Klavierschulen – unsere Empfehlungen

Jeder, der Anfänger am Klavier unterrichtet, kennt die Suche nach der „richtigen“ Klavierschule und in diesem Artikel erfährst du, was aktuell am liebsten im Klavierunterricht verwendet wird.

Nach einem Stammtisch, in dem wir uns über Klavierschulen ausgetauscht haben, fragte ich mich, ob es denn wirklich keine vernünftige Klavierschule geben würde.

Mir kam die Idee, einen Aufruf an meine wunderbaren Kolleginnen und Kollegen zu machen. Darin bat ich sie, mir einige Informationen zu ihre Lieblings-Klavierschulen zu schicken. Zurück kamen tolle Steckbriefe, die in Zukunft eine große Hilfe für uns alle sein können.

Unter den Klavierschul-Empfehlungen finden sich teilweise recht alte (und bewährte) Methoden, aber auch ganz moderne, die von Anfang an Richtung Popmusik gehen.

Zu allen Schulen gibt es Informationen zur Eignung nach Alter, grafischer Gestaltung, Beliebtheit der Stücke, Aufbau und den Umfang, in dem die Schule genutzt wird.

Ich möchte mich ganz herzlich bei Chris, Nathalie, Silke, Friederike, Julia, Maria, Kathrin, Susanne und Christine für ihre Mitarbeit bedanken. Ihr habt so viele tolle und hilfreiche Beobachtungen geteilt!

Beim Lesen wird dir gewiss auffallen, dass alle Klavierschulen Schwächen haben. Oft werden diese dann durch Zusatzhefte ausgebessert und ergänzt. Manchmal wird auch von einer in eine andere Schule gewechselt oder gar zwei parallel verwendet. Viele Ideen, wie du diese Schwächen aufspürst und lösen kannst, findest du in „Die beste Klavierschule der Welt„.

Für Kolleg*innen mit bisher wenig Unterrichtserfahrung würde ich gut aufgebaute Methoden wie Fabers Piano Adventures oder die Tastenzauberei empfehlen. Auch kann man gut mit Schaum starten, damit habe ich zum Beispiel begonnen.

Die Erwähnungen der Klavierschulen sind unbezahlte Werbung.

Die Reihenfolge ist anhand der Titel alphabetisch geordnet. Der Artikel wird weiter ergänzt werden.

Flying Fingers von Daniel Hellbach

Für wen und welches Alter ist diese Klaviermethode geeignet?

Band 1 ist für ältere Anfänger geeignet.

Ich habe sie für Anfänger jeden Alters genutzt, Kinder und Erwachsene.

Wie ist die grafische Gestaltung?

Die grafische Gestaltung wird leicht, unaufdringlich und ansprechend beschrieben. Sie lenkt nicht ab, es gibt viel Weißraum und sowohl für Kinder als auch Erwachsene passend.

Über den Stücken wurden Tastenillustrationen zur Orientierung auf der Klaviatur eingefügt. Zu viele grafische Symbole, aber da kann man drüber hinwegsehen.

Wie gut klingen die Stücke? Kommen sie an?

Die Stücke klingen super und modern und kommen bei Schülern (und den Eltern) gut an. Die Stücke enthalten interessante Rhythmen aus Pop und Jazz.

In Band 1 ist jedes Stück 4-händig (Lehrer-Begleitheft), so dass die Schüler schnell ein tolles musikalisches Erlebnis haben. Die Stücke sich auch super für die ersten Vorspiele mit Anfängern geeignet.

Gerade Flying Fingers Band 2 ist für die etwas älteren Kinder (ab der 3. Klasse) aus meiner Sicht sehr gut geeignet. Die Stücke sind nicht zu lang, somit gut zu bewältigen. Oft sehr rhythmisch und manchmal wunderbar verträumt.

Wie ist der Aufbau?

Der Anfangsteil des 1. Bandes befasst sich mit „Fingersatzstücken“. Dafür werden die Finger nach Abbildung platziert und nach Fingersatz abgespielt. Quasi alle Finger werden von Anfang an eingesetzt. Dazwischen gibt es einige „Fingersport“-Übungen. Eine Vornotation gibt es nicht.

