Ein schneller Schüler-Überblick

Einfache Unterrichtsplanung für den Klavierunterricht

Wir wollen unsere Schüler und Schülerinnen individuell fördern – doch wie gut haben wir dabei alle im Blick?

Weißt du, wo jeder Schüler und jede Schülerin aktuell steht? Wo er oder sie etwas Unterstützung und Training brauchen könnten? Wem du ein neues Heft vorstellen möchtest?

Bestimmt! Doch wie oft vergisst du etwas oder erledigst es auf den letzten Drücker? Hattest du schon einmal das Gefühl, dass du für jeden Schüler und jede Schülerin etwas anderes suchst oder vorbereitest und dich das unglaublich viel Zeit kostet und du dich auch mal dabei verzettelst? Das mag für eine Handvoll Schüler*innen funktionieren, aber nicht für eine ganze Klasse.

In diesem Artikel zeige ich dir zwei Möglichkeiten einen Überblick zu gewinnen, so dass du weniger Zeit für die Unterrichtsvorbereitung benötigst. Und weniger Stress hast!

Es tut dir gut, wenn du dir einmal alle Ideen, die durch deinen Kopf schwirren, aufschreiben kannst.

Und es unterstützt deine Schüler*innen, wenn du gezielt Themen und Maßnahmen vorbereitest, die gerade besonders hilfreich oder motivierend sind.

Wir geben überwiegend Einzelstunden und sehen jeden Schüler und jede Schülerin individuell, doch wir dürfen uns die Vorbereitung etwas einfacher machen, indem wir alle einmal in die entsprechenden Entwicklungsstände sortieren.

Durch einen Schülerüberblick können wir zeit- und energiesparend sinnvolle Maßnahmen oder Materialien vorbereiten und auswählen, die dann möglichst vielen zugutekommen.

Wenn du schon länger meinem Blog folgst, weißt du bestimmt, dass ich ein großer Fan von Unterrichtsplanung bin. Das kommt dir wahrscheinlich sehr umfangreich und aufwändig vor, doch mein System ist über viele Jahre entstanden. Immer dann und dort, wo ich das Bedürfnis nach mehr Übersicht und Struktur hatte. Ein Blick zurück…

Wie meine Liebe zur Planung begann

Nach meinem Diplom begann ich in einer privaten Musikschule mit genau zwei Schülern. In den nächsten Jahren wurden immer mehr und mehr.

Überwiegend hatte ich Anfänger, von denen oft mehrere die gleichen Stücke spielten. Damit ich nicht durcheinanderkam, notierte ich mir, was wir in der Stunde besprochen hatten und wer wie weit welches Stück spielte. Ich testete für mein Protokoll viele unterschiedliche Tabellen und Formate und entwickelte Kürzel, damit ich möglichst wenig schreiben musste.

Es kamen über die Jahre weitere Schüler*innen dazu, bis das ich pro Woche 46 Einzelstunden hatte. Das waren wirklich eine Menge Schüler*innen und eher Fließbandarbeit. Aber ich habe auch viel gelernt…

Fast alle hatten sie nur 30 Minuten-Einheiten und mir war wichtig, dass ich die wenige Zeit möglichst gut nutzen und schnell an die letzte Stunde anknüpfen konnte. Auch dafür waren die Protokolle ideal.

Damit ich in der Stunde nicht lange überlegen musste, notierte ich mir auch, welches Stück als nächstes folgen sollte.

Doch jedes Protokoll stand für sich und ich hatte noch keinen Überblick. Deshalb machte ich in den letzten beiden Wochen vor den Ferien Notizen zum aktuellen Stand. Diese Informationen konnte ich dann bündeln und möglichst zeitsparend vorbereiten. So entstanden der aktuelle Schülerstand und der Schülerüberblick.

Etwa ein- oder zweimal pro Jahr verschaffe ich mir auf diese Art einen Überblick und nutze dies zur Vorbereitung des großen Ganzen. Damit sehe ich schnell für welches Level ich neue Hefte oder Stücke aussuchen sollte, er hilft bei der Planung eines Aktionsthemas oder bei der Vorbereitung der Weihnachtslieder.

Der aktuelle Schülerstand

Wenn du zwischendurch mal den Wunsch hast etwas organisierter zu sein, dann findest du hier einen guten Einstieg.

In diesem Artikel findest du zwei kostenlose Downloads zum Ausdrucken. Den einseitigen Schüler-Überblick und den aktuellen Schülerstand, mit dem du zuerst Informationen über deine Schüler*innen sammeln kannst. Dieser ist besonders hilfreich, wenn du keine regelmäßigen Notizen machst.

Zuerst zum aktuellen Schülerstand:

Drucke dir den Download so oft aus, dass alle deine Schüler*innen eine Spalte haben. Pro Seite ist Platz für sechs Schüler*innen.

Diesen nimmst du dann mit in den Unterricht und machst dir nebenbei schnell ein paar Notizen.

Anschließend kannst du in Ruhe die nächsten Stunden und Schritte überlegen und vorbereiten. Ohne dich zu verzetteln oder Wichtiges zu vergessen.

Vor allem kannst du dann „batchen„, also bestimmte Aufgaben zusammenfassen und für mehrere Schüler*innen auf einmal erledigen.

Falls du gern in den Ferien neue Stücke oder Übungen aussuchst, könntest du die Notizen auch in der Woche vor den Ferien machen. Wenn du alles schon vorbereitet hast oder dir zumindest alle Ideen aufgeschrieben hast, kannst du vielleicht viel besser abschalten.

Und der Einstieg nach den Ferien ist viel ruhiger!

Der Schüler-Überblick

Im nächsten Schritt kannst du dir eine Übersicht über den Stand aller Schüler*innen verschaffen.

Dieser Überblick ist übersichtlicher, aber nicht so ausführlich wie der aktuelle Schülerstand. Er fasst alle deine Schüler*innen zusammen und ist besonders für die Literatursuche praktisch.

Denn du siehst genau, wie viele Schüler*innen sich in welchen Schwierigkeitsgraden befinden und dann weißt du, in welchen Heften sich das Stöbern wirklich lohnt.

Der Überblick hilft dir auch bei der Planung eines Aktionsthemas oder bei der Vorbereitung der Weihnachtslieder. Das kann dir eine Menge Zeit sparen…

Nimm dir ein einfaches Blatt und schreibe die Namen deiner Schüler*innen auf der linken Seite untereinander auf. Dahinter notierst du das neueste Stück oder wie weit sie in ihren Heften sind. Zum Beispiel „Tierisch Klavierisch 1, Mitte“ Es reicht eine grobe Einschätzung: Anfang, Mitte oder Ende.

Anschließend nimmst du dir den ausgedruckten Schülerüberblick und bündelst dort deine Schüler und Schülerinnen nach Heft oder Level und bringst sie in eine ungefähre Reihenfolge.

Welche Beobachtungen und Erfahrungen hast du mit dem Schüler-Überblick gemacht? Schreib es gern in die Kommentare.

Dieser Artikel erschien zuerst am 20.09.2017 und wurde überarbeitet.

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