Wie Du gut in das neue Schuljahr kommst

Das geht Dir bestimmt auch so: In den Sommerferien schalte ich richtig ab. Mal nicht unter der Dusche stehen und über Schüler nachdenken. Kein „Ach, ich muss noch …  vorbereiten!“

Wenn ich mich dann gut erholt auf die ersten Unterrichtsstunden vorbereiten möchte, beginne ich mit einem Überblick über die gesamte Klasse.  Dies mache ich bereits seit vielen Jahren und zu Beginn meiner Unterrichtstätigkeit war es sogar meine einzige Planung. Zu Spitzenzeiten hatte ich 46 Schüler im Einzelunterricht und ohne diesen Zettel mit allen Schülernamen, Heften und aktuellen Stücken wäre ich absolut verloren gewesen.

Egal wie viele Schüler Du hast, die „Literaturplanung für das Schuljahr“ kann eine wichtige Stütze für Deinen Unterricht sein. Durch sie kannst Du alles im Blick behalten und besonders nach den Ferien hilft sie, dass Du mit den Schülern da einsteigen kannst, wo ihr aufgehört habt. So geht keine Unterrichtszeit mit hektischem Suchen, Blättern und Raten verloren.

Entspannter Unterrichtsbeginn

Der Überblick über die Literaturplanung hilft außerdem, dass Du Dich nicht vor lauter Ideen verzettelst. Du hast die Bedürfnisse Deiner Klasse vor Augen und kannst gezielt die Ideen auswählen, die gerade für sie interessant sind. Neue Literatur lässt sich in aller Ruhe im Voraus recherchieren und aussuchen. Das entspannt spürbar die ersten Wochen nach den Ferien und lässt viel weniger Zeitdruck entstehen.

Mir gibt es immer das gute Gefühl, dass ich alles „im Griff“ habe und ich mich pädagogisch entwickle. Ich möchte ein Leben lang lernen, deshalb ist dieser Klassenüberblick quasi die Schnittstelle zwischen Wünschen und Realität…

In der folgenden Anleitung beschreibe ich mein Vorgehen Schritt für Schritt. Falls Du es einmal ausprobieren möchtest, benötigst Du dafür etwas Notizpapier und etwa zwei bis drei Ausdrucke der PDF „Literaturplanung für das Schuljahr„, welches Du Dir sofort herunterladen kannst. Pro Seite ist dort Platz für zehn Schüler.

Ok, dann geht´s los!

Der Überblick über die Klasse

  1. Nehme den Notizzettel quer und notiere die am häufigsten im Unterricht verwendeten Hefte als Überschriften. Anschließend sortierst Du die Namen Deiner Schüler, die in diesen Heften spielen darunter. Vermerke ebenfalls, ob sie im Heft am Anfang, Mitte oder Ende sind. Es reicht eine grobe Einschätzung.
  2. Sortiere die Schüler mit dem gleichen Heft in eine Reihenfolge, indem Du ihren Fortschritt im Heft (Anfang, Mitte oder Ende) berücksichtigst.
  3. Übertrage diese Schülergruppen in die Tabelle „Literaturplanung für das Schuljahr“ (Download). Jede Gruppe untereinander und den Schwierigkeitsgrad der Hefte von leicht bis schwer. Die Schülernamen in die erste Spalte, in die zweite Spalte vermerkst Du oben die Hefte. Darunter lasse noch etwas Platz.
  4. Gehe Deine Unterrichtsnotizen durch und notiere nun in den frei gelassenen Platz der zweiten Spalte, welches letzte Stück der Schüler im Heft gespielt hat. So weißt Du genau, wie weit jeder Schüler gerade ist.
  5. In der dritten Spalte kannst Du das Stück eintragen, das Du als nächstes mit Deinem Schüler spielen möchtest. Vielleicht steht dies bereits fest oder Du siehst, dass hier noch Planungsbedarf besteht.
  6. Die vierte Spalte „Notizen/Ideen“ ist meine Lieblingsspalte! Hier ist Platz für neue Ziele, die Du in Deinen Unterricht integrieren möchtest. Das können ganz individuelle Ziele sein, welche die unsicheren Bereiche der Schüler fördern sollen. Ebenso kannst Du auch ein bestimmtes Thema, dass Du Dir für das Schuljahr und die ganze Klasse vorgenommen hast, notieren. Vermerke dazu den Umfang oder den Schwierigkeitsgrad, den der Schüler bewältigen kann.

Das wäre es schon. Ich mache dies regelmäßig am Ende der Ferien, prinzipiell lässt sich dieser Überblick aber jederzeit erstellen.

Mein Fokus im neuen Schuljahr: Technik und Improvisation

Für dieses Schuljahr habe ich mir vorgenommen, dass jeder Schüler kleine technische Übungen spielt. Das habe ich schon lange im Kopf und hier und da bereits ausprobiert. Mit einigen Schülern verwende ich den großartigen Technik Trainer von Jackie Sharp, doch zusätzlich möchte ich eine Reihe von Übungen entwickeln, die relevant und nützlich sind.

Zum anderen möchte ich über meinen Schatten springen und im Unterricht Anleitungen zum Improvisieren geben. Theoretisch weiß ich wie es geht. Ich habe es auch schon selber getestet und festgestellt, wie schnell und einfach etwas gut Klingendes entstehen kann. Jetzt muss ich es nur noch wagen… Das wird meinen Schülern bestimmt Spaß machen!

Beide Bereiche bereichern sich gegenseitig. Die Übungen trainieren das Spielen von Mustern, die dann wiederum im Improvisieren genutzt und variiert werden. So können zum Beispiel Tonleitern und Dreiklänge sofort angewendet werden.

Und Du?

Hast Du einen bestimmten Ablauf, mit dem Du Dich auf ein neues Schuljahr vorbereitest? Oder ein besonderes Thema für die nächsten Monate? Teile es doch mit uns in den Kommentaren.

Ich wünsche Dir ein tolles und inspiriertes Schuljahr!

 

 

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