Es folgt der Teil mit relativen Notenlesen und auswendig Spielen. Die Hände wandern quasi bei jedem Stück, doch die Tastenillustrationen helfen hier bei der richtigen Platzierung. Viele Stücke verwenden Doppelgriffe, dadurch klingen die Stücke gut, doch können für untrainierte Hände eine Herausforderung sein. Diesen Teil kann man auch auslassen und zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Das absolute Notenlesen startet dann etwa ab Mitte des Heftes in der c1-Lage. Das geht schnell vorwärts, weshalb das Heft für kleinere Kinder nicht empfehlenswert ist. Auch hier geht es relativ schnell in die Zweistimmigkeit. Das Heft bietet eine ganze Reihe von zweistimmigen Stücken in der c1-Lage, die durchwegs nett klingen. Es gibt einen Extraband mit ansprechenden Begleitungen.

Leider springt Hellbach mittendrin mit ein paar Stücken in andere Lagen – vermutlich soll das relative Notenlesen weiter trainiert werden. Auch hier helfen die Tastenillustrationen. Man kann die Stücke auch auslassen und ein bisschen im Heft „herumspringen“.

Viele Improvisationsanregungen sind ebenfalls vorhanden.

Vielleicht noch zum Theorieanteil: Es gibt immer wieder Seiten zum Noten lesen, Noten benennen und beschriften, Noten selber schreiben. Ansonsten hält sich Hellbach mit Theorie ziemlich zurück.

Am Ende des Hefts wandert die linke Hand kurz auf das kleine c und erweitert so den Tonraum (allerdings nur die Quinte). Damit haben Schüler*innen Stücke im Tonraum der kleinen und eingestrichenen Oktave gespielt.

Der Aufbau erschließt sich nicht besonders gut, man darf mit dem Material kreativ umgehen und sollte sich eine eigene, logische Reihenfolge überlegen.

Band 2 führt die C-Lage (links kleines c, rechts c1) fort, doch bereits auf der 3. Seite wandern wir in die d-Lage und e-Lage und es finden Rückungen statt.

Band 2 ist als Anschlussheft recht schwer. Kinder benötigen oft viel mehr Übung in der c-Lage und im Notenlesen um dann später das Spielen in anderen Lagen zu bewältigen bzw. um Rückungen nachvollziehen zu können. Wenn man sich nicht auf das Spielen nach Zahlen verlässt, sind grundlegende Notenkenntnisse Voraussetzung.

Insgesamt finde ich die Anordnung aber eine gute Methode, sich aus dem Lagenspiel „zu befreien“!

Improvisation wird immer mal wieder eingebaut, man kann die Stücke mitunter auch gut improvisatorisch verändern (z. B. die Oktavlagen verändern oder in anderen Tonarten spielen).

Band 2 hat auch ein Begleitheft, jedoch lassen sich bis auf zwei Stücke alle nur mit zwei Klavieren spielen, was ich schade finde.

Leider kommt Polyphonie überhaupt nicht vor, so dass sich keine Unabhängigkeit der Hände entwickeln kann.

Wie viele Bände nutzt du?

Band 1 und Band 2. Es gibt noch einen Band 3, doch der ist sehr pop-lastig, es gibt kaum klassische Stücke.

Die Stücke eignen sich auch als Zusatzmaterial für den Unterricht oder für Schnupperstunden, um für etwas Pop- oder Jazz-Feeling zu sorgen. Auch sind viele für Vorspiele mit Anfängern geeignet, da alle Stücke 4-händig sind und die meisten richtig gut klingen.

„Eine Schule, die Spaß macht. Die allerdings durch den merkwürdigen Aufbau auch verwirrt.“

Meine erste Klavierschule von Jens Rupp

Für wen und welches Alter ist diese Klaviermethode geeignet?

Für Kinder ab 8 Jahren. Auch wird sie für Erwachsene verwendet. 

Wie ist die grafische Gestaltung?

Sehr sachlich, schlicht und übersichtlich. Weitgehend ohne Illustrationen. Neue Töne werden auf einer Klaviatur dargestellt.

Musiktheorie-Einheiten befinden sich in Kästen und sind über die Seiten verteilt.

