andere Übungen sind zu leicht oder zu schwer.

Je nach Dauer der Aktion wirst du gar nicht alle Ideen brauchen. Ich rechne eine Aufgabe pro Woche.

Einen passenden Zeitraum festlegen

Jetzt überlegst du dir den Zeitraum oder die Dauer der Aktion. Denkbar ist, dass du jeden Monat einen anderen Bereich nimmst. Mir persönlich ist das zu anstrengend, denn einiges an Material wie Merk- und Übungsblätter oder Spiele müssen noch produziert werden. Und wir haben auch nicht immer einen ganzen Monat, je nach Lage der Ferien.

Ich zähle die Wochen zwischen den Ferien und überlege dann was und wie lange ich etwas machen will. Letztes Jahr hatte ich zum Beispiel vier Themen und die Dauer variierte zwischen 4 und 10 Wochen.

Vielleicht gibt es viele Feiertage (Mai/ Juni) oder es läuft noch die Vorbereitung für ein Klassenkonzert. Das berücksichtige ich indem ich die Dauer der Aktion anpasse oder weniger Übungen plane.

Teile deine Schüler in Gruppen ein

Wenn du deine Aktionen ausgesucht und eingeteilt hast, nimmst du deine Schüler und sortierst sie in die passende Stufe. Im Zweifel lieber in die leichtere Stufe, denn du kannst jederzeit eine Übung aus der höheren Stufe dazu nehmen.

Materialien vorbereiten

Wenn du all diese Planungsarbeit geschafft hast, steht die Vorbereitung des Materials an. Mach dir eine Liste welche Blätter oder Spiele du noch vorbereiten musst und prüfe, ob du das bis zum geplanten Beginn auch wirklich schaffen kannst. Niemand wird sich daran stören, wenn es eine Woche später los geht.

Wahrscheinlich hast du gemerkt warum ich Aktionsthemen so toll finde…

Sie sind unglaublich flexibel!

Sie sparen außerdem auf längere Sicht viel Zeit, denn viele Themen wirst du regelmäßig wiederholen wollen.

Aber das Wichtigste ist: Du kannst deinen Schülern viel theoretisches und praktisches Wissen über Musik schenken!

Mit welchem Lernfeld möchtest du das Aktionsthema einmal testen?

Bitte schreib es doch in den Kommentaren. Falls du weitere Fragen hast oder ich dir helfen kann, schick mir einfach eine E-Mail.

4 Kommentare

  1. Die Aktionsthemen sind eine tolle Idee. Ich mache gerade mit meinen Schülern die One-Minute-Challenge. Meine Schüler sind total begeistert davon und wechseln – wenn sie eine Stufe abgeschlossen haben – freiwillig in die nächst höhere. Es ist phänomenal, wie sich das Notenlesen bei allen Schülern verbessert hat.

    Als nächstes Aktionsthema plane ich „Rhythmus“. Carina, hast du Ideen, wie man daraus eine Challenge machen kann? Ich glaube, gerade der Wettbewerbscharakter beflügelt die Schüler sehr. Ich würde mich sehr freuen, wenn du ein einem deiner nächsten Beiträge auf dieses Thema eingehen würdest. Einige Ideen hast du ja schon oben erwähnt. Ich überlege momentan aber, wie man daraus einen Wettbewerb gestalten könnte.

    1. Hallo liebe Susanne!

      Ja, die One Minute Challenge funktioniert einfach super. Nach Ostern geht es bei mir auch wieder damit los.

      Also zum Thema Rhythmus-Challenge fallen mir zwei Bereiche ein, die du auch kombinieren kannst. Du kannst schriftliche Rhythmus-Knobeleien vorbereiten und bearbeiten lassen. Pro Stufe gibt es zum Beispiel zwei Übungsblätter und dann die „Knobelei“ (wie ein Test). Für jeden bestandenen Test – natürlich nur bei null Fehler – gibt es ein Kreuzchen in der ausgehängten Tabelle, so können die Schüler sich gegenseitig anstacheln. Spontan fallen mir als Aufgaben Taktstriche ziehen, Takte ergänzen oder Notenwerte addieren ein.

      Oder du denkst dir immer komplizierter werdende Rhythmen aus, die in einem bestimmten Tempo (Metronom oder Backing Tracks) gezählt und geklopft werden. Deiner Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Da können Punktierungen, Off-Beat, Synkopen, (Achtel-)Triole gegen Achtel oder Sechzehntel vorkommen. Das Ganze dann auch in Stufen aufgebaut.

      Das Spannende ist, dass die Schüler so mit rhythmischen Herausforderungen in Kontakt kommen, die sie vielleicht noch längst nicht in ihrer Literatur spielen.

      Coole Idee und ich hoffe ich konnte dir etwas weiter helfen.

      Ganz liebe Grüße
      Carina

      1. Danke für deine Tipps, liebe Carina. Da werde ich mich jetzt mal hinsetzen und eine Rhythmus-Challenge vorbereiten. Denn der Rhythmus ist neben den Noten das Hauptproblem bei vielen Schülern.

        1. Da stimme ich dir zu, liebe Susanne. Notenlesen und Rhythmus sind enorm wichtig!

          Viel Spaß und gutes Gelingen bei deiner Challenge. Und melde dich mal wie es gelaufen ist, ich bin sehr gespannt!

          Liebe Grüße
          Carina

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