Instrumentalunterricht richtig planen – Teil 2: Planung und Protokoll

Klavier unterrichten mit dem richtigen Plan auf klavierpaedagogikentdecken.de

aktualisiert am 15.01.2022

Unterrichtsplanung? Protokoll führen? Das klingt gar nicht spannend…

Wie wäre es denn mit Zeit sparen?

Gut organisiert sein?

Immer alles im Blick haben?

Schon besser, oder? In diesem Artikel geht es um die Unterrichtsvorbereitung und wie du ein Stundenprotokoll führen kannst.

Beides erleichtert dir deinen Alltag ungemein. Auf einen Blick hast du alle Informationen parat und kannst sofort in den Klavierunterricht einsteigen. Du hast viel mehr Ruhe und wirkst auf jeden Fall richtig professionell und organisiert.

Mit etwas Routine lässt sich der Unterricht für alle Schüler an einem halben Tag planen – und zwar für mehrere Wochen. Das ist wirklich eine große Zeitersparnis!

Wir reden also über die Unterrichtsvorbereitung für die nächsten Wochen und die Umsetzung deiner Ziele. Zum Beispiel wenn du mit deiner Klasse ein Aktionsthema machen oder an individuellen Schwächen der Schüler arbeiten möchtest. Durch die Evaluationen kannst du jede Menge Ideen sammeln…

Vor allem gewinnst du einen Überblick über die nächsten Stücke, die deine Schüler lernen können.

Durch die anschließende Protokollführung hast du jederzeit die Übersicht welche Stücke der Schüler spielt, wie weit sie sind und was ihr daran besprochen habt.

Der Planungs-Kreislauf

  1. Evaluation: Beurteile den aktuellen Entwicklungsstand des Schülers
  2. Planung: Überlege dir Ziele und einzelne Schritte mit passenden Strategien, um diese zu erreichen.
  3. Protokoll: Notiere die folgenden Wochen die Entwicklung und Ereignisse der Stunden.
  4. Evaluation: Werte aus, ob die Ziele erreicht wurden. Formuliere einen neuen Entwicklungsstand.

Deine Unterrichtsplanung

1. Entscheide WIE du deine Planung notieren möchtest.

Das kann sein…

  • Handschriftlich in einem Notizbuch,
  • auf einem Zettel,
  • am PC,
  • Planung und Protokoll zusammen oder getrennt.

Alles ist möglich und sehr individuell. Ich habe schon sehr viele Versionen von Protokollen und Listen probiert… Such dir hier das raus, was dich anspricht und entwickle nach und nach deine eigene Art.

Lange Zeit habe ich Excel von Microsoft genutzt. Pro Unterrichtstag habe ich eine Datei angelegt und jeder Schüler hat darin seine eigene Tabelle. So muss ich nicht sechs Dateien pro Tag öffnen, sondern nur eine.

Die Dateien waren in einer Cloud, so dass ich für die Planung den Computer und in der Stunde ein Tablet nutzen konnte.

Hier habe ich ein Beispiel für dich ausgedruckt: Auf der linken Seite protokolliere ich die Stunden und rechts ist Platz für geplante Literatur und Ziele.

Klavier unterrichten: wie du mit etwas Planung und einem Protokoll deine Schueler optimal foerdern kannst

Mit „Kopieren und Einfügen“ habe ich jede Woche den letzten Eintrag kopiert, angepasst und ergänzt. Das ging super schnell.

Inzwischen arbeite ich nicht mehr im Studio, sondern mache Hausbesuche. Mein Tablet hatte keine SIM-Karte und mit dem Handy fand ich es nicht so schön. Ich hatte auch nicht bei allen Schülern Zugriff, zum Beispiel stand das Klavier im Keller oder das Haus lag in einem Funkloch.

Schweren Herzens musste ich mich also von der Technik verabschieden und habe mir eine Version auf Papier gestaltet. Damit bin ich jetzt aber auch sehr zufrieden.

2. Entscheide, welche Informationen du immer zur Hand haben möchtest.

Neben den Angaben zum Schüler wie Name, Alter, Unterrichtstermin, Unterrichtsjahr würde ich auf jeden Fall das Datum der Unterrichtsstunde und die Titel der Stücke vermerken.

In der Stunde notierst du dann was besprochen wurde. Ich nutze gerne Kürzel, zum Beispiel FS für Fingersatz, RHY für Rhythmus oder ru Fi für runde Finger.