Wie gut klingen die Stücke? Kommen sie an?

Die Stücke klingen eher poppig und basieren auf Begleitung und Melodie. Oft ähneln sie einer musikalischen Skizze. Es sind kleine Stücke, die gut klingen und bei den Schülerinnen und Schülern ankommen.

Die Stücke sind fast ausschließlich Eigenkompositionen und es ist eine Mischung aus modernen und klassisch angehauchten Stücken. Eine spezielle Heranführung an klassische Musik und deren Klang gibt es nicht.

Wie ist der Aufbau?

Es ist viel Theorie am Anfang, was ein Hin- und Herspringen erforderlich macht. Ansonsten ist die Progression recht kleinschrittig und sinnvoll.

Der Einstieg erfolgt in der C-Lage (5. Finger links auf c, 1. Finger rechts auf c‘) zuerst mit Notenwerten, danach mit Tönen. Das beidhändige Spiel beginnt recht schnell.

Der Schwierigkeitsgrad steigert sich generell schnell. Die Stücke können mit dem angegebenen QR Code oder als Download angehört werden. 

„Diese Schule zeichnet ihre Übersichtlichkeit und schrittweise Führung durch die Lerninhalte aus. Die Steigerung der Schwierigkeiten ist logisch und nicht überfrachtet.“

Die Einführung von Akkorden zielt eher nur auf das Beherrschen von Begleitharmonien ab. Die linke Hand begleitet oft in ganzen Noten mit Grundton, einem Intervall oder einem Dreiklang. Teilweise spielt sie auch Begleitmuster in Achteln.

„Es fehlt eine vielseitige Schulung der linken Hand, sowie vielseitiger Varianten des Zusammenspiels zwischen den Händen. Für Lernende, deren Ziel es ist, Pop-Songs zu begleiten, kann es ein hilfreiches Lehrwerk hilfreich sein. Für eine umfassende Ausbildung am Klavier eher nicht.“

Wie viele Bände nutzt du?

Aktuell Band 1 und 2.

Piano Adventures von Nancy und Randall Faber

Beschrieben ist die deutsche Ausgabe der Unterrichtshefte von Faber Piano Adventures.

Für wen und welches Alter ist diese Klaviermethode geeignet?

Für Schüler ab ca. 6 Jahren. Bei älteren Anfängern oder Kindern, die bereits Vorerfahrungen haben, kann auch später eingestiegen werden.

Die Schule ist außerdem eine gute „Medizin“ für Transferschüler, die zu schnell gelernt haben und einige Lücken haben.

Wie ist die grafische Gestaltung?

Bunte Bilder, aber nicht zu aufdringlich oder überladen. Etwas kindlich bis Band 4, danach sind sie Ton in Ton gestaltet.

Die Noten sind in guter Größe gedruckt, was das Notenbild übersichtlicher macht. „Noten auch gut für Kurzsichtige.“

Wie gut klingen die Stücke? Kommen sie an?

Hauptaspekt, weshalb ich die Schule nutze ist, dass die Kinder die Stücke mehr mögen als in anderen Schulen, die ich verwendet habe. Fabers arrangieren generell gut und schreiben gute Lehrerbegleitungen.

„Das ist einer der Hauptgründe, warum ich diese Schule gerne verwende. Für mich ist sie klanglich eine der besten Schulen auf dem Markt.“

Fast alle Schüler*innen mögen die meisten Stücke und die Lehrerbegleitungen (in Band 1 für fast jedes Stück). Dies nimmt ab, doch es gibt auch in den späten Bänden noch sporadisch etwas für einen zweiten Spieler oder eine Lehrerbegleitung. Fast alles klingt richtig gut, denn die Fabers sind sehr gute Arrangeure.

Schon in Band 1 gibt es gefühlvolle, aber auch fröhliche und lustige Stücke. In Band 2 wird dies rhythmischen und atmosphärischen Stücken fortgesetzt. Vor allem bedient es unterschiedliche Schülertypen und sehr oft wählen meine Schüler*innen daraus Stücke für Vorspiele aus.

Wie ist der Aufbau?

