Meine Ziele für den Unterricht – 2018

Wie sieht es aus – bist Du eher spontan oder voll durchgeplant? Ich gehöre definitiv zu den Planern. Heute berichte ich, was aus meinen Zielen des letzten Jahres geworden ist und welche ich mir für 2018 vorgenommen habe.

In unserem Beruf gibt es viele tolle Ideen und sinnvolle Bereiche, doch neben Unterricht und Familienalltag bleibt wenig Zeit davon auch etwas um zu setzten. Das Auswählen und Planen von Zielen hilft mir, die Zeit die ich habe auch sinnvoll zu nutzen. Ich möchte einen sehr guten Klavierunterricht anbieten und meine Schüler begeistern und motivieren, dazu gehört für mich Reflektion und Weiterbildung.

Rückblick auf 2017

Im Mai bin ich Mama geworden und habe bis September eine Babypause gemacht. In dieser Zeit haben einige Schüler Hausaufgaben bearbeitet, andere haben pausiert. Die einen sollten möglichst gut alleine klarkommen und die anderen wenig Verlust haben, deshalb drehten sich meine Ziele vor allem um grundsätzliche Fähigkeiten.

  1. Gutes Training in Rhythmus und Notenlesen

Die „One Minute Challenge“ hat allen Schülern sehr gut getan. Selbst nach fünfmonatiger Pause war das Notenlesen aller Schüler noch sicher! Als rhythmische Übungen habe ich Rhythm Menagerie von Wendy Stevens verwendet und die Stücke Klopfen lassen. Auch am laut Zählen ist keiner vorbeigekommen. Das hat super funktioniert.

  1. Selbständiges Üben

Ich habe zwei Kurse zu diesem Thema angeboten. Dort habe ich meinen Schülern ein System vorgestellt, mit dem sie zuerst die Phase ihres Stückes beurteilen und anschließend die passende Übe-Strategie für ihre Situation auswählen können. Ich bin mit dem Üben meiner Schüler sehr zufrieden. Aus dieser Strategie-Sammlung ist übrigens die Clever Üben-Serie entstanden.

  1. Mehr Fragen stellen

Ich wollte meine Schüler zum Mitdenken und zu mehr Selbständigkeit anregen. Am Anfang fand ich es komisch und hölzern vermehrt Fragen zu stellen. Auch die Schüler fühlten sich unsicher und wussten nicht, was ich da eigentlich von ihnen wollte.

Mir ist außerdem aufgefallen, dass Fragen Zeit kosten. Der Schüler soll ja Gelegenheit zum Nachdenken haben und teilweise bedarf es einiger Fragen, bis das er auf die Antwort kommt. Ich achte also darauf, dass die Fragerei im Rahmen bleibt, denn ansonsten ist die Stunde um und wir haben kaum gespielt. Auch soll es nicht in ein Verhör ausarten…

Nichtsdestotrotz ist diese Zeit sehr gut genutzt, denn schnell lässt sich erkennen was der Schüler verstanden oder eben noch nicht verstanden hat. Er wird seinem Spiel gegenüber aufmerksamer, denkt mit und kann auf eigen Lösungen kommen. Damit befindet er sich auf dem Weg in die Selbständigkeit!

Unterrichtsziele für 2018

Auch in diesem Jahr wird es die One Minute Challenge wieder geben. Ich werde diese Aktion jedes Jahr machen, es ist wie ein jährlicher Fitness-Check. Alle Töne werden wiederholt und neue kommen mit jedem Level dazu.

Auch das Clever-Üben-System werden wir noch einmal besprechen. Lernen geschieht durch Wiederholung und je älter die Schüler werden desto mehr werden sie die Übe-Strategien zu schätzen wissen.

Für dieses Jahr habe ich zwei Ziele ausgesucht:

  1. MUSIK machen

Bitte nicht wundern, natürlich weiß ich, dass es im Instrumentalunterricht um Musik geht…. Doch die Gefahr besteht immer wieder, dass es mit den richtigen Tönen endet. Oder das die Stücke für mich als Lehrer wertvoll, aber nicht so spannend für den Schüler sind.

Es gibt unzählige Stücke für die Fortgeschrittenen, da fällt die Auswahl sehr schwer und als Lehrer greift man gern auf das Vertraute zurück. Doch ist das auch wirklich ein Stück, das Lust auf Üben macht? Das die Faszination für Musik nährt? Ich möchte Schülerliteratur aussuchen, die nicht nur aus didaktischer Sicht sinnvoll, sondern auch für Schülerohren ansprechend und motivierend ist. Im Prinzip suche ich „Hits“…

Um den Fokus mehr auf die Musik zu lenken, werde ich außerdem das Improvisieren nutzen. Es ist wirklich nicht schwer, dies zu unterrichten und mir gefällt richtig gut, was meine Schüler spielen. Ich möchte mir eine Auswahl an unterschiedlichen Stilen und Stimmungen zusammenstellen um eine möglichst breites Musikerlebnis zu bieten.

2. Theorie und Technik

Das zweite Ziel „Theorie und Technik“ baut die grundsätzlichen Fähigkeiten aus 2017 weiter aus. Lange habe ich diese Lernfelder vermieden, da ich nicht genau wusste wie ich es anstellen sollte. Und ob es wirklich sein muss… Doch wenn unsere Schüler mal etwas anspruchsvollere Literatur spielen sollen, sind beide Bereiche sehr wichtig. Sie fördern das Spielgefühl, das Musikverständnis und beschleunigen das Lernen. Momentan spielen schon viele Schüler Fingerübungen, Tonleitern oder Übungen des Technik Trainers von Jackie Sharp. Diesen Plan möchte ich ausbauen und verfeinern.

Nächstes Jahr werde ich an dieser Stelle von unseren Fortschritten und Erkenntnissen berichten.

Was Du dieses Jahr auf Klavierpaedagogikentdecken.de lesen kannst:

Hier auf dem Blog wird es um die oben erwähnte Technik gehen. Zum Beispiel wie Du eine gute Fingerhaltung und pianistische Bewegungen einführen kannst. Ich werde beschreiben wann, wie und warum ich Fingerübungen verwende.

Schon mal mit Videokamera im Unterricht gearbeitet?  Sie kann wertvolle Erinnerungen für die Schüler schaffen, doch besonders spannend finde ich, dass Du sie wunderbar für deine Weiterentwicklung als Lehrer einsetzten kannst. Da habe ich ein paar Anregungen für Dich.

Ich möchte außerdem auf die geschäftliche Seite unseres Berufes eingehen, denn es ist nicht immer einfach mit unserer Leidenschaft Geld zu verdienen. Ich stelle eine sehr faire Abrechnung vor, die mit einem geringen Aufwand für ein höheres Jahreseinkommen sorgt. Der Frust mit Nachholstunden oder Verluste durch abgesagte Stunden sind dann übrigens Geschichte! Klingt gut, oder?

Außerdem werde ich weitere Übe-Strategien in der Clever Üben-Serie vorstellen.

In welcher Situation Du auch gerade steckst oder welche Themen unseres Berufes Dich gerade beschäftigen – ich wünsche Dir ein gutes Unterrichtsjahr und freue mich, dass Du da bist!

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