  1. Lerndauer in Wochen. Hinter dem Titel steht in einer Klammer die aktuelle Anzahl der Wochen. Daran lässt sich ablesen, wie lange dein Schüler für seine Stücke braucht, ob das ausgewählte Stück den richtigen Schwierigkeitsgrad hat, ob es ihm gefällt und er richtig und ausreichend übt.
  2. Anzahl der Übetage. Ich notiere Hausaufgaben auf eine Übe-Liste, meine Schüler halten dann darauf fest wann und wie oft sie geübt haben. Diese Information trage ich mir in das Protokoll ein und kann so im Wochenverlauf sehen wie es um die Motivation und den Arbeitseinsatz steht.
  3. Notizen und Ideen zu allem was dir auffällt. Dies hilft dir bei der Vorbereitung und der Evaluation.  (Zum Beispiel schlechte Handhaltung, Schwierigkeiten bei Spielbewegungen, unsicheres Lesen etc.)

3. Plane deinen Unterricht blockweise.

Die zusammenhängenden Unterrichtsstunden zwischen zwei Ferien bezeichne ich als Unterrichtsblock. Jedes Schuljahr besteht aus vier Blöcken, der erste liegt zwischen den Sommer- und Herbstferien, der zweite zwischen den Herbst- und Weihnachtsferien, usw.

Plane nur die ungefähre Anzahl der Stücke, die deine Schüler in diesem Zeitraum schaffen können. Je weiter du in die Zukunft planst, desto mehr Zeit verschenkst du. Deine Schüler wachsen und entwickeln sich und du möchtest ja flexibel auf sie eingehen.

Falls nötig, notiere dir auch die neuen Hefte, die du deinem Schüler vorstellen möchtest.

Wenn deine Struktur einmal steht, kannst du an einem Vormittag die Planung für alle Schüler geschafft haben.

Extra-Tipp für die Planung: Erstelle dir Literaturlisten.

Du möchtest ja Zeit sparen und nicht jedes mal die Titel der Stücke von neuem tippen – und auch nicht immer wieder überlegen welches Stück nun als nächstes gelernt werden sollte!

Fertige Literaturlisten ersparen dir das, sobald du sie einmal angelegt hast!

  1. Öffne das gleiche Dateiformat wie deine Planung hat und notiere dort die Stücke deines Unterrichtsheftes untereinander.
  2. Ordne sie nun in die Reihenfolge, die du sinnvoll hälst.
  3. Kopiere die Liste dann in die jeweilige Schülerdatei.
  4. Ergänze und verändere die Folge, wenn du es für sinnvoll hälst.

Zusätzlich kannst du neben dem Titel neue Elemente, wie zum Beispiel eine neue Lage, ein neuer Ton oder eine neue Bewegung notieren.

Zuerst ist das Anlegen der Literaturlisten etwas Aufwand, doch langfristig sparen sie dir unglaublich viel Zeit und Energie für Entscheidungen und Überlegungen.

Ein Protokoll – muss das wirklich sein?

Naja, es geht bestimmt auch ohne Protokoll, doch mit kannst du viel professioneller unterrichten. Du hast immer einen Überblick und sparst in der Unterrichtsvorbereitung jede Menge Zeit.

Aber da ist noch mehr:

Hast du dich schon mal gefragt, ob du genau das Gleiche nicht schon in der letzten Stunde erklärt und eingeübt hast? Im Protokoll kannst du nachsehen, den Schüler kurz daran erinnern und dann etwas anderes besprechen. Er merkt, dass du vorwärts gehst und er sich nicht auf den aktuellen Zustand ausruhen kann.

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Oder kennst du diese Situation? Dein Schüler hat wieder zu wenig geübt und liefert dir eine gute Begründung. Du nickst verständnisvoll… aber Moment! Wie viele Wochen dümpelt der Unterricht schon dahin? Im Protokoll kannst du nachsehen und deutlich entschiedener auftreten – oder nachfragen was los ist.

Irgendwann kommt vielleicht die Frage auf, ob du auch genug Unterrichtsstunden gegeben hast. Manche Eltern ziehen gerne mal die von ihnen abgesagten Stunden ab. Im Protokoll kannst du nachsehen wie viele Stunden du dieses Schuljahr unterrichtet hast und aus welchen Gründen manche abgesagt wurden. Damit bist du auf der sicheren Seite und es kommt kein Unmut auf.

Habe ich dich überzeugt?

So schnell wie möglich!

Versuche möglichst viel in der Stunde zu protokollieren während der Schüler gerade spielt oder seine Noten aufschlägt.

Vervollständige deine Notizen möglichst schnell, bald hast du ja die nächsten Schüler…

Falls du aber die vorbereitete Übe-Liste mit Durchschlag nutzt, reicht es wenn du sämtliche Protokolle einmal pro Woche ergänzt. Ich mache dies in einem Zug mit dem Erstellen der neuen Übe-Listen.

Was denkst du jetzt über die Unterrichtsplanung und das Protokollieren? Willst du es mal testen?

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Vielleicht planst und protokollierst du auch schon, dann verrate doch in einem Kommentar wie du vorgehst.

Schnell organisiert mit Planung und Stundenprotokoll

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