Band 1 beginnt mit Vornotation, bestehend aus Rhythmus und Fingerzahlen, in der die gesamte Tastatur genutzt wird. Es folgen Tastennamen statt Fingerzahlen, noch ohne Notensystem. Bei noch nicht lesenden Kindern kann dies übersprungen werden. das Lesen wird durch die Wahrnehmung von Schritt-Sprung-Tonwiederholung eingeführt und es werden Ankertönen verwendet.

Es gibt keine festen Lagen, sondern die Schüler*innen lernen von Anfang an, das das c1 mit unterschiedlichen Fingern und unterschiedlichen Händen gespielt werden kann.

So wird der Tonraum erst im Violinschlüssel (sehr schnell) und im Bassschlüssel (langsam) erschlossen, so dass man ca. bei 3/4 des Buchs die Töne der Mittel-C-Lage kennt , aber von den Fingern etwas freier agiert. Danach wird die C-Lage erschlossen. Ende Band 1 ist der Tonraum c-g1.

In Band 2 wird der Tonraum zu G bis g2 erweitert.

Improvisationen sind immer mal wieder eingestreut und die deutsche Ausgabe hat immer wieder sehr gute Theorieseiten dazwischen – auch mit kleinen Gehöraufgaben.

Der größte Nachteil der Schule ist die langsame, sehr gründliche Progression. Bei Kindern, die langsam lernen, sollten immer wieder Stücke übersprungen werden, damit sie auch Fortschritte machen. Mit schnellen Schülern können natürlich auch Inhalte ausgelassen werden.

Band 4 ist wegen der guten Einführung von Tonleitern und Kadenzen empfehlenswert.

Band 4 und 5 enthält gut klingende Sachen, mit denen neue Konzepte (Tonleitern, punktierte Noten, Triolen, Hilfslinientöne, 6/8, Alla breve,..) entspannt eingeführt werden können.

Nicht gut gelungen ist der Aufbau einer unabhängigen linker Hand. Intervallische und akkordische Begleitungen, sowie der Lagenwechsel werden gut vorbereitet, doch es gibt wenig Polyphonie.

Wie viele Bände nutzt du?

Ich gehe meistens bis Band 4 und oft bis Band 5. Bei älteren Schülern oder Schülern mit Vorkenntnissen steige ich bei späteren Bänden ein.

Piano Kids von Hans-Günter Heuman

Für wen und welches Alter ist diese Klaviermethode geeignet?

Für Kinder ab 6 Jahren.

Wie ist die grafische Gestaltung?

Kindgerecht und ansprechend, allerdings manchmal etwas überladen.

Wie gut klingen die Stücke? Kommen sie an?

Die Stücke sind gut, auch bekannte Melodien sind dabei und kommen gut bei den Schüler*innen an. Die Stücke reichen von Kindermelodien, modernen Liedchen bis hin zu kleinen klassischen Melodien.

Wie ist der Aufbau?

Etwas Theorie und geschichtliches Wissen zu beginn, dann ein spielerisches Heranführen an das Instrument. Töne und Notenwerte werden erkundet und das Spiel nach Noten findet zuerst in der Mittel-C-Lage statt. Theoretische Konzepte werden mit kleinen, passenden Stücken behandelt. Anschließend werden verschiedene Lagen eingeführt.

Die Piano Kids-Schule geht sehr schnell voran und sollte deshalb ergänzt werden.

Wie viele Bände nutzt du?

Aktuell nur Band 1.

Pop Piano School von Florian Tekale

Für wen und welches Alter ist diese Klaviermethode geeignet?

Für Jugendliche, Erwachsene oder auch sehr motivierte jüngere ab 9 oder 10 Jahren.

Wie ist die grafische Gestaltung?

Übersichtlich und einfach gehalten, nicht verspielt. Keine Bilder, für Erklärungen werden teilweise Tastenillustrationen genutzt.

Wie gut klingen die Stücke? Kommen sie an?

Die Stücke klingen sehr gut, wenig klingt nach viel und sie kommen im Prinzip durchweg sehr gut an. Allerdings sind (so gut wie) keine bekannten Stücke enthalten, sondern alles Eigenkompositionen im Pop Genre.

Wie ist der Aufbau?

Beginn sofort mit den ersten Noten, relativ schnell auch mit beiden Händen. Die Stücke liegen im Fünftonraum: rechts c1-g1, links F-c.

Die Theorie wird mit verschiedenen kleinen Stücken verbunden und bietet eine Grundlage. Die Stücke sind kurz, doch es passiert oft viel.

Im Ersten Teil des Buches geht es um das Lernen von Grundlagen in Praxis und Theorie, im zweiten Teil werden dann Akkorde, Begleitungen, Solo-Piano Spiel und Technik thematisiert.

Alle Lieder können auf der CD oder als mp3 Files angehört werden.

Wie viele Bände nutzt du?

Aktuell gibt es nur einen Band.

Tastenzauberei von Anniko Drabon

Für wen und welches Alter ist diese Klaviermethode geeignet?

Die Tastenzauberei ist für Anfänger ab dem Vorschulalter (5 Jahre) und für das gesamte Grundschulalter geeignet.

Bei älteren Schülern (ab 4./5. Klasse) kann auch direkt mit dem 2. Band begonnen werden. 

Nach Absprache kann die Tastenzauberei auch noch für Schüler der 5. und 6. Klasse oder Erwachsene passend sein. Manchen gefallen die bunten Illustrationen auch in dem Alter noch und die Stücke sind ohnehin für jedes Alter geeignet, wenn man die Liedtexte weglässt.

Je nachdem, wie den Schüler*innen die Stücke gefallen, können die weiterführenden Bände auch noch mit Teenagern genutzt werden. 

Wie ist die grafische Gestaltung?

Die grafische Gestaltung gefällt mir. Sie ist bunt und ansprechend. Die Illustrationen passen zu den Klavierstücken. Oft nehme ich das Bild als Grundlage für die Interpretation oder als Anregung zur Improvisation. Manchmal dienen die Illustrationen auch der Verdeutlichung eines musikalischen Problems, zum Beispiel wird der Unterschied zwischen Gegenbewegung und Parallelbewegung visualisiert. 

Die Noten im 1. Band sind groß gedruckt und gut lesbar. In den weiteren Bänden werden die Noten zunehmend kleiner, sind aber weiterhin gut zu lesen.  

Ein großes Plus der Tastenzauberei-Hefte ist, dass sie als Ringbücher geheftet sind. Die Hefte stehen daher gut auf dem Klavier, ohne dass sich die Seiten schließen. Zudem wurde ein kräftiges Papier verwendet, die Hefte sind also sehr robust. Wichtig für kleine Kinderhände!

Wie gut klingen die Stücke? Kommen sie an?

Nahezu alle Stücke klingen toll und machen Spaß. Die Schüler spielen sie sehr gern. Es gibt vielfältige Lehrerbegleitungen. Besonders am Anfang mit nur 5 Tönen klingt es schon nach „richtigen“ Stücken.

Schon im ersten Band wird viel Wert auf Rhythmus (auch Synkopen kommen vor) gelegt und positiv ist auch, dass sich in den fortgeschrittenen Bänden viele originale Klavierstücke finden. 

„Es gibt viele Lieblingsstücke!“

Wie ist der Aufbau?

Die Tastenzauberei besteht aus vier Bänden Klavierschule und einem weiterführenden Spielband (Band 5). Ergänzend zum ersten Band gibt es außerdem ein Spielheft, dass sich gut als Ergänzung für sehr junge oder sehr langsame Schüler eignet.

Der erste Band beginnt mit Vornotation auf schwarzen Tasten. Danach beginnt das Spiel mit Noten auf weißen Tasten, ausgehend vom mittleren C.

Die ersten Stücke sind einstimmig, da die Melodie auf beide Hände verteilt ist. Doch schon relativ früh spielt eine Hand die Begleitung, die andere die Melodie. Schrittweise kommen in beiden Händen weitere Noten dazu, und die die linke Hand wandert nach unten zum kleinen „c“, so dass die Hände in der 5-Finger-c-Lage spielen.

Kurz danach kommt die d-Lage und danach spielen beide Hände in verschiedenen Lagen. Mit diesem Konzept wird vermieden, dass die Schüler auf eine Fingerposition fixiert sind. 

Ganz am Ende des 1. Bandes werden die ersten Versetzungszeichen (fis, b) eingeführt. Auch das Spiel in Gegen- und Parallelbewegung wird im 1. Band erlernt.

Anregungen zur Improvisation gibt es in allen Bänden der Tastenzauberei, wenn auch nicht so viele.

In den ersten Bänden wird auch Musiktheorie vermittelt und ausgewählte Klavierstücke analysiert. Auch das Leadsheet-Spiel wird einbezogen.

In der Tastenzauberei geht es um das Lernen nach Gehör, also erst Singen, dann Spielen, dann Notentext. Dazu wird das das relative Notenlesen und die Intervalle erkennen geübt. Alle Stücke gibt es mittlerweile auf MP3.

Mir gefällt insgesamt, dass langsame Steigern der Schwierigkeit in Band 1 und 2. In Band 3 und 4 findet sich ein gelungener Mix aus Originalstücken und eigenen Stücken.

Wie viele Bände nutzt du?

Für Anfänger werden meist Band 1 und 2 genutzt. Wenn die Schüler*innen gut mitkommen, werden auch Band 3 und 4 verwendet. Manche Schüler*innen haben auch schon aus allen Bänden einschließlich Spielband gespielt.

„Wenn ich merke, dass sich die Interessen anders entwickeln, wechsle ich zu anderer Literatur. Einige Schüler lieben jedoch die Tastenzauberei und spielen sogar im Alter von 16/17 Jahren noch aus dem 5. Band.“ 

Wir musizieren am Klavier von Wesley Schaum

Diese Schule ist ein Klassiker aus den Fünfzigerjahren und wurde 2018 inhaltlich (nicht nur vom Cover!) vollständig neu überarbeitet.

Für wen und welches Alter ist diese Klaviermethode geeignet?

Für Kinder ab 6-7 bis etwa 10-11 Jahren.

„Ich nutze die Schule vor allem bei Schülern, die schnell sind und schon Violinschlüssel lesen. Sie lernen damit eine erste Orientierung auf der Tastatur und die linke Hand und der Bassschlüssel werden logisch eingeführt.“

Wie ist die grafische Gestaltung?

Die Abbildungen sind passend zum Stück und recht unauffällig. Jeder Band hat eine charakteristische Farbe, die auf dem Cover sowohl für die Illustrationen verwendet wurde.

Das Notenbild ist klar und großzügig.

Wie gut klingen die Stücke? Kommen sie an?

„Ich mochte die Stücke als Kind und kann sie jetzt noch fast alle singen… Bei Kindern heute kommen sie mittelgut an würde ich sagen. „

Die Lieder sind ganz hübsch, manche auch bekannt („Happy Birthday“). Für Coolness braucht es aber Zusatzmaterial.

Ergänzung von Carina: Bestimmte „Hits“ daraus verwende ich inzwischen über 20 Jahre.

Wie ist der Aufbau?

Eine ganz klare Mittel-C-Lage Schule, die gleich mit Notation einsteigt. Improvisationen gibt es nicht. In den letzten Stücken wird sich sehr vorsichtig aus der Mittel-C-Lage rausbewegt und ungefähr der Tonraum der C-Lage erschlossen.

Mit langsamen Schüler*innen ist es aber ein Problem, sie aus dem Lagenspiel rauszubekommen. Auch kann das Notenlesen schnell leiden, da irgendwann nur noch an Finger gedacht wird.

Wie viele Bände nutzt du?

Schaum 1 ist vom Aufbau empfehlenswert. Besser als Piano Adventures Band 1 Faber, weil der Teil mit Vornotation fehlt und nicht jedes Phänomen mit einem neuen Stück erkläret wird.

Früher auch Band 2, aber normalerweise geht es jetzt je nach Alter und Lerntempo danach mit Band 2 oder 3 Faber weiter, weil die Schüler die Stücke daraus lieber spielen.

„Ich mag an Schaum das Tempo, nicht zu schnell, aber eben auch nicht schleppend langsam. Oft werden zwei Töne gleichzeitig eingeführt und vielleicht sogar ein musikalisches Phänomen. Man kann hier einfach in ein paar Monaten super Lese- und Motorikgrundlagen schaffen.“

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