Instrumentalunterricht richtig planen – Teil 2: Planung und Protokoll

Ich weiß, klingt nicht so spannend…

Wie wäre es denn mit Zeit sparen?

Die Planung des Unterrichts und das Protokolle schreiben erleichtern dir deinen Alltag ungemein. Mit etwas Routine lässt sich ganz einfach der Unterricht für alle Schüler planen. An einem Tag!

Du hast in deinem Unterrichtsalltag viel mehr Ruhe, bist zufriedener und wirkst auf jeden Fall ganz schön professionell und organisiert.

Heute geht es also um die Umsetzung deiner Ziele. Die Vorbereitung der nächsten Stücke, ein bestimmtes Lernfeld einführen oder die Arbeit an Schwächen des Schülers. Falls du die Evaluationen gemacht hast, wirst du genügend Ideen haben…

Kurz zur Erinnerung:

Der Planungs-Kreislauf

  1. Evaluation: Beurteile den aktuellen Entwicklungsstand des Schülers
  2. Planung: Überlege dir Ziele und einzelne Schritte mit passenden Strategien, um diese zu erreichen.
  3. Protokoll: Notiere die folgenden Wochen die Entwicklung und Ereignisse der Stunden.
  4. Evaluation: Werte aus, ob die Ziele erreicht wurden. Formuliere einen neuen Entwicklungsstand.

Dann legen wir mal los…

Deine Unterrichtsplanung

1. Entscheide WIE du deine Planung notieren möchtest.

Handschriftlich in einem Heft, auf einem Zettel oder am PC, Planung und Protokoll zusammen oder getrennt – alles ist möglich und sehr individuell. Ich habe schon sehr viele Versionen von Protokollen und Listen probiert… Such dir das aus, was du am besten findest und entwickle nach und nach deine eigene Art der Planung.

Aktuell nutze ich Excel von Microsoft. Pro Unterrichtstag habe ich eine Datei angelegt und jeder Schüler hat darin seine eigene Tabelle. So muss ich zum Beispiel nicht sechs Dateien pro Tag öffnen, sondern nur eine.

Hier habe ich ein Beispiel für dich:

 

So fasse ich Planung und Protokoll zusammen. Auf der linken Seite protokolliere ich die Stunden und rechts ist Platz für geplante Literatur und Ziele.

2. Plane deinen Unterricht blockweise.

Einen Block bilden die zusammenhängenden Unterrichtsstunden zwischen zwei Ferien. Jedes Schuljahr besteht aus vier Blöcken, zwischen den Sommer- und Herbstferien, zwischen den Herbst- und Weihnachtsferien, usw.

Die Unterrichtsblöcke sind unterschiedlich lang, doch das kannst du ja berücksichtigen. Die Ferien sind eine gute Zäsur und du hast Zeit zum Planen. An einem Tag kannst du schon viel schaffen und hast dann erstmal wieder lange Ruhe.

Außerdem ist es sinnvoll dir viermal im Jahr Gedanken zu machen. Planst du nur am Anfang des Schuljahres, sind deine Vorhaben früher oder später nicht mehr für den Schüler relevant. Dann hast du deine Zeit und Energie verschenkt.

3. Breche deine Ziele in einzelne Schritte herunter und überlege besonders gut wie du das Thema einführen möchtest.

Der erste Kontakt sollte für den Schüler immer positiv und machbar sein. Lieber zu einfach als zu schwer!

4. Notiere die nächsten Stücke und ihre Reihenfolge.

Entscheide wieder WIE du jedes Stück einführen möchtest. Die Eigenheiten des Stückes und des Schülers helfen dir. Das kann über den Rhythmus sein, über die Akkorde, den Charakter oder den Höreindruck, usw. sein.

 

Extra-Tipp für die Planung am PC:

Erstelle dir Literaturlisten.

Du willst ja Zeit sparen! Nimm das gleiche Dateiformat wir deine Planung hat und notiere dort die Stücke deiner Unterrichtshefte untereinander. In der Reihenfolge wie du sie für optimal findest.  Rechts neben dem Titel kannst du notieren welche Elemente zum Beispiel neu oder ungewohnt ist.

Diese Liste kopierst du dann in die jeweilige Schülerdatei und fertig.

 

Ein Protokoll – muss das wirklich sein?

Naja, es geht bestimmt auch ohne Protokoll, doch mit ist es einfach besser und professioneller.

Hast du dich schon mal gefragt, ob du genau das Gleiche nicht schon in der letzten Stunde erklärt und geübt hast? Im Protokoll kannst du nachsehen, den Schüler kurz daran erinnern und dann einen Schritt weiter gehen.

Oder kennst du diese Situation? Dein Schüler hat wieder zu wenig geübt und liefert dir eine gute Begründung. Du nickst verständnisvoll… aber Moment! Wie viele Wochen dümpelt der Unterricht schon dahin? Im Protokoll kannst du nachsehen und deutlich entschiedener auftreten – oder bei den Eltern nachfragen was los ist.

Dies hast du vielleicht auch schon mal erlebt: Es kommt die Frage auf, ob du auch genug Unterrichtsstunden gegeben hast. Manche Eltern ziehen gerne mal die von ihnen abgesagten Stunden ab. Im Protokoll kannst du nachsehen wie viele Stunden du dieses Schuljahr unterrichtet hast und aus welchen Gründen manche abgesagt wurden. Ja, das schreibe ich mir auf. Sicher ist sicher…

Habe ich dich überzeugt?

Was steht in einem Protokoll?

Oben stehen Name und Alter deines Schülers. Außerdem:

  1. Datum der Unterrichtsstunde
  2. Titel der Stücke. Dahinter notierst du, was besprochen wurde und den aktuellen Stand. Dafür kannst du Kürzel verwenden, zum Beispiel FS für Fingersatz RHY für Rhythmus oder ru Fi für runde Finger.
  3. Lerndauer in Wochen. Hinter dem Titel steht in einer Klammer die aktuelle Anzahl der Wochen. Daran lässt sich ablesen, wie lange dein Schüler für seine Stücke braucht, ob das ausgewählte Stück den richtigen Schwierigkeitsgrad hat, ob es ihm gefällt und er richtig und ausreichend übt.
  4. Anzahl der Übetage. Meine Schüler bekommen ihre Hausaufgaben jede Woche in Form einer hilfreichen Übe-Liste, als Gegenleistung bitte ich sie genau festzuhalten wann und wie oft sie geübt haben. Hier lässt sich wieder einiges ablesen – und dich vor allem reagieren, wenn es einfach zu wenig ist.
  5. Notizen zu allem was dir auffällt. Dies hilft dir bei der Vorbereitung und der Evaluation.  (Zum Beispiel schlechte Handhaltung, Schwierigkeiten bei Spielbewegungen, unsicheres Lesen etc.)

So schnell wie möglich!

Versuche möglichst viel in der Stunde zu protokollieren. Zum Beispiel wenn der Schüler gerade spielt oder am Ende der Stunde seine Sachen einpackt.

Vervollständige deine Notizen spätestens am folgenden Vormittag, sonst vergisst man einfach zu viel und nachmittags kommen ja schon die nächsten Schüler…

Eine ganz große Hilfe kann ist die vorbereitete Übe-Liste, die ich dir im nächsten Artikel vorstellen möchte.

 

Und? Was denkst du jetzt über die Unterrichtsplanung und das Protokollieren? Gar nicht so aufwändig, oder?

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