Ein schneller Schüler-Überblick

Einfache Unterrichtsplanung für den Klavierunterricht

Wir wollen unsere Schüler und Schülerinnen individuell fördern – doch wie gut hast du alle im Blick?

Weißt du wo jeder Schüler und jede Schülerin aktuell steht? Wo er oder sie etwas Unterstützung und Training brauchen könnten? Wem du ein neues Heft vorstellen möchtest?

In diesem Artikel zeige ich dir zwei Möglichkeiten einen Schüler-Überblick zu erstellen. Dies könnte dein entspannter Einstieg in die Unterrichtsvorbereitung sein.

Wenn du schon länger meinem Blog folgst, weißt du bestimmt, dass ich ein großer Fan von Unterrichtsplanung bin. Ich dokumentiere alle meine Stunden, bereite jede Woche Übe-Listen für meine Schüler vor und aktualisiere meine Planung für jeden einzelnen Schüler nach allen Schulferien.

Aber mit diesem System habe ich natürlich nicht angefangen. Ein Blick zurück…

Nach meinem Diplom begann ich in einer privaten Musikschule. Ich bekam zwei Schüler zugeteilt und dann wurden immer mehr und mehr.

Es waren überwiegend Anfänger, von denen oft mehrere die gleichen Stücke spielten. Damit ich nicht durcheinanderkam, notierte ich mir, was wir in der Stunde besprochen hatten und wer wie weit welches Stück spielte. Ich testete für mein Protokoll viele unterschiedliche Tabellen und Formate und entwickelte Kürzel, damit ich möglichst wenig schreiben musste.

Es kamen immer noch mehr Schüler*innen dazu, bis das ich pro Woche 46 Einzelstunden hatte. Ja, das war Fließbandarbeit und nicht mehr schön.

Überwiegend hatten sie nur 30 Minuten Unterricht. Mir war wichtig, dass ich nicht erst eine Reihe von Fragen stellen musste, sondern wollte die wenige Zeit möglichst gut nutzen und schnell an die letzte Stunde anknüpfen. Auch dafür waren die Protokolle ideal. Damit ich nicht lange überlegen musste, notierte ich mir auch, welches Stück als nächstes folgen sollte.

Ich wollte für alle Schüler einen guten Unterricht machen und sie fördern. Jedes Protokoll stand für sich und ich hatte trotzdem noch keinen Überblick. Deshalb sammelte ich vor den Ferien noch einmal Ideen und hielt fest, wer zum Beispiel gerade mit dem Rhythmus oder dem Notenlesen zu kämpfen hatte. Diese Informationen konnte ich dann bündeln und möglichst zeitsparend vorbereiten. So entstand der Schüler-Überblick.

Erst Jahre später entstand meine heutige Planungsstruktur, in der sich Protokoll und Planung nun auf einer Doppelseite pro Schüler befinden. Etwa ein- oder zweimal pro Jahr mache ich weiterhin den Schüler-Überblick für meine Klasse. So kann ich alle Schüler*innen zusammenfassen und daran sehe ich, wer zum Beispiel alles ein neues Heft benötigt oder wo aktuell meine Schwerpunkte liegen sollten. Außerdem ist es auch für die Planung eines Aktionsthemas nützlich.

Wenn du zwischendurch mal den Wunsch hast etwas organisierter zu sein, dann wäre der Schüler-Überblick ein guter Einstieg. Ohne dass es unglaublich viel Zeit schluckt. Mir schenkt die Planung sogar Zeit, ohne sie hätte ich wahrscheinlich neben Familie und Unterrichten keinen Blog…

Vielleicht hast du Bedenken, dass deine Planung sofort umsonst war, falls die Schüler*innen nicht gut geübt haben. Oder dass du es nicht durchhalten wirst, jede deiner Stunden minutiös durchzuplanen.

Ich plane nicht in Minuten, denn ich habe keine hellseherischen Fähigkeiten. Ich plane in Stücken und nächsten Lerninhalten und Fähigkeiten und da ist es ganz egal, wie viel die Schüler*innen geübt haben. Meine Vorbereitungen können dann so lange warten, bis das ich sie einsetzten kann.

Bei der Unterrichtsplanung geht es mir um das große Ganze. Nicht um Minuten, sondern um das Schuljahr. Ich mache mir Gedanken um die Richtung, die einzelnen Schritte und das Tempo hängt dann von den Schüler*innen ab.

In diesem Artikel möchte ich dir den Schüler-Überblick zeigen, den du auf zwei Arten nutzen kannst. Den Download findest du etwas weiter unten.

Der einfache Schüler-Überblick

Zuerst möchte ich dir einen einfachen Überblick zeigen. Drucke dir die Tabelle für den Schüler-Überblick so oft aus, dass alle deine Schüler*innen eine Spalte haben. Pro Seite ist Platz für sechs Schüler*innen.

Du kannst die Seiten zu Hause ausfüllen oder mit in den Unterricht nehmen. Notiere dir, welche Stücke jeder Schüler und jede Schülerin gerade spielt. Halte fest, wenn jemand mit dem Notenlesen, dem Rhythmus oder ähnlichem kämpft. Zusätzlich kannst Du dir Ideen und Ziele aufschreiben.

So gewinnst du einen genauen Überblick über deine Klasse und kannst überlegen, wie du die nächsten Stunden gestalten möchtest. Ohne dich zu verzetteln oder Woche für Woche zu vergessen, dass du doch eigentlich dieses oder jenes vorbereiten oder mitbringen wolltest. Vor allem kannst du dann batchen, also bestimmte Aufgaben zusammenfassen und für mehrere Schüler*innen auf einmal zusammenfassen.

Entspannter Unterrichtsbeginn nach den Ferien

Diese Übersicht kannst du jederzeit nutzen. Besonders praktisch ist dies zu Beginn eines Halbjahres oder eines Unterrichtsblocks. So bezeichne ich die Unterrichtsstunden, die zwischen zwei Ferienblöcken liegen. Zum Beispiel ist der erste Block zwischen den Sommer- und den Herbstferien.

Falls du gern in den Ferien neue Stücke oder Übungen aussuchst, könntest du die Notizen auch in der Woche vor den Ferien machen. Wenn du alles schon vorbereitet hast oder dir zumindest alle Ideen aufgeschrieben hast, kannst du vielleicht viel besser abschalten.

Dann ist der Einstieg nach den Ferien viel ruhiger! Und solltest du es nach den Ferien machen, hast du alles klar vor dir und kannst sofort mit der Umsetzung starten.

Der sortierte Schüler-Überblick

Etwas genauer und ein bisschen aufwändiger ist die nach Entwicklungsstand sortierte Schüler-Überblick. Wer steht wo?

Dafür nimmst du dir ein Blatt und schreibst die Namen deiner Schüler*innen auf. Dahinter das neueste Stück und wie weit sie in ihren Heften sind. Es reicht eine grobe Einschätzung. Anfang, Mitte oder Ende. Du kannst auch den Schwierigkeitsgrad notieren.

Anschließend bündelst du die Schüler und Schülerinnen, die im gleichen Heft oder Level spielen und bringst sie in eine Reihenfolge.

Jetzt kannst du alle Informationen in den Schüler-Überblick eintragen und ergänzt sie anschließend mit deinen Ideen.

Mir persönlich ist es total egal, wo jemand steht und in welchem Tempo er oder sie lernt. Doch hilft es die Schwächeren herauszufiltern und sich gezielt Maßnahmen zu ihrer Unterstützung zu überlegen. Genauso gut erkennst du die starken Schüler und kannst das Tempo oder den Schwierigkeitsgrad steigern.

Wir wollen ja individuell fördern – dabei helfen dir Notizen über jeden einzelnen Schüler.

Außerdem finde ich den Schüler-Überblick für die Literatursuche sehr praktisch. Du siehst genau wie viele Schüler*innen sich welchen Schwierigkeitsgraden befinden. Also weißt du auch, in welchen Heften sich das Stöbern lohnt.

Kurze Anleitung

Lade dir die Tabelle für den Schüler-Überblick herunter und drucke sie mehrfach aus. Pro Seite ist Platz für sechs Schüler*innen.

  1. Trage die Namen deiner Schüler*innen in die erste Spalte ein.
  2. In der zweiten Spalte vermerkst du die aktuellen Stücke. Eventuell schreibst du auch das Heft dazu.
  3. In der dritten Spalte kannst du ein oder zwei Stücke eintragen, die du als nächste unterrichten möchtest. Vielleicht siehst du aber auch, dass hier noch Planungsbedarf besteht.
  4. Deine Ideen und Ziele für deine Schüler*innen kannst du in der vierten Spalte sammeln.

Zweimal pro Jahr gemacht könnte es deine Art von Unterrichtsvorbereitung sein, die für dich ausreicht.

Probiere es doch einmal aus und schreibe mir, welche Beobachtungen und Erfahrungen du mit dem Schüler-Überblick gemacht hast.

Dieser Artikel erschien zuerst am 20.09.2017 und wurde überarbeitet